Swisscom-Chef warnt vor den Folgen der 1:12-Initiative

Beim Telekomkonzern Swisscom wären 5000 Löhne von der 1:12-Initiative der JUSO betroffen. Dies sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Swisscom-Chef Carsten Schloter (Archivbild) (Bild: sda)

Beim Telekomkonzern Swisscom wären 5000 Löhne von der 1:12-Initiative der JUSO betroffen. Dies sagte Swisscom-Chef Carsten Schloter in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Das Unternehmen habe die Folgen der Initiative simuliert. Das Ergebnis von 5000 betroffenen Löhnen bedeute nun nicht, dass so viele Mitarbeiter einen Lohn von mehr als 600’0000 Franken hätten.

Viel mehr müsste ein Absenken der höchsten Löhne auch zu einem Anpassen der darunterliegenden Saläre führen, damit die Abstufung zwischen den Hierarchien bestehen bliebe. «Das würde natürlich der Swisscom massiv schaden.»

Schloter verteidigte das heutige Lohngefüge der Swisscom mit einer Spanne von rund 1:35. «Die Lohnschere hat sich in den acht Jahren, seit ich CEO bin, nicht geöffnet. Das zeigt, dass wir das Problem erkannt haben». Die Swisscom beschäftigt rund 16’000 Mitarbeiter.

Lohngerechtigkeit sei aber nicht nur ein Schweizer Thema. «Wann sind Löhne gerecht? Ist es gerecht, dass ein Schweizer 100-Mal mehr verdient als ein Inder, der die gleiche Arbeit macht?», so Schloter.

Er ist nicht der erste Wirtschaftsführer, der öffentlich vor den Folgen der Initiative warnt. Schlagzeilen machte beispielsweise Ivan Glasenberg, der vor einem Wegzug des Rohstoffgiganten Glencore Xstrata warnte.

Mit der 1:12-Initiative verlangen die Jungsozialisten (JUSO), dass in einem Unternehmen der höchste Lohn das Zwölffache des tiefsten Lohns nicht überschreiten darf. Die Chefs sollen also in einem Monat nicht mehr verdienen dürfen als die Mitarbeitenden in einem Jahr.

Das Volksbegehren kommt im November zur Abstimmung. Der Bundesrat und das Parlament empfehlen dem Stimmvolk, die Initiative abzulehnen.

Konversation

  1. Da fällt mir wirklich auf, wie sich die Motivation auf die Arbeitstätigen verteilt.

    Die Arbeitsmotivation und -moral und das Selbstertgefühl muss bei diesen hohen Kadern schon recht niedrig sein, dass sie sich nur durch solch exzessive Löhne dazu bereit erklären, zu arbeiten.
    Die echten Lebenskünstler mit hoher Arbeitsmoral und -motivation sind die Niedriglöhner. Ihr Selbstwertgefühl können sie mit Sicherheit nicht mit ihrem Lohn aufpolstern.
    Erst recht gilt das, wenn sie trotz harter Arbeit noch bei der Fürsürge anklopfen müssen.

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  2. Es ist schon merkwürdig und bezeichnend, dass aus Unternehmerkreisen immer davor gewarnt wird, die Managerlöhne nach oben zu begrenzen. So liessen sich die guten Leute nicht mehr halten. Dabei verlangt die Initiative das ja gar nicht. Es könnten genauso gut die untersten Lohnklassen entsprechend angehoben werden. Dann wären statt 5’000 Löhnen vielleicht 50’000 betroffen. Na und?

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