Troika-Inspektoren reisen kommende Woche doch nach Athen

Die internationale Gläubiger-Troika wird ihre mehrfach verschobene Kontrolle in Griechenland nun doch kommende Woche fortsetzen. Die EU-Kommission teilte mit, die griechische Regierung habe Informationen nachgereicht, wie sie eine Lücke im Budget 2014 schliessen wolle.

EU und Griechenland: eine belastete Freundschaft (Bild: sda)

Die internationale Gläubiger-Troika wird ihre mehrfach verschobene Kontrolle in Griechenland nun doch kommende Woche fortsetzen. Die EU-Kommission teilte mit, die griechische Regierung habe Informationen nachgereicht, wie sie eine Lücke im Budget 2014 schliessen wolle.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll die Prüfung am Dienstag wiederaufgenommen werden. Von ihrem Ergebnis hängt ab, ob Griechenland weitere Hilfsgelder ausgezahlt werden. Einzelheiten über die griechischen Vorschläge wurden zunächst nicht genannt.

Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF überprüft regelmässig, inwieweit Griechenland die Sparauflagen des Rettungspakets erfüllt hat und ob eine weitere Kredit-Tranche freigegeben werden kann. Das Land braucht nach Angaben aus Eurozonen-Kreisen das Geld aus der neuen Tranche erst im Februar.

Wegen eines Streits mit der Regierung in Athen, wie ein Loch von zwei Milliarden Euro im Budget 2014 zu schliessen sei, war die im September begonnene Prüfung unterbrochen worden. Ursprünglich sollte sie Ende Oktober fortgesetzt werden, dann am 4. November. Beide Termine wurden wegen des Streits aber verschoben.

Rezession seit sechs Jahren

Das hoch verschuldete Euro-Land, das von der Euro-Zone und dem IWF mit Krediten und Zusagen von 240 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet wurde, steckt seit sechs Jahren in einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit ist auf fast 28 Prozent gestiegen. Viele Griechen sagen, sie könnten keine weiteren Lasten mehr tragen.

Die Regierung hat daher weitere Steuererhöhungen und Rentenkürzungen ausgeschlossen. Löcher im Etat will sie stattdessen mit gezielten Ausgabenkürzungen und Strukturmassnahmen sowie Privatisierungserlösen stopfen.

Nächster Artikel