Strom wird für baselstädtische Haushalte teurer

Für Privatkunden der Industriellen Werke Basel (IWB) wird der Strom 2014 teurer. Die Basler Regierung hat einer Erhöhung der IWB-Tarife um durchschnittlich 4,8 Prozent zugestimmt. Gewerbekunden sollen hingegen weniger bezahlen, Grosskunden gleichviel wie bisher.

Die Strompreise werden um 4,8 Prozent erhöht. (Bild: Martina Rutschmann)

Für Privatkunden der Industriellen Werke Basel (IWB) wird der Strom 2014 teurer. Die Basler Regierung hat einer Erhöhung der IWB-Tarife um durchschnittlich 4,8 Prozent zugestimmt. Gewerbekunden sollen hingegen weniger bezahlen, Grosskunden gleichviel wie bisher.

Laut einer IWB-Mitteilung vom Dienstag steigen die Kosten für die Netznutzung, weil die Netzbetreiber ihre Kapitalkosten höher verzinsen dürfen, damit sie den Netzausbau finanzieren können. Die IWB überwälzten nur einen Teil davon an die Kundschaft. Die Schweizer Netzgesellschaft Swissgrid bekomme zudem mehr Geld für Systemdienstleistungen.

Billiger wird laut IWB hingegen die Energiebeschaffung, dies dank eigenen Strom-Kraftwerken mit erneuerbaren Quellen. Überdies seien Rückstellungen aufgelöst worden. Einfach- und Normaltarif sänken deshalb deutlich. Angehoben werde der bisher künstlich verbilligte Spartarif wegen der Marktentwicklung mit immer mehr grünem Strom.

Private sind Leidtragende

Wenig Einfluss auf den Strompreis hat laut IWB der starke Ausbau der Solarstromproduktion: Das Basler Fördermodell verteure die Kilowattstunde um 0,07 Rappen. Unter dem Strich bedeuteten die 4,8 Rappen mehr pro kWh für einen Durchschnittshausahlt etwa 30 bis 50 Franken Mehrkosten.

Dass Privathaushalte mehr bezahlen müssen, Gewerbekundschaft aber weniger, erklärte ein IWB-Sprecher auf Anfrage mit den 2014 erstmals in sechs Stufen differenzierten Kostenanteilen für Verwaltung, Vertrieb und Verrechnung: Diese schlügen bei kleineren Bezügern stärker zu Buche – man wolle Quersubventionierungen vermeiden.

Konversation

  1. Gehen wir von einem durchschittlichen Betrag von 30 Rappen je kWh aus, sind das knapp 170kWh die eingespart werden müssen, um den Aufpreis von den genannten CHF 50.- wett zu machen.

    Grob geschätzt etwa das, was ein Fernseher im Jahr braucht, oder ein Computer.

    Oder drei 60Watt herkömmliche Glühbirnen die durch 11Watt Sparlampen ersetzt werden.

    Eine Aufforderung zum sparen!

    Danke Empfehlen (0 )
  2. Wenn ich meine „Stromrechnung“ anschaue, dann steht da z.B. folgendes: Strom CHF 500.- / Netz CHF 500.- / Abgaben CHF 1000.- Also der Stromanteil macht da nur etwa 25% aus.
    Was je länger desto mehr zu Buche schlägt: Swissgrid – also die Kosten für das Netz.
    Und die Abgaben, die verstehe, wer will. Da kommt selbst ein Besserwisser an den Anschlag.

    Danke Empfehlen (0 )
  3. Nach dieser neoliberal-marktideologischen Logik müssten wir in der Beiz für den Kaffee mehr bezahlen, wenn wir dazu nicht auch noch SchniPoSa und einen Coupe Romanoff bestellen. Weil der Servieraufwand bei kleineren Bezügern stärker zu Buche schlägt. Als kaffeetrinkender Gast würde ich sonst den menueverzehrenden Gast quersubventionieren.

    Ja, also….wenn das nicht einleuchtet!

    Nicht vergessen: Auslagerung, Liberalisierung und Wettbewerb macht alles besser und billiger!

    Die Stimmberechtigten der Schweiz sind diesem Credo mit sehr wenig Ausnahmen gefolgt – auch auf Umwegen und durch die Hintertür.
    Mit dem über Jahre gepflegten Feindbild des faulen Beamten und der trägen Behörde haben wir uns unsere Grundversorgung verbessern und verbilligen und verwettbewerben lassen.

    So deutlich zu erleben in der Grundversorgung: Strom, öffentlicher Verkehr (national SBB, regional BVB), Post, Gesundheitswesen etc.

    Strommarktliberalisierung? Gewünscht!
    2002 wurde sie vom Stimmvolk noch abgelehnt. Als der Nationalrat 2007 eine „Teil-Liberalisierung“ beschloss, kam nicht einmal mehr ein Referendum zustande…wenn ich mich recht entsinne.

    Nun geniessen wir das Besser-und-Billiger-Prinzig in vielen ehemaligen Bereichen der staatlichen Grundversorgung und spüren dies nicht nur, aber vor allem im Portemonnie.

    Bleibt zu hoffen, das auch bürgerlich Wählenden endlich ein Licht aufgeht:

    Auslagerungen und Privatisierungen von Grundversorgungsbetrieben ist nicht nur eine fragwürdige und kostenlose Veräusserung/Verschenkung vom gemeinsamen Besitz der Steuerzahlenden – sondern vor allem auch der Entzug dieser Betriebe von demokratischer Einflussnahme!

    Nun bezahlen wir halt dafür. Die Mehrheit wollte dies so.

    Danke Empfehlen (0 )
  4. Gewerbler und vor allem Grossindustrie können Strom auch von andern Anbietern als den IWB kaufen.

    Wir Privaten können dies nicht – deshalb werden wir mit einem Aufpreis bedient.

    Danke Empfehlen (0 )
  5. Unsere rotgrüne Regierung ist heute wieder mal extrem rot. Die kleinen privaten dürfen für den Strom mehr bezahlen.

    Gewerbe zahlen weniger. Also eine neue Umverteilungsaktion von unten nach oben – Herzlichen Dank!

    Sowas würde man von einer FDP Regierung erwarten…

    Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (5)

Nächster Artikel