Streit um den Sozialplan bei Merck Serono beendet

Die Personalversammlung des Pharmakonzerns Merck Serono hat der Abschlussvereinbarung über Verbesserungen im Sozialplan mit grosser Mehrheit zugestimmt. Damit ist der Streit und der Kampf der Belegschaft vorerst beendet.

Angestellte von Merck-Serono bei einer Kundgebung in Genf (Archiv) (Bild: sda)

Die Personalversammlung des Pharmakonzerns Merck Serono hat der Abschlussvereinbarung über Verbesserungen im Sozialplan mit grosser Mehrheit zugestimmt. Damit ist der Streit und der Kampf der Belegschaft vorerst beendet.

Die Schliessung des Standorts Genf habe aber nicht verhindert werden können, teilte Unia am Donnerstag mit. Die Vereinbarung wurde von den Vertretern der Angestellten, der Gewerkschaft Unia und der Direktion des Konzerns unter der Leitung des Genfer Regierungsrates ausgehandelt.

Das Resultat der Verhandlungen weise erhebliche Verbesserungen im Vergleich zum ursprünglichen Sozialplan von Merck Serono auf, heisst es weiter. Unter anderem wird das Alter der Frühpensionierung von 58 auf 56 gesenkt, die Minimalentschädigung auf 25’000 Franken erhöht. Zudem werden alle Angestellten einen Monat von der Arbeit freigestellt, um die Stellensuche zu erleichtern.

Ausserdem konnten die streikenden Angestellten erzwingen, dass sich Merck Serono unter gewissen Bedingungen für die Schaffung eines Instituts für Biotechnologie einsetzt, mit welchem gemäss Unia-Angaben mehrere hundert Arbeitsplätze erhalten werden könnten. Die Belegschaft habe deshalb entschieden, ihre Kräfte auf die Schaffung dieses Instituts zu lenken und beschlossen zur Arbeit zurück zu kehren.

Auch Merck Serono zeigte sich erleichtert über die Beendigung des Streits. „Wir sind glücklich, dass wir nach einem manchmal schwierigen, doch immer konstruktiven Dialog ein Vereinbarungsprotokoll erreicht haben, das den Konflikt beendet“, wird François Naef, Verwaltungsratspräsident von Merck Serono, in einem Communiqué des Pharmakonzerns zitiert. Die Angestellten könnten ihre Energie von nun an für ihre berufliche Zukunft einsetzen.

Revision des Obligationenrechts gefordert

Für die Unia ist damit aber noch nicht Schluss. Der rechtliche Rahmen biete den Angestellten im Fall von Massenentlassungen nur mageren Schutz, betonte die Gewerkschaft in ihrem Communiqué. Deshalb habe die Personalversammlung einen Aufruf lanciert, den Kampf zur Rettung von schweizerischen Industriearbeitsplätzen fortzusetzen. Ein nationales Komitee zur Revision des Obligationenrechts soll dazu geschaffen werden.

Die Verhandlungen wurden nach dem Scheitern des Schlichtungsverfahrens der Genfer Kammer für kollektive Arbeitsbeziehungen (CRCT) aufgenommen. Das Schlichtungsverfahren drehte sich um den Sozialplan, nicht aber um die angekündigte Entlassung von 500 Angestellten und die Verlagerung von 750 weiteren Stellen ins Ausland. Den Stellenabbau und die Schliessung des Standort Genfs hatte Merck Serono im April angekündigt.

Konversation

Nächster Artikel