Zürcher Männerbeauftragter kündigt seinen Job nach nur drei Wochen

Der Zürcher Männerbeauftragte Markus Theunert hat seinen am 1. Juli angetretenen Job bei der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau bereits wieder gekündigt. Er war nicht bereit, auf sein Amt als Präsident des Vereins männer.ch zu verzichten.

Markus Theunert tritt als Männerbeauftragter des Kantons Zürich ab (Archiv) (Bild: sda)

Der Zürcher Männerbeauftragte Markus Theunert hat seinen am 1. Juli angetretenen Job bei der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau bereits wieder gekündigt. Er war nicht bereit, auf sein Amt als Präsident des Vereins männer.ch zu verzichten.

Die Doppelfunktion und das damit verbundene Spannungsfeld hätten nicht aufgelöst werden können, schreibt die Direktion der Justiz und des Innern in ihrer Mitteilung vom Dienstag. Die Kündigung diene der Klärung und wahre die Glaubwürdigkeit der neu geschaffenen Stelle des Männerbeauftragten.

Hohe Wellen geworfen und viele empörte Reaktionen provoziert hatte vergangene Woche ein Satz aus einer Stellungnahme des Dachverbandes Schweizer Männer- und Väterorganisationen (maenner.ch) an den Bund zu „Pornografie an Schulen“. Der Verband hatte gefordert, dass Eltern und Fachleute sich nicht strafbar machen sollen, wenn sie „mit klarem pädagogischem Ziel“ pornografische Darbietungen unter 16-Jährigen zugänglich machen.

In der öffentlichen Wahrnehmung scheine keine Trennung zwischen seinem ehrenamtlichen Engagement als männer.ch-Präsident und seiner staatlichen Aufgabe als Männerbeauftragtem möglich, schreibt Theunert in einer persönlichen Erklärung (siehe Rückseite dieses Artikels).

Die Fachstelle habe die Weiterbeschäftigung als Männerbeauftragter von seinem Rücktritt aus dem männer.ch-Vorstand abhängig gemacht. Diese Bedingung könne und wolle er nicht erfüllen, schreibt er.

Neue Stelle als Schweizer Premiere

Die Schaffung der Stelle des Männerbeauftragten war eine Schweizer Premiere. Sie bedeute eine klare Botschaft des Kantons, dass ein stärkerer Einbezug der Männer in die Gleichstellungsbemühungen erwünscht sei, hiess es bei der Bekanntgabe der neuen Funktion. Viele Männer fühlten sich bei einem Mann als Ansprechpartner für Gleichstellungsanliegen willkommener.

Die Fachstelle will dafür sorgen, dass Knaben und Mädchen sowie Männer und Frauen in Ausbildung und Arbeitswelt gleichberechtigt sind. Ein wichtiges Element ist dabei gemäss der Fachstellenleiterin Helena Trachsel die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Als erster Stelleninhaber wurde der 39-jährige Markus Theunert engagiert, der die Schweizer Männerzeitung gründete und den Schweizer Vätertag mitinitiierte. Seit sieben Jahren ist er Präsident von männer.ch.

Schon vor dem Stellenantritt habe er „die öffentliche Sichtbarkeit“ seines männer.ch-Engagements als verhandelbar erklärt, nicht aber das Engagement an sich, schreibt Theunert zu seiner Kündigung.

Konversation

  1. Diese Stelle ist meiner Ansicht nach unnötig und deshalb bewegt mich diese Story auch nicht tief. Allerdings spricht nichts dabei für die erfolgte Personalselektion – was hier zum Verhängnis wurde ist im Vorfeld einer Stellenbesetzung zu klären um das Vertrauen in eine anstellende Institution nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. Aber auch für den Männerbeauftragten gilt vielleicht „all news are good news“…

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