AG
  • «Uns war bewusst, dass spürbare Erschütterungen entstehen können»

    Markus Häring verweist gerne auf den Schweizerischen Erdbebendienst (SED), welcher das Projekt von Anfang an begleitet habe. Das ist korrekt und trotzdem irreführend. Denn Aufgabe des SED war tatsächlich nur die Begleitung des Projekts, d.h. Erfassung und Auswertung der aufgetretenen Erdbeben. Verschwiegen wird hingegen, dass bei der Vorbereitung des Projekts (bewusst?) auf eine Risikostudie verzichtet wurde. Denn dass die Risiken auch im Voraus durchaus abzuschätzen gewesen wären, zeigt die nach dem Stopp des Projekts vom Kanton Basel-Stadt in Auftrag gegebene seismische Risikoanalyse. Darin werden neben den zu erwartenden Erdbeben auch die zu erwartenden Schäden an Gebäuden und Infrastruktur konkret beziffert. Neben hohen Schadenssummen während der Ausbauphase (40 Mio. CHF) wären selbst in der 30-jährigen Betriebsphase noch Schäden in der Höhe von 6 Mio. CHF pro Jahr zu erwarten gewesen! Die Studie konstatiert daher knapp und bündig: "Während das Risiko, Personenschäden durch das Geothermieprojekt herbeizuführen anhand der Beurteilungskriterien der Störfallverordnung als gering zu erachten ist, kann das Sachschadensrisiko als nicht akzeptabel beurteilt werden." Und weiter: "Unter dem Aspekt des seismischen Risikos ist der Standort Basel ungünstig, um ein tiefes geothermisches Reservoir im kristallinen Grundgebirge zu nutzen." Markus Häring hätte sich den Ärger also auch sparen können, wenn er nicht einfach blind drauf los gebohrt hätte. Link zur Risikoanalyse: http://www.wsu.bs.ch/serianex.pdf

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  • Swisscom-Chef warnt vor den Folgen der 1:12-Initiative

    Es ist schon merkwürdig und bezeichnend, dass aus Unternehmerkreisen immer davor gewarnt wird, die Managerlöhne nach oben zu begrenzen. So liessen sich die guten Leute nicht mehr halten. Dabei verlangt die Initiative das ja gar nicht. Es könnten genauso gut die untersten Lohnklassen entsprechend angehoben werden. Dann wären statt 5'000 Löhnen vielleicht 50'000 betroffen. Na und?

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  • Rocker Chris von Rohr geht mit Blocher-Badge ins Bundeshaus

    http://www.parlament.ch/d/organe-mitglieder/nationalrat/Documents/zutrittsberechtigte-n.pdf

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  • Das grosse Dilemma

    Beim Thema Energieversorgung sind noch viele Unbekannte im Spiel, daher polarisiert es auch so sehr. Eine wichtige Rolle könnten hier Medien einnehmen, die sachlich und mit Weitsicht aufklären, anstatt einfach das dumme Geschwätz der anderen zu wiederholen. Als Anregung empfehle ich der Tageswoