SVP und Grüne haben im Aargau eine treue Wählerschaft

Bei den Aargauer Grossratswahlen im Oktober haben sich die SVP und die Grünen auf ihre Anhängerschaft verlassen können. Über 40 Prozent der Wählenden dieser beiden Parteien warfen die Wahllisten unverändert in die Urne. Immer mehr Wählende verändern die Listen nicht.

Bei den Aargauer Grossratswahlen im Oktober haben sich die SVP und die Grünen auf ihre Anhängerschaft verlassen können. Über 40 Prozent der Wählenden dieser beiden Parteien warfen die Wahllisten unverändert in die Urne. Immer mehr Wählende verändern die Listen nicht.

Wie vorgedruckt blieben 46,1 Prozent der Wahllisten bei der SVP und 41 Prozent bei den Grünen. Dies zeigt die am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der Grossratswahlen durch die Statistik Aargau auf.

Im kantonalen Durchschnitt wurden 37,4 Prozent der Listen nicht verändert. Bei den Wahlen 2009 lag dieser Anteil 3,6 Prozentpunkte tiefer.

Häufiger als der Durchschnitt veränderten die CVP-Wähler die Listen. Nur 23,5 Prozent der Listen warfen die Wähler so in die Urne, wie sie von der Partei vorgesetzt worden waren. Der entsprechende Anteil bei der SP beträgt 39,8 Prozent und bei der FDP 33 Prozent.

Bei den Kleinparteien ist der Anteil unveränderter Wahllisten ebenfalls unterschiedlich. Die Wähler der BDP passten nur jede vierte Liste nicht an. Der Anteil bei der Grünliberalen Partei (GLP) beträgt 36,3 Prozent und bei der EVP 31,4 Prozent.

SVP gewinnt am wenigsten fremde Stimmen

Veränderte Listen machen den Parteien keine Freude – ausser ein Kandidat der eigenen Partei wird zwei Mal auf die eigene Liste gesetzt. Wenn ein Wähler jedoch zum Beispiel auf einer CVP-Liste einen Namen streicht und den Namen eines SVP-Kandidaten hinschreibt, so geht diese Stimme an die SVP (panaschierte Stimme).

Die SVP erhielt nur 8,5 Prozent ihrer Kandidatenstimmen von fremden Listen. Bei der SP waren es 17,2 Prozent der Kandidatenstimmen, bei der FDP 24,4 Prozent und bei der CVP 26,2 Prozent.

Die BDP erzielte einen Wert von 31 Prozent, die Grünen einen von 35 Prozent und die Grünliberalen einen von 26,8 Prozent. Umgekehrt gaben Wählerinnen und Wähler der BDP 35 Prozent ihrer Stimmen an parteifremde Kandidatinnen und Kandidaten ab – insbesondere an Kandidierende der FDP, CVP und SVP.

Bei der GLP betrug der Anteil der abgegebenen parteifremden Stimmen 19 Prozent. Bei SP, CVP, FDP, Grünen und EVP lag der entsprechende Anteil zwischen 10 und 15 Prozent und bei der SVP nur gerade bei 7 Prozent.

Grüne sind Panaschierkönige

Die Grünen haben rund 31’700 Stimmen mehr von parteifremden Wahlzetteln erhalten, als sie Stimmen von ihren Wahlzetteln an fremde Kandidierende abgeben mussten.

Dies entspricht einer Quote von 35,6 Prozent bezogen auf die Kandidatenstimmen von eigenen Listen. Obwohl die Grünen Panaschierkönige sind, verloren sie drei Parlamentssitze.

Ebenfalls eine Quote von über 20 Prozent weisen die CVP (20,5 Prozent), die EVP (26,6 Prozent) und die SD (56,1 Prozent) auf. Deutlich darunter liegen die GLP (12,6 Prozent), die SP (7,1 Prozent) und die SVP (1,8 Prozent). Einzig die BDP gab mehr Stimmen ab als sie von anderen Parteien hinzugewann.

Verlierer der Grossratswahlen sind die CVP und die Grünen. FDP, Grünliberale und BDP gehen als Sieger hervor. SVP, SP und EVP konnten ihre Sitze halten. Aus dem Parlament geflogen sind SLB und SD. Die EDU übersprang die Wahlhürde knapp.

Der Grosse Rat setzt sich ab April wie folgt zusammen: SVP 45 (-), SP 22 (-), CVP 19 (-2), FDP 22 (+2), Grüne 10 (-3), GLP 8 (+3), EVP 6 (-), BDP 6 (+2), EDU 2 (-), SLB 0 (-2).

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