Veloverkehr in Basel hat erneut stark zugenommen

Der Veloverkehr hat in Basel im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent zugenommen. Gleichzeitig gab der Tram- und Busverkehr um knapp ein Prozent nach, während der Autoverkehr stabil blieb. Dies geht aus den am Freitag publizierten Verkehrsdaten 2016 hervor.

Der Veloverkehr in Basel nimmt stetig zu, während der Autoverkehr seit Jahren zurückgeht und jetzt stagniert.

Der Veloverkehr hat in Basel im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent zugenommen. Gleichzeitig gab der Tram- und Busverkehr um knapp ein Prozent nach, während der Autoverkehr stabil blieb. Dies geht aus den am Freitag publizierten Verkehrsdaten 2016 hervor.

Die aktuellen Verkehrszahlen in Basel-Stadt bestätigen den Trend der letzten Jahre, schreibt das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) in einer Medienmitteilung. Nur in einem Punkt zeigt sich für das Jahr 2016 eine Abweichung:

Der Öffentliche Verkehr (ÖV) hat erstmals seit 2010 nicht zugelegt. Beim Tram- und Busverkehr sank der Indexwert von 109 auf 108 Punkte – der Indexwert 100 bezieht sich auf die Verkehrsdaten von 2010. Spürbar auf die Passagierzahlen hat sich die baubedingte Sperrung der Tramlinie 8 ausgewirkt. Aktuelle S-Bahn-Daten fehlen, so dass der Gesamt-ÖV-Index nicht angegeben werden kann.

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) blieb derweil erneut stabil bei einem Indexwert von 101 Punkten für den Gesamt-MIV. Klammert man die Autobahnen aus, wies auch das reine Stadtstrassennetz mit unveränderten 97 Punkten im 2016 stabile Verkehrszahlen auf.

Beim Veloverkehr zeigt die Kurve hingegen – nach zunächst moderatem Wachstum – seit 2013 steil nach oben. Nun ist sie innert Jahresfrist von 118 auf 123 Punkte angestiegen. Demnach hat der Veloverkehr in Basel innert sechs Jahren um fast ein Viertel zugenommen.



Die Entwicklung der einzelnen Verkehrsträger. Die Zahlen für den S-Bahnverkehr (ÖV) für das Jahgr 2016 liegen noch nicht vor.

Die Entwicklung der einzelnen Verkehrsträger. Die Zahlen für den S-Bahnverkehr (ÖV) für das Jahr 2016 liegen noch nicht vor. (Bild: Amt für Mobilität)

Mehr Investitionen fürs Velo

Das BVD kommt angesichts dieser Entwicklungen zum Schluss, dass die Veloinfrastruktur «weiter auszubauen» und «in mehr Sicherheit und Komfort für die Velofahrenden zu investieren» sei. Stadtgerechte Verkehrspolitik basiere unter anderem auf «flächensparenden Verkehrsmitteln» und effizienter Nutzung der Verkehrsinfrastruktur.

Laut BVD sind die Basler Strassen «schweizweit vergleichsweise wenig von Staus betroffen». Dies sei eine Bestätigung der bisherigen Verkehrspolitik; Basel sei «auf dem richtigen Weg».

Konversation

  1. Wenn Ideologen sich streiten, dann hagelt es zwar Zahlen, aber es fehlt immer «die Methode».

    Wie erhebt man verlässlich Zahlen über «den Veloverkehr» und «die Fussgängerströme» (allenfalls auch die Passagierzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel)?

    Mir ist keine Methode bekannt, die das zuverlässig kann (natürlich ohne den ausgereckten, angefeuchteten Daumen im kalten Wind).

    Hier hat es ja ein, zwei «Spezialisten»: Die werden es uns bestimmt «genau» erklären können.

