Wohlfühloase für kunstgestresste ART-Besucher

Das Leben als ART-Gänger kann ganz schön anstrengend sein. Da tut Entspannung not. Das Künstlerhaus flatterschafft hat an gestresste ART-Besucher gedacht und eine Entspannungsoase eingerichtet. Zu lange in Galerien und Ausstellungen unterwegs gewesen, etwas weich im Kopf und leicht wackelig in den Knien? Sowas kann vorkommen bei Kunstüberflutung. Das ist ein Krankheitsbild und seit mehr als 100 […]

Das Künstlerhaus «flatterschafft» in der Solothurnerstrasse hat seinen Projektraum in eine Wohlfühloase verwandelt.

Das Leben als ART-Gänger kann ganz schön anstrengend sein. Da tut Entspannung not. Das Künstlerhaus flatterschafft hat an gestresste ART-Besucher gedacht und eine Entspannungsoase eingerichtet.

Zu lange in Galerien und Ausstellungen unterwegs gewesen, etwas weich im Kopf und leicht wackelig in den Knien? Sowas kann vorkommen bei Kunstüberflutung. Das ist ein Krankheitsbild und seit mehr als 100 Jahren als Stendhal-Syndrom bekannt. Weitere Symptome sind Schwindel, Kreislaufprobleme, Ohnmachtsanfälle und Panikattacken.

Ganz so schlimm wird es bei der ART vielleicht nicht kommen. Bekannte Nebenwirkungen der Basler Kunstmesse sind verkrampfte Rückenmuskeln, müde Beine und – vor allem bei den Besucherinnen – schmerzende Füsse.

Im Künstlerhaus «flatterschafft» in hat mal mal nicht an die Künstler, sondern an gestresste ART-Besucher gedacht. Etwas abgelegen vom ART-Geschehen im Gundeldinger Quartier widmet sich die Flatterschafft dem Aufpäppeln von Kunstgestressten. Dazu haben die Flatterschafftler ihren Projektraum in eine Ruheoase verwandelt.

Vier Massageliegen warten dort auf «Kunstleichen», wie die Flatterschafftler das in gewohnt lässigem Ton ausdrücken. Wer hierherfindet, wird von einem Betreuer liebevoll in eine Decke gepackt und darf aus sieben Massageprogrammen wählen. Das längste dauert etwa eine halbe Stunde. Ein Glas Minztee gibt es gratis obendrauf.

Und die Flatterschafft wäre nicht die Flatterschafft, wenn es nicht doch ein bisschen Kunst als Dreingabe gäbe. Wer sich auf eine Liege legt, hört nebenher eine Soundinstallation von Stephane Montavon, kombiniert aus Tonaufnahmen verschiedener Orte der Welt. An einem Pfeiler kann der Besucher nachlesen, wo er sich gerade befindet, in Vietainne, Alexandria oder Ottmarsheim.

«Sehr viel Stille» habe er eingebaut, sagt Motavon. Der Klang von Natur- und Industriegeräuschen, Autohupen, Muezzins, und, ja, auch Buddhistischen Tempeln soll «zum Ausruhen inspirieren», manchmal sei er auch wie Noise Music. Auf alle Fälle bewegt er sich wohltuend weit weg vom sonst üblichen Wellnessgedudel.
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«Auffangbecken – Erholungszone für Erschöpfte»
Künstlerhaus «flatterschafft», Solothurner Str. 4, 4053 Basel, neben dem Ausgang der kleinen Bahnhofpasserelle
Di 17.06- 22.06.14, jeweils 15.00 – 20.00 Uhr
am Samstag, 21.06. Sonderprogramm mit Livemusik, um 19.00 Künstlergespräche
Der Service ist kostenlos.

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