Sponsor Socar trübt Bilanz des Montreux Jazz Festivals

Die 46. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals ist nach den Worten seines Direktors und Gründers Claude Nobs „eine der sympathischsten“ gewesen. Die Rechnung fällt trotz Regens ausgeglichen aus. Einzige Trübung: Die „inakzeptablen“ Anschuldigungen wegen des Sponsors Socar.

Publikum in der Stravinski Hall am Montreux Jazz Festival (Archiv) (Bild: sda)

Die 46. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals ist nach den Worten seines Direktors und Gründers Claude Nobs „eine der sympathischsten“ gewesen. Die Rechnung fällt trotz Regens ausgeglichen aus. Einzige Trübung: Die „inakzeptablen“ Anschuldigungen wegen des Sponsors Socar.

Der staatliche Öl- und Gaskonzern Socar aus Aserbaidschan ist einer von sechs Hauptsponsoren des Montreux Jazz Festivals. Er betreibt in der Schweiz ein Tankstellennetz.

Socar werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Unter anderem sollen Mitarbeiter des Konzerns in der Nähe der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku Zwangsräumungen durchgeführt haben.

Die Schweizer Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte im April eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle.

Zusammenarbeit „keine Schande“

„Es ist keine Schande, mit Socar zusammenzuarbeiten. Wir fahren damit fort“, sagte Nobs am Freitagabend in Montreux vor den Medien auf eine entsprechende Frage. Socar habe soeben auch einen Vertrag mit der Migros abgeschlossen.

„Die Verantwortlichen von Socar wissen, dass es Exzesse gab“, räumte Nobs dann ein. Und fügte an: „Exzesse gibt es überall. Mit Allem aufhören? Das ist komplett lächerlich.“ Mit Socar gebe es „eine sehr starke kulturelle Zusammenarbeit“.

Am diesjährigen Festival jedenfalls sei die Stimmung angenehm gewesen, sowohl unter den Musikern als auch im Publikum.

Konversation

  1. Es ist sicherlich lobenswert, wenn man die Dinge auseinander hält. Alle haben sich zum Beispiel an der schönen Europameisterschaft in Polen und der Ukraine erfreut, und ein positiver Impuls kann einem Land wie der Ukraine vielleicht helfen, gewisse Dinge zu ändern. Nachträglich war es also ein nicht so falscher Entscheid, die Europameisterschaft nicht zu boykotieren. Allerdings muss weiter Druck auf die Regierung ausgeübt werden, sich zu demokratisieren.
    Die Entscheidung von Claude Nobs aber könnte sich als Eigentor entpuppen. Im Musikgeschäft, wo viele Künstler hummanitäre und soziale Aspekte ansprechen, kann das zu einem Problem werden. Für mich persönlich wäre Socar als Sponsor inakzeptabel, wenn tatsächlich Menschenrechtsverletzungen begangen wurden.

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