Trittin, Gysi und Brüderle treffen in TV-Dreikampf aufeinander

Angesichts von rund acht Millionen Erwerbstätigen mit Niedriglöhnen haben die Spitzenkandidaten von Grünen und Linkspartei, Jürgen Trittin und Gregor Gysi, die Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen bekräftigt.

TV-Dreikampf (von links): Gysi, Brüderle und Trittin (Bild: sda)

Angesichts von rund acht Millionen Erwerbstätigen mit Niedriglöhnen haben die Spitzenkandidaten von Grünen und Linkspartei, Jürgen Trittin und Gregor Gysi, die Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen bekräftigt.

«Wir haben den grössten Niedriglohnsektor in Europa», sagte Gysi am Montagabend im TV-Dreikampf der kleineren im Bundestag vertretenen Parteien im ARD-Fernsehen.

Trittin wies darauf hin, dass es auch in anderen europäischen Staaten wie Grossbritannien und den Niederlanden längst gesetzliche Mindestlöhne gebe. Dagegen gebe es in Deutschland nach wie vor Friseure, «die für 4,50 Euro die Haare schneiden». Zugleich werde vom Staat Geld ausgegeben, um den Menschen den Lohn aufzustocken. Durch Mindestlöhne liessen sich daher vier Milliarden Euro an Lohnsubventionen für Aufstocker einsparen.

Gysi bezifferte den Anteil der Menschen mit Niedriglöhnen sogar auf 25 Prozent, da zu den acht Millionen regulär Erwerbstätigen noch weitere sieben Millionen mit Mini-Jobs hinzukämen. «Die Würde des Menschen verlangt, dass sie in Vollzeitarbeit einen Lohn bekommen, von dem sie leben können», sagte der Linken-Fraktionschef. Wirtschaftsprobleme dürften nicht über den Ausbau der prekären Beschäftigung gelöst werden.

Dagegen erteilte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle staatlichen Eingriffen in die Lohnfindung erneut eine Absage. Er verwies darauf, in den vergangenen Jahren seien fast zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Ein einheitlicher Mindestlohn wäre falsch, weil es regional unterschiedliche Lebenserhaltungskosten gebe und auch die Lage in den verschiedenen Branchen unterschiedlich sei.

Zudem warnte Brüderle vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch Mindestlöhne: «Wenn die Kehrmaschine billiger ist, dann haben die Menschen den Job nicht.»

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