«Willkommen in der nächsten Ära Erdogan»: Pressestimmen zur Türkei

Die Entscheidung ist gefallen: Die Türkei hat für die Verfassungsreform gestimmt. Ein Schlag ins Gesicht – nicht nur für die Türken des Nein-Lagers. Reaktionen aus der deutschsprachigen Presse.

Es ist entschieden: Die Türken sagen Ja zur Verfassungsreform.

(Bild: EMRAH GUREL)

Die Entscheidung ist gefallen: Die Türkei hat für die Verfassungsreform gestimmt. Ein Schlag ins Gesicht – nicht nur für die Türken des Nein-Lagers. Reaktionen aus der deutschsprachigen Presse.

Es ist entschieden: Recep Tayyip Erdoğan hat gewonnen. In der Nacht vom Sonntag auf den Montag hat die Türkei Erdoğans Präsidialsystem abgesegnet und seinem Präsidenten somit noch mehr Macht verliehen. Etwa 51,3 Prozent der Bürger – soweit das vorläufige Ergebnis der Wahlkommission – stimmten mit «Evet».

 

Doch die Opposition glaubt nicht an den vermeintlichen Sieg und fragt sich:

  • Warum wurde von den regierungsnahen Medien frühzeitig ein Sieg des Ja-Lagers vermeldet, obwohl längst noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren? Obwohl das Ergebnis so knapp war?
     
  • Warum lässt die Wahlkommission Wahlzettel gelten, denen der erforderliche Stempel fehlt?
     

Trotz Fragen: Die Massenproteste nach der Wahlverkündigung blieben aus. Das liegt an der Angst im Land, schreibt Nico Schmolke bei «Zeit Online»:


Und was meinen andere Medien dazu? Eine Auswahl der lesenswertesten Kommentare zum Sieg Erdoğans:


«Die Abstimmung hätte niemals stattfinden dürfen – jedenfalls nicht in einem Land, das für sich beansprucht, eine Demokratie zu sein und offiziell weiter der EU beitreten will.» 

Maximilian Popp im «Spiegel»

 

«Die Abschaffung der Demokratie in der Türkei ist das Werk der Provinz gegen die Städte, der anatolischen Landbevölkerung gegen die Bewohner der Metropolen.»

Jürgen Gottschlich in der «taz»

 

«Ob Erdoğan tatsächlich beim Referendum gewonnen hat, wird vielleicht erst in einigen Tagen feststehen, vielleicht auch nie.» 

Lenz Jacobsen in der «Zeit»

 

«Erdoğan trieb eine eierlegende Wollmilchsau durch den Wahlkampf.»

Michael Martens in der «Frankfurter Allgemeine»

 

«Willkommen in der nächsten Ära Erdoğan.» 

Daniel Steinvorth in der «NZZ»
 

Konversation

  1. @ mindyou – Jetzt habe ich ihre Gedankengänge verstanden. Ergänzen könnte man diese mit dem Phänomen des „MEJ – manipulativen Erziehungs-Journalismus“.

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    1. Markus Boehlen, genau, der MEJ ist wesentlicher Bestandteil des Manipulations-Mechanismus welchem gewisse Journis und (Chef-)Redaktoren teils blind erliegen.

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  2. Für mich ein bisschen zu wirr, Ihr Kommentar, mindyou! Keine Ahnung was Sie damit zum Ausdruck bringen wollen. Und was das mit dem Türkischen Präsidenten zu tun hat.

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    1. Markus Boehlen, mein Kommentar hat weniger mit dem Präsi, als vielmehr damit zu tun, wie solche Machtsüchtigen überhaupt dahin gelangen. Der Mob ist die sehr leicht zu manipulierende Mehrheit der Abstimmenden. Es sind Menschen, die nicht gelernt haben selbständig zu denken, was ihnen ja schon in der Schule ausgetrieben wird. Dort müssen sie parieren und auswendig lernen. Ebenso an der Uni. Die „Volksmeinung“ wird durch die Machthabenden definiert und so lange gepredigt, bis es der/die letzte unselbständig Denkende für ihre ureigene Meinung hält. Eine Demokratie, deren Grundlage eine Mehrheit von unselbständig Denkenden bildet, ist die ideale Staatsform für jedwede Diktatur. Es ist eine ganz wirre Geschichte, nicht nur ein bisschen wie Sie schreiben!

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  3. Eine Demokratie ist eine Demokratie ist eine Demokratie. Als Schweizer Bürger lebe ich hier in der CH in einer Diktatur, nämlich des Mob. Genau so eine wie in der Türkei, den USA, Israel und anderen Demokratien.Eine einzige Katastrophe, woher sonst das Desaster auf diesem Planeten?

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