Spieltage 9/10: Nichts ist so wichtig wie Fussball! Vor allem jetzt!

Die Euro ist jetzt schon perfekt – zumindest wenn es nach der Uefa geht. Und nun wird sie sogar fast noch besser, spannender. Denn in jedem Spiel geht es nun um alles oder nichts. Das passende Rahmenprogramm dazu bietet die Hinterhof Bar – unter anderem mit Georg Heitz, dem Sportdirektor des FC Basel, als Gast. […]

Samstagabend: Tschechien oder Polen?

Die Euro ist jetzt schon perfekt – zumindest wenn es nach der Uefa geht. Und nun wird sie sogar fast noch besser, spannender. Denn in jedem Spiel geht es nun um alles oder nichts. Das passende Rahmenprogramm dazu bietet die Hinterhof Bar – unter anderem mit Georg Heitz, dem Sportdirektor des FC Basel, als Gast.

Wunderbar, was es an dieser Euro alles zu sehen gibt! Raffinierte Spielzüge, schöne Tore, atemberaubende Tätowierungen. Gut, daneben ereignete sich vielleicht auch noch die eine oder andere unschöne Szene. Am Dienstag zum Beispiel, als sich Polen und Russen gegenseitig verprügelten, noch bevor die beiden Mannschaften auf dem Feld aufeinander losgingen. Aber darüber darf man ja ohnehin nicht sprechen. Wegen der Uefa. Und den Verbandsoffizieren. An einer Euro geht es um Fussball und nur um Fussball. Darum soll man an einer Euro auch über nichts anderes reden, sagten sie nach den Schlägereien – und die Spieler der beiden Mannschaften hielten sich an das Schweigegebot.

Mit der gleichen Begründung sorgte die Uefa dafür, dass die Fernsehzuschauer nichts zu sehen bekamen von den Plakaten mit der Forderung nach der Freilassung aller politischer Gefangener in der Ukraine. Oder vom Flitzer, der in einem anderen Stadion auf den Platz stürmte und an der Seitenlinie den kroatischen Trainer Slaven Bilic küsste.

Was nicht sein darf, ist nicht.

Also wenden auch wir uns anderen Themen zu. Weniger politischen. Und erfreulicheren. Den irischen Fans zum Beispiel, die gemeinsam mit den Spaniern weiter feierten, als ihr Team gegen die Iberer längst untergegangen war. Oder  Hans van Breukelen, den einstigen Deutschenfresser im Tor der Holländer. «Ich bin verliebt in die Deutschen», sagt er heute: «Wir Holländer können von ihnen lernen.» Von ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit, von ihrer Effizienz, ihrem überraschenden Spiel. 

Nun, bei den Deutschen harmoniert eben alles. Nicht nur auf dem Fussballplatz, wie der «Spiegel» feststellte. Dem Magazin zufolge passten bereits in den neunziger Jahren Helmut Kohl und Berti Vogts «in ihrer Bräsigkeit und Provinzialität» gut zusammen. Und nun sei Deutschland unter Angela Merkel und Jögi Löw einer «Doppelherrschaft der Rationalität» unterworfen. Sie beide gäben sich eher zurückhaltend, gingen in ihrer Wissenschaftlichkeit aber zielstrebig vor, so dass sich auch mal einen brutalen Personalentscheid fällen könnten. Manchmal gebe es schon gewisse Parallelen zwischen Politik und Fussball, stellt der «Spiegel» fest.

Was jetzt wiederum die Uefa nicht gerne lesen wird. Darum: Themawechsel. Zum wirklich Wichtigen. Zum Fussball.

Am Wochende gehen die Gruppenspiel in die letzte, entscheidende Runde. Am Samstag spielen Tschechien gegen Polen und Griechenland gegen Russland (beide Partien um 20.45).

Fast noch attraktiver sind die Spiele vom Sonntag: Portugal – Holland und Dänemark – Deutschland (ebenfalls gleichzeitig um 20.45)

Am Sonntag wird auch die TagesWoche nochmals ins Geschehen eingreifen: Beim Public Viewing in der Hinterhof Bar an der Münchensteinerstrasse 81 in Basel. Unser Sportredaktor Florian Raz wird rund um die Spiele unter anderem mit Georg Heitz, Sportdirektor des FC Basel, über die Euro fachsimpeln – und natürlich auch ein bisschen über den FCB. Der nimmt am Montag bereits wieder das Training auf, um für den 14. Juli (also dann, wenn wir uns noch vom Euro-Sommer erholen) und das erste Spiel der neuen Saison parat zu sein. Recht so.

Für Mathematiker und andere Fussballfreaks

Ab jetzt wird gerechnet, in den vier Vorrundengruppen geht es um die Wurst, die unanständige Konstellation in Gruppe C haben wir bereits vertiefend thematisiert, aber nicht vorenthalten wollen wir die Fakten zum Spiel. Deshalb hier im Uefa-Jargon das Reglement, wenn zwei oder mehrere Teams punktgleich abschneiden:

«Die Uefa hat ihre Regeln bezüglich der endgültigen Gruppenplatzierungen nach einer Entscheidung des Uefa-Exekutivkomitees bei seinem Treffen am 20. März 2012 in Istanbul geändert. Die Änderung wurde vorgenommen, um Zweifel zu vermeiden und um sicherzustellen, dass die Kriterien, die sich auf die nach der Gruppenphase punktgleichen Teams beziehen, erneut angewendet werden.
Paragraf 08.07 des Reglements der Uefa-Europameisterschaft 2010-12 lautet nun wie folgt – die neue Bestimmung d) ist fett gedruckt.
Wenn zwei oder mehr Mannschaften nach Abschluss der Gruppenspiele die gleiche Anzahl Punkte aufweisen, wird die Platzierung nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge ermittelt:

a) Höhere Punktzahl aus den Gruppenspielen der betreffenden Mannschaften;
b) Bessere Tordifferenz in den Gruppenspielen der betreffenden Mannschaften;
c) Grössere Anzahl der Tore in den Gruppenspielen zwischen den betreffenden Mannschaften;
d) Wenn zwei Mannschaften nach der Anwendung der Kriterien a) bis c) immer noch denselben Platz belegen, werden die Kriterien a) bis c) erneut angewendet, um die Platzierung dieser Mannschaften zu bestimmen. Führt dieses Vorgehen keine Entscheidung herbei, werden die Kriterien e) bis i) angewendet;

e) Bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen;
f) Grössere Anzahl erzielter Tore in allen Gruppenspielen;
g) Position in der Koeffizienten-Rangliste der Uefa für Nationalmannschaften;
h) Fairplay-Verhalten der Teams (Endrunde);
i) Losentscheid

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