TagesWoche, 13.6.: Die Themen

Novartis-CEO Pascal Brenneisen greift durch, wenn es um seinen Konzern geht. Auch gegen aufmüpfige Basler Politiker. Dicke Post vom Pharma-Chef Was für ein Plot. Der Chef ­eines mäch­tigen Konzerns zitiert aufmüp­fige Politiker in sein Büro, um ihnen auf den Zahn zu fühlen – und steckt die knackige Story gleich noch dem mächtigen Medium der Stadt, […]

Gibt gern den Tarif durch: Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen.

Novartis-CEO Pascal Brenneisen greift durch, wenn es um seinen Konzern geht. Auch gegen aufmüpfige Basler Politiker.

Dicke Post vom Pharma-Chef

Was für ein Plot. Der Chef ­eines mäch­tigen Konzerns zitiert aufmüp­fige Politiker in sein Büro, um ihnen auf den Zahn zu fühlen – und steckt die knackige Story gleich noch dem mächtigen Medium der Stadt, womit sich der öffentliche Druck erhöht.

Eine Geschichte, wie sie die Macher der Politserie «House of Cards» nicht besser erfinden könnten. Doch hier hat die Realität Regie geführt. Ort der Handlung ist Basel. Die Hauptrollen spielen Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen und die SP-­Politiker ­Silvia Schenker und Beat Jans.

Die ­beiden Nationalräte hatten ­gegen das neue ­Heilmittelgesetz votiert, das den Pharma­firmen noch mehr Rendite im Geschäft mit Medikamenten bringen wird.

Brenneisens via die «Basler ­Zeitung» publik gemachte Politikerschelte ist ein Novum im hiesigen Politlobbyismus. Und sie ging selbst dem Bran­­chen­verband Interpharma zu weit, wie die Re­cher­chen von ­Renato Beck zeigen.

Weitere Themen in der Ausgabe 24/2014:

Fetz und die Fairness
Amtszeitbeschränkung hin oder her: Anita Fetz will ihren Ständeratssitz nicht kampflos abgeben.

Hilferufe aus dem Flüchtlingsheim
Menschenrechtsorganisationen klagen über unhaltbare Zustände in der Basler Empfangsstelle für Asylbewerber.

Art-Pioniere
Seit 44 Jahren sind Gilli und Diego Stampa an der Art Basel präsent. Ein Gespräch mit den beiden Galeristen über die Veränderungen im Kunstmarkt.

Schlaflos an der Autobahn
Neben den Rampen der Nordtangente dürfte das Schlafen bei offenem Fenster auf der Erlenmatt für viele ein Traum bleiben.

Populistisches Polit-Hickhack
Das Parlament hat einmal mehr über die Einbürgerung gestritten. Die Debatte wurde der Problematik nicht gerecht: Sie hofierte der viel zitierten «Stimmung im Volke». Ein Kommentar von Georg Kreis.

Die Königs-Frage
In diesen Tagen wurde die Debatte über die Monarchie wieder akut. Ist sie überflüssig? Nicht unbedingt.

So geht die WM aus
Afrika wird weinen, die Schweiz an Argentinien scheitern. Dies prognostiziert unser Razinger-Index.

Unzerstörbar heiter
Der Basler Autor Claude Cueni schreibt mit seinen Memoiren «Script Avenue» voller ­Ironie gegen den Tod an.

Das Theater geht raus
Künstler suchen die Verzahnung von Wirklichkeit und Fiktion vermehrt abseits der Bühnen im öffentlichen Raum.

Lesen Sie mehr über das Politlobbying der Pharmaindustrie in der Wochenausgabe vom 13. Juni – auf Papier oder in der App der TagesWoche.

Konversation

  1. Die Nationalräte Stolz und Frehner, die in Bern, unter anderem auch in der Gesundheitskommission (!) die Pharma-Interessen vertreten, sollen ihre Sitzungsgelder und Entschädigungen künftig bei Novartis abholen. Das wäre nicht mehr als gerecht wenn sie schon für diesen Laden so „gute“ Arbeit leisten.

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  2. Herr Brenneisen ist der CEO von Novartis Schweiz, der CEO von Novartis heisst Joe Jimenez. Das relativiert das ganze ein bisschen…

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