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    1. Den Veloverkehr zählt man mit Schlaufen im Boden (gut zu sehen oben an der Wettsteinbrücke bei der Infotafel). Fussgänger kann man mit Infrarot-Geräten sehr verlässlich erheben und im öffentlichen Verkehr erledigt dies eine Lichtschranke an jeder Türe.
      Um wissenschaftlich saubere Zahlen zu haben, werden alle Zählstellen anhand von Kontrollzählungen vor Ort überprüft und allenfalls kalibriert.

      P.S: Zahlen (=Fakten) sind noch keine Ideologie! Nur hinter der (Fehl-)Interpretation derselben kann eine stecken.

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  2. viele – auch „profilierte“ Politiker und Kommentatoren – scheinen nicht zu verstehen, was „vergleichswese“ heisst.

    Wenn Basel „vergleichsweise“ weniger Stau hat – dann ist ein Stau auf der Wettsteinbrücke noch lange kein Gegenargument.

    Und wenn beim Aeschenplatz gebaut wird, dann staut es halt beim Anfos.

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  3. Irgendwie verstehe ich das Vertrauensverhältnis zwischen der TaWo und den Kommentatoren nicht mehr. Steht es so schlecht, um den Wahrheitsgehalt von Artikeln in der TaWo? Muss man jeden Artikel zerpflücken, und alles anzweifeln? Woher kommt diese Sucht nach immer mehr Detailfingerpointing, und die Suche nach kleinen Fehlern. Ist die Aussage so daneben, dass der Veloverkehr gemäss den Indizes zugenommen hat, gemäss dem Amt für Mobilität? Ist keinem mehr zu trauen, und alles immer falsch?
    Ich kann von meinen täglichen Velofahrten diese Statistik nachvollziehen. Natürlich fahre ich nicht durch alle Strasse, täglich, und sehe jeden einzelnen Velofahrer, der unterwegs ist.
    Natürlich sehe ich nicht jeden Verkehrssau. Aber global kann ich nicht sagen, nur weil ich irgendwo eine Stau gesehen habe, dass der Autoverkehr nicht abgenommen haben soll, insgesamt. Statistiken werden erhoben, um etwas zu messen. Man darf nicht per se aufgrund seinem eigenen subjektiven Eindruck einfach fachlich erhobenen Zahlen anzweifeln, auch wenn man mit den erhobenen Zahlen auf der Verliererseite steht. Das ist einfach nur Blödsinn. Wir befinden uns ja schliesslich in einem der modernsten und am besten verwalteten Land der Welt. (Sicher manchmal zu stark verwaltet, und zu sehr auf die Zahlen nach dem Komma bedacht).

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  4. Die Fakten sieht man täglich – man muss einfach raus gehen. Ich lade Sie gerne einmal auf ein Bier ein am Wettsteinplatz und dann schauen wir uns das Ganze gemeinsam an. Sie können auch gerne ein paar Kollegen vom VCS mitnehmen Herr Mathys.

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  5. @Martinez
    Was wollen Sie? Ich habe ja selber Akademiker erwähnt, die mehr verdienen und Radfahren, und ich habe auch erwähnt, dass die praktisch alle mehrere Autos zu Hause haben, i.d.R. deutsche Autos der Oberklasse. Bei schlechtem Wetter fahren sie dann auch damit ins Cityparking.
    Aber sie haben mich mit Ihrem Kommentar doch indirekt bestätigt: Was nicht in ihr gewünschtes Weltbild passt, oder Sie nicht direkt tangiert, das darf dann auch nicht sein und Ansprüche anderer Menschen, die nicht passen, werden schon gar nicht akzeptiert.
    Und dabei bin ich selber eigentlich Befürworter von ÖV und Velo, aber in einem vernünftigen, geregelten Umfeld und rücksichtsvollem Nebeneinander. (Es ist mir auch klar, dass Rüppel auf dem Velo, auch nicht anständig Auto fahren…)
    Aber immerhin war es für mich wieder eine interessante Erfahrung, wie hier in der TaWo mit Andersdenkenden umgegangen wird. Es hat mich köstlich amüsiert, aber jetzt klinke ich mich aus…
    Nachtrag: Wenn wieder einmal Verwunderung herrscht in Basel, dass wieder keine Verkehrsprojekte aus Basel mit Bundesgeldern unterstützt werden, dann könnte dies doch möglicherweise auch damit zusammenhängen, dass die Basler immer wieder nach Bern melden, dass hier nur selten Verkehrsprobleme /Staus auftreten. Na gut, dann gehen unsere NFA-Gelder halt nach Zürich oder sonstwohin, die haben zwar auch nicht mehr Probleme, aber sie verkaufen sich auf jeden Fall besser.

