Schweiz zufrieden mit Ergebnis der Berliner Klimakonferenz

Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, ist mehr Einsatz nötig. Darin waren sich die 35 Staaten der Berliner Klimakonferenz einig. Der Schweizer Botschafter des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Franz Perrez, äusserte sich gleichwohl zufrieden über die Verhandlungen.

Franz Perrez, der Schweizer Botschafter des Bundesamtes für Umwelt (Archiv) (Bild: sda)

Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, ist mehr Einsatz nötig. Darin waren sich die 35 Staaten der Berliner Klimakonferenz einig. Der Schweizer Botschafter des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Franz Perrez, äusserte sich gleichwohl zufrieden über die Verhandlungen.

„Das Meeting war wichtig als Vorbereitung für die Konferenz von Doha Ende Jahr“, sagte Perrez, zum Abschluss des 3. Petersberger Klimadialogs am Dienstag in der deutschen Hauptstadt. „Wir sind schon sehr nahe dran“, sagte Perrez über die Erfolgschancen einer Nachfolgevereinbarung für das Kyoto-Protokoll, das Ende 2012 ausläuft.

Wichtig sei, dass die internationale Gemeinschaft ihre Versprechen einhält, die an der Klimakonferenz von Durban 2011 gemacht worden seien, sagte Perrez der Nachrichtenagentur sda. „Durban war ein zerbrechliches Ergebnis.“

Eine Schlüsselrolle bei den Berliner Klimaverhandlungen spielten Staaten wie China, Indien und Saudi-Arabien. „Alle haben nun eingesehen, dass es Abmachungen braucht“, sagte Perrez – der dies als Erfolg wertet.

Der Einbezug dieser Staaten ist für den Umweltbotschafter denn auch essenziell: „Wir können die Klimaprobleme nicht in den Griff bekommen mit lediglich einer Neuauflage des Kyoto-Protokolls.“ Denn die Unterzeichnerstaaten produzieren nur rund 15 Prozent der globalen Emissionen.

Laut Perrez konnte sich die Schweiz durchaus Gehör verschaffen am Verhandlungstisch in Berlin, da sie ihre Vorstösse gemeinsam mit Südkorea, Mexiko, Monaco und Liechtenstein koordinierte. „Wir sind in keinen Block eingebunden“, sagte Perrez über die Verhandlungsgruppe, in der die Schweiz eine treibende Kraft sei.

Neuer Weltklimavertrag

Der deutsche Umweltminister Peter Altmaier betonte, die Teilnehmerstaaten seien sich im klaren darüber, dass bis 2020 mehr Einsatz notwendig sei, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Denn 2020 soll ein Weltklimavertrag in Kraft treten, der bis 2015 ausgearbeitet werden soll.

Deutschland sieht sich als Vorreiter und will die CO2-Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zurückfahren. Derzeit sind es rund 24 Prozent.

In der Schweiz hat das Parlament beschlossen, den CO2-Ausstoss bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die Reduktion soll dabei ausschliesslich im Inland in Angriff genommen werden und darf nicht durch Kompensationskäufe im Ausland erreicht werden – dies im Gegensatz zur EU, wo die Emissionen zwar ebenfalls um 20 Prozent gesenkt werden sollen, aber Kompensationskäufe nicht verboten sind.

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