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  • Wer Ausschreitungen rechter Gewalttäter relativieren will, versteht nicht, wie ernst die Lage ist

    Es droht uns keine Gefahr von der «Querfront», aber von so Meinungen wie oben, welche die soziale und ökonomische Situation verkennen. Das Potential von 'rechts' gibt es immer, dass es aber so offen auftritt, hat allerdings Gründe. Die sind in einer Politik zu suchen, die als wie weniger soziale Gerechtigkeit bietet, aber die sich als 'alternativlos' verkauft. Die Zivilgesellschaft soll zwar befriedet werden, aber 'man' marschiert genau in die andere Richtung. Die Quizfrage ist, welche niemand beantworten mag, wer denn 'man' sei. Das wird von vielen Bürgern durchschaut; diese dann als strunzdumme Wutbürger darzustellen, deutet auf eine ziemliche (politische) Arroganz hin. In der Demokratieforschung ist man aber sich so ziemlich einig, dass der Einfluss der Stimmbürger in den sogenannten (westlichen) Demokratien nahe Null ist. Also kann 'man' nicht der Bürger sein. Wer ist es also dann? Und was liesse sich folglich machen, dass dem ultra-rechten Gedankengut längerfristig der Nährboden entzogen wird? Mit schönen Reden wird da nichts zu machen zu sein, es muss eine andere Politik her! Die Chemnitzer Vorkommnisse mögen hässlich anzuschauen sein und sie mögen irrational erscheinen, aber ihnen so dümmlich wie obiger Kommentar zu begegnen, das lässt sie nicht verschwinden.

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  • «Negro-Rhygass» bleibt «Negro-Rhygass»

    Bevor alle wieder losheulen: Die Farbcodierung 'schwarz' gibt es seit dem frühen Mittelalter (oder sogar noch früher) und war eher 'vornehm'. In dieser Zeit sahen sich die hiesigen überhaupt nicht als 'weiss'. Die Abwertung von 'schwarz' ist etwa 200 Jahre alt und geht mit dem Kolonialismus einher (>Achille Mdembe). Damit sind aber auch alle (!) diejenigen gemeint, welche sich am unteren Ende der sozialen Skala befanden.

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  • Nur wer zuhört, kann verstehen