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    1. Ach Herr Schmid,
      nachdem sie in Ihrem ersten Artikel den Basler Veloförderern pauschal“Ignoranz, Egomanie und verblendete Ideologie“ vorgeworfen haben, fühlen Sie sich jetzt diffamiert, wenn andere Ihre unbelegten Behauptungen hinterfragen und beklagen sich über den Umgang mit Andersdenkenden. Vielleicht hat nicht die TaWo Leserschaft sondern Sie ein Problem mit Widerspruch?
      Uebrigens ist Ihr ursprünglicher Kommentar verschwunden. Haben Sie ihn gelöscht, weil er inhaltlich doch etwas schwach war?

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  6. @Schmid:
    Schauen Sie mal um 7.30 Uhr vor dem Unispital vorbei. Sie werden sich wundern wieviele topverdienende Chefaerzte (die Ihre lausigen 20000 Fraenkchen Steuern locker in den Schatten stellen) jeden Tag per Velo kommen…
    Selbst zwei der buergerlichen Regierungsraete hat man zu ihrer Privatwirtschaftzeit (in denen sie wohl auch wesentlich mehr als 20’000 Steuern bezahlt haben) regelmässig auf dem Velo angetroffen.
    Im Gegensatz zu Ihnen gibt es einige „Autobesitzer mit BS-Nummern“ die für Wege innerhalb der Stadt lieber das Velo nehmen
    Ich bin selbst regelmässig per Auto und Velo in Basel (und anderen Staedten) unterwegs. Was man als viel empfindet ist sicher persoenlich.
    Um ihre absurden Behauptungen aufzustellen, braucht es aber wohl noch viel mehr „Ignoranz, Egomanie und verblendete Ideologie“

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  7. @ Mathys
    Im Gegensatz zu Ihnen akzeptiere ich andere Meinungen und verteidige diese gegebenenfalls auch. Ideologie stelle ich eher bei Ihnen fest. Neben dem Velo darf es offenbar nichts mehr geben, sowas nenne ich radikal.
    Ich stimme Ihnen ja zu, dass durch die Verhinderungspolitik sehr viel Individualverkehr abgenommen hat. Darin sehen ja die Geschäfte und Betriebe in der Stadt auch den Hauptgrund für rückgängige Umsätze und Betriebsschliessungen. Das kann Ihnen aber egal sein, Sie haben wohl Ihr sicheres Einkommen wo anders her.
    Aber ob da wirklich Schulterklopfen angesagt ist, wenn erfolgreich Umsätze nach Deutschland verschoben wurden, und dies erst noch mit mehr gefahrenen Kilometern auf der Autobahn durch die Stadt, wage ich zu bezweifeln. Ob das wirklich nachhaltiger Erfolg ist?
    Von wegen Ideologie: Ich selber bin mehrheitlich mit ÖV und zu Fuss unterwegs. Aber wenn ich mal etwas mehr und schwerer einkaufen will, steige ich in das Auto und fahre nach ausserhalb, so wie dies alle anderen auch machen.
    Dann fahre ich allerdings nicht über die Wettsteinbrücke an Ihrer Zählstelle vorbei, zufrieden?

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