Wochenendlich im Kloster Schönthal

Ein Wochenende im Kloster? Kann man auf gemütliche Art im Baselbiet haben, im Kloster Schönthal. Und Kunstgenuss gibts dort auch gleich dazu.

(Bild: Karen N. Gerig)

Ein Wochenende im Kloster? Kann man auf gemütliche Art im Baselbiet haben, im Kloster Schönthal. Und Kunstgenuss gibts dort auch gleich dazu.

Warum in die Ferne schweifen, wenn die Stille liegt so nah? Eine knapp dreissigminütige Autofahrt trennt das Kloster Schönthal von Basel. Ist man da, hört man kaum mehr etwas ausser Kuhglockengebimmel. Mit dem ÖV dauert die Fahrt etwas länger – zuerst Zug, dann Waldenburgerbähnli, dann Bus und schliesslich noch eine Viertelstunde Fussmarsch.

Dafür ist man bereits in Stimmung, um im Klosterhof die Beine lang zu strecken und die Ruhe zu geniessen. Dann kann man sich einen Kaffee gönnen, in Selbstbedienung aus der Kapselmaschine, und ein Stück Kuchen dazu. Bis man wieder genug Energie hat, um sich dem zu widmen, für das Kloster Schöntal seit bald 15 Jahren bekannt ist – Kunst.

Die Klosterkirche wurde im Jahr 2000 in eine Galerie verwandelt, die jährlich zwei Ausstellungen zeigt.

Kunst und Natur

Bekannter allerdings ist der Skulpturenpark. Bis zu vier Stunden kann man durch die Landschaft wandern und trifft immer wieder auf Kunstwerke, über 30 Stück sind es insgesamt. Manche sind sehr offensichtlich, so wie Nigel Halls runde, rostige Plastik «Soglio», die inmitten einer Wiese steht. Auf andere trifft man eher unerwartet. Um zu Nicola Hicks‘ «Minotaur» zu gelangen, muss man sich beispielsweise schon richtiggehend durchs Unterholz schlängeln. Und anderes würde man ohne den Plan gar nicht finden – oder wer käme schon auf die Idee, ein Futtersilo zu umrunden und die Tür zu öffnen, die hineinführt?

Weiss man allerdings, dass sich darin eine Installation des Künstlerduos Steiner/Lenzlinger befindet (die übrigens im Nachbardorf Langenbruck wohnen), dann wagt man es und kann sich auf eine goldene, runde Lounge fläzen. Liegend sind danach die von der Decke hängenden, zu einer zauberhaften Märchenwelt zusammengesetzten Knochen und Fundstücke bewundern.

All dies kann man an einem Tag tun, wenn man will. Es gibt aber auch eine gemächlichere Variante. Seit noch gar nicht so langer Zeit kann man im Kloster Schönthal auch übernachten. Vier Zimmer stehen dafür in der Herberge zur Verfügung, gemütlich umgebaut und mit viel Kunst versehen. Das grosszügige Bad muss man sich zwar mit den anderen Gästen teilen – ausser man hat Glück, so wie wir, und das Kloster ganz für sich allein. Einen ruhigeren und entspannenderen Ort für eine Übernachtung kann man sich kaum wünschen, auch wenn ab und zu ein Motorradfahrer in Richtung Belchen hinaufbraust.

  • Entspannen: Wer übernachtet, erhält am Empfang zu den Öffnungszeiten Schlüssel und Infos. Ab 18 Uhr ist man auf sich allein gestellt. Das reichhaltige Frühstück gibts zur gewünschten Zeit in der Klosterküche. www.schoenthal.ch
  • Erwandern: Kunst gibts in der Klosterkirche, im Klosterhof und im Skulpturenpark. Die Kirche ist von Freitag bis Sonntag geöffnet, den Rest kann man auch unter der Woche besuchen.
  • Essen: Fürs Abendessen muss man mindestens bis nach Langenbruck – was 15 Minuten zu Fuss bedeutet. Dort gibts zum Beispiel ein leckeres Cordon Bleu im Restaurant Ochsen.
  • Erleben: Wer möchte, nimmt den Weg zurück via Reigoldswil und die Gondel hinauf auf die Wasserfallen. Zum Kaffee oder Hinabwandern – je nach Lust und Laune.

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