Tausende fliehen vor Überschwemmungen in Australien

Mehr als 9000 Menschen in der australischen Stadt Wagga Wagga haben sich am Dienstag in Notunterkünften versammelt – und mussten dort noch mindestens eine Nacht bleiben. Überschwemmungen hatten die Einwohner des Stadtzentrums aus ihren Häuser vertrieben.

Grosse Landflächen stehen unter Wasser (Bild: sda)

Mehr als 9000 Menschen in der australischen Stadt Wagga Wagga haben sich am Dienstag in Notunterkünften versammelt – und mussten dort noch mindestens eine Nacht bleiben. Überschwemmungen hatten die Einwohner des Stadtzentrums aus ihren Häuser vertrieben.

Der Pegelstand des Murrumbidgee-Flusses war am Dienstag weiterhin nahe des historischen Höchststandes. „Es ist eine Frage der Sicherheit“, sagte der Sprecher des Notdienstes von New South Wales, Rolf Poole der Nachrichtenagentur AAP. „Wir erlauben zu diesem Zeitpunkt niemandem, nach Wagga Wagga zurückzukehren.“

Moyra Shields hat schon einige Hochwasser in Wagga Wagga miterlebt. „Als ich klein war, wurden wir beim Hochwasser 1974 zweimal innerhalb weniger Wochen evakuiert“, erzählte sie dem Fernsehsender ABC News. Doch das Stadtzentrum war noch niemals betroffen. „Ich muss sagen, das ist ein Schock“.

Fast die gesamte Stadt mit ihren 58’000 Einwohnern war in Gefahr, wie Steve Pearce vom Katastrophendienst des Bundesstaates New South Wales einem lokalen Fernsehsender sagte. Einwohner und Helfer türmten am Dienstag Sandsäcke auf. Dutzende Menschen, die Aufforderungen zur Evakuierung ignoriert hatten, mussten von den Dächern ihrer Autos und Häuser gerettet werden.

„Es ist ein verheerender Anblick“

Der Pilot Chris Cabot hat das Ausmass der Fluten aus der Luft gesehen: „Das Hochwasser ist an Orten, wo wir nie dachten, dass es hingelangt.“ Es sei auch sehr viel Vieh gestrandet, fügte er hinzu. „Bei vielen Menschen steht das Wasser bis zum Dach. Es ist ein ziemlich verheerender Anblick.“

Der Regierungschef des Bundesstaates, Barry O’Farrell, rief für die Stadt den Ausnahmezustand aus. Er habe die Entscheidung wegen der „andauernden Sorge“ getroffen, dass das Wasser über den Deich schwappen oder ihn rissig machen könnte, sagte O’Farrell.

Eine gute Nachricht gibt es allerdings. Der Murrumbidgee-Fluss, der durch die Stadt fliesst, erreichte am Dienstagabend (Ortszeit) einen Pegelstand von 10,6 Metern. Diesen Wassermassen kann der Deich standhalten, hoffen die Behörden. Die Pegelstände begannen sogar leicht zu sinken.

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