    Reto Aschwanden begeht den gleichen Fehler, und es ist kein geinger, den so viele seiner moralisierenden Mitstreiter begehen. An der Sprache solle man sie erkennen, und Zeichen seien ja ein Teil davon. Meinen Vorredner ist es aufgefallen und sie haben kritisiert, aber scheinbar vergebens, wie die Moralapostel von oben herab forderten "Pfui, so etwas tut man nicht!" Diese entwerteten ihr Argument der Gleichwertigkeit der Menschen gleich im Ansatz, den die Angesprochenen wurden nie als gleichwertig angesprochen, sondern als zu massregelnde Minderwertige. In einer Blase befindend appellieren die Rassismuskritiker an die Vernunft, aber höchst emotional. Gegen alle Vernunft und voller Emotionen sehen sie nicht, dass es noch andere Standpunkte und Geschichten gibt. Man muss es ihnen nachsehen, als Weisse haben sie ja ihren geringschätzenden Herrschaftsdiskurs lange üben (müssen?) können. Aschwanden stellt in diesem seinem Rechtfertigselaborat David Sieber als Dummbüttel hin, dass dieser sich nämlich um die bitter nötig Auseinandersetzung drücke; aber es ist genau umgekehrt, dass Aschwanden über Essentielles nicht Bescheid weiss, was er als Journalist eigentlich wissen müsste. Sieber kann offenbar anwenden, was Hirnforscher erforscht haben, nämlich wie (politische) Meinungen gebildet werden. Hier würde ich Aschwanden zum Beispiel George Lakoff empfehlen. Lakoff erklärt erhellend, warum sogenannt rationale Kritik wirkungslos sein kann und warum vernunftbasierte Argumente in Sachen Trump durchwegs nicht gegriffen haben. Ich bin mir aber sicher, Aschwanden würde es schaffen, sich zu überlegen, was das konkret auf Basel angewendet hiesse, würde er es aber nur machen! Dann würde auch er erkennen, dass gerade in dieser Sache die Rassismuskritiker den Bedeutungsrahmen verstärken, gegen den sie eigentlich angehen. Eigentlich logisch, dass ex-negativo Bilder keine Wende bewirken, sondern dass sie nur den Sachverhalt bestätigen. Darum ist der Vorwurf an deren Adresse nicht falsch, dass es diesen nur um den Beweis ihrer eigen moralischen Überlegenheit geht, nicht aber darum, die Verhältnisse zu ändern. Wie dumm nur! So wäre zu vermuten, dass die Rassismuskritiker Angst haben, es könnte ihnen das ach so nötige Feindbild abhanden kommen, aber gemach, es hat betreffend Rassismus noch genügend Arbeit, auch diejenige an sich selber. Weiter bedenkenswertes, an die Vernunft appellierendes: Die Farbcodierung der Menschen hat sich durch die Jahrhunderte immer wieder gewandelt. So waren die Schwarzbuben keineswegs mindere, ebensowenig wie die herzöglichen Sforza. Dass schwarz als etwas minderes gewertet wurde, ist in Europa der industriellen Revolution und dem Kolonialismus zu verdanken. Hier wäre die Lektüre von Achille Mdembe zu empfehlen. Mit Mdembe wäre es einfach gewesen zu erklären, warum eine Blaskapelle sich als Neger bezeichnen, notabene in einer Hauptnebengasse des minderen Teils der Stadt. Die herablassende Art und Weise, wie dieser Diskurs geführt wird, muss sich ändern, wenn die Absicht bestehe, dass man jemanden ansprechen möchte, um ihn zu überzeugen. Nur mit Drohgebärden wird hier aber nichts geschehen, vor allem, wenn man eine Minderheitsposition innehat. Diese eigene Position überspielen die nun lautstarken Rassismuskritiker, und meiden es aber dahin zu gehen, wo es grösseren Veränderungsbedarf gibt, der nun wirklich weh tut.

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  • #MenAreTrash: «Ein Mann hat Privilegien, aber diese kosten ihn auch einiges»

    Dieses Interiew ärgert vor allem er jene, die mit solchen dümmlichen Pauschalisierungen nichts anfangen können. Was ist ein Mann? Schon diese Frage wird so einseitig beantwortet. Weiter wird obendrein behauptet, viele seien geschlechtsblind, da sie die Problemlage verkennen. Ach ja? Wo war die Nachfrage der Journalistin? Auch nicht beantwortet - da nicht gestellt - wurde die Frage, wie vermeintliche Schwächere Stärken entwickeln, welche das sogenannt Schwächen bei weitem kompensieren. Und wo war die Frage, warum und wie Frauen Gewalt anwenden? Mit diesem Beitrag werden Gräben vertieft statt den angemahnten Dialog befördert, und weiter wird ein binäres Geschlechtskonzept vorausgesetzt. Da war man anderenorts schon weiter.

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  • In jedem Bebbi-Sack steckt 15 Prozent Essbares

    Wenn schon die Überschrift falsch ist, wie ist es um der Rest des Artikels bestellt? Doch dann kommt die Entwarnung, denn da steht, dass die Stichproben - also nicht jeder! - der Säcke etwas zeigen, dass man nun dem geneigten Leser mitteilen möchte. Irgendwie befriedigt dieser alamistische Ton nicht, denn es liesse sich fragen, falls ein Kompost vorhanden und genutzt wird, diese Stichproben genauso ausfallen würden oder nicht. Tja.

