Tod eines Fischverkäufers verursacht Proteste in Marokko

Nach dem Tod eines Fischverkäufers sind in Marokko Proteste ausgebrochen. Tausende Menschen gingen am Montag in mehreren Städten des Landes auf die Strasse, um gegen den gewaltsamen Tod des 31-Jährigen zu demonstrieren.

Tausende Menschen protestierten auch in der Hauptstadt Rabat gegen den gewaltsamen Tod eines Fischverkäufers. (Bild vom 30. Oktober). (Bild: sda)

Nach dem Tod eines Fischverkäufers sind in Marokko Proteste ausgebrochen. Tausende Menschen gingen am Montag in mehreren Städten des Landes auf die Strasse, um gegen den gewaltsamen Tod des 31-Jährigen zu demonstrieren.

Die Polizei hatte den Fisch des Mannes Berichten zufolge am Freitag in der Küstenstadt Al-Hoceima beschlagnahmt und vernichtet, weil dieser angeblich zurzeit nicht gefangen werden dürfe.

Als der Fischer dies verhindern wollte, sei er in der Presse eines Müllwagens zerquetscht worden. Schon am Sonntag waren deswegen viele Menschen erzürnt auf die Strasse gegangen. Auch in den sozialen Menschen gab es einen Aufschrei. «Wer hat Mouhcine zermalmt?», fragte etwa die Zeitung Al-Ahdath in der Montagsausgabe.

Am Sonntag hatten tausende Menschen in Al-Hoceima an der Beerdigung des Fischverkäufers teilgenommen, die ruhig verlief. Am Abend versammelten sie sich im Zentrum der Küstenstadt mit rund 55’000 Einwohnern. Sie protestierten gegen die «Hogra» (übersetzt etwa: Willkür der Obrigkeit) und gaben ihrer Empörung über die «Mörder» Ausdruck.

Zu Demonstrationen kam es auch in andern Städten des Rif-Gebiets sowie in Casablanca, Marrakesch und Rabat. «Wir sind alle Mouhcine», riefen die Teilnehmer.

Al-Hoceima war ein Zentrum der Proteste während der Bewegung 20. Februar, der marokkanischen Ausgabe des Arabischen Frühlings im Jahr 2011.

Die Spannungen setzen die Regierung des Landes unter Druck. König Mohammed VI. beauftragte den Innenminister, die Familie des Toten zu besuchen und sein Beileid auszudrücken. Es wurde eine Untersuchung des Falles angekündigt.

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