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  • Velofalle Trottoir-Kante: Kanton korrigiert nur von Fall zu Fall

    Der Artikel benennt korrekt die Priorität der Verkehrsplanung, welche sogenannt dem langsamsten Teilnehmer den Vorzug gibt: dem Fussgänger. Indirekt zielt man so gegen die Automobilisten, deren es zuviele seien. Doch das ist ein Schuss ins Knie der Velofahrer, und schliesslich einen in die eigene Verkehrsstrategie. Will man mehr Menschen vom Auto aufs Velo bringen, dann sollten nicht weitere Fallen in deren Wege eingebaut werden. Aber offenbar sind aufs Smartphone schauende Fussgänger, die nichts von ihrer Umgebung mitbekommen, dasjenige, mit dem sich Stadtplaner identifizieren. Der Rest der Bevölkerung darf sich um deren Wohlergehen sorgen. So werden Boulevards um Boulevards gebaut, die breit genug sind, um die Konsumwilligen sorgenlos zu stimmen. Auch die Güterstrasse soll nicht mehr durchfahren werden, denn gemäss ihrem Namen sollen künftig darin nur noch Güter den Besitzer wechseln, darum soll sie langsamst durchschritten sein. Verkehr soll woanders stattfinden. Ja, wo denn? Warum denn? Im Baudepartement macht man sicher Gedanken über die grossen Linien, wohin sich die Stadt entwickeln wird, aber ich bin offenbar nicht der einzige, dem die real existierenden Ergebnisse nicht kohärent scheinen. Vor allem, wenn man ein bisschen was von der Welt gesehen hat. Ja, die Güterstrasse ist fehlgeplant.

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  • Wie die Basler Polizei zwei junge Frauen drangsalierte

    Ihre herablassende Art ist insofern störend, als dass sie genau die Stereotypen abbildet, die eine sachliche Behandlung der Angelegenheit eben NICHT garantieren kann. Sie setzen implizit voraus, dass die beiden Frauen schuldig sind, sonst wären sie ja nicht so behandelt worden. Was sie vor allem zu haben scheinen, ist eine Meinung, aber keine Ahnung.

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  • Wie die Basler Polizei zwei junge Frauen drangsalierte

    @Bob - Whataboutism at it's best! Ihre sehr kurze Sichtweise dient als bestes Lernbeispiel wie 'law-and-order'-Typen ticken. Wenn law-and-order kritisiert wird, kommt man gleich mit der Einseitigkeitskeule daher gerannt. Als hätte es keine voraus gegangenen Beispiele gegeben, wie law-and-order sich in graue bis schwarze Bereiche vorgewagt haben. Ihren Kommentar benennt aus Prinzip alle anderen als die schwarzen Schafe. Kurze Frage: Welche Lebenserfahrung haben Sie dann, um solches zu ventilieren?

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  • Nach dem Brand im Hafen: Entwarnung im Blindflug

    Quelle? - Ist mir entgangen! Dass die Informationsstrategie der Behörden hinterfragt wurde, habe ich nicht kritisiert, aber ich bin der Meinung bin, es wäre besser argumentiert, oder gefragt, wo denn die Menge x an PAK hin sei, als 'nur' auf die Lücken hinzuweisen.

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  • Nach dem Brand im Hafen: Entwarnung im Blindflug

    "angekokelt"? - Wahrscheinlich sollte das 'angekohlt' heissen. Aber gehen wir mal davon aus, das man Situation vorher und nachher nicht nur anhand von Fotos beurteilen muss. Und darum gehe ich mit Ihnen überhaupt nicht einig, dass eine fachliche Einschätzung wildes Spekulieren sein soll. Ihre weitere Behauptung, dass der Grossteil der Schwellen nicht verbrannt sei, dünkt mich auch etwas sehr weit hergeholt. Man konnte die Flammen des Feuers noch weit entfernt sehen, damit muss diesem eine beachtliche Brandlast zur Verfügung gestanden haben. Ein bisschen angekohlt ist wohl kaum zutreffend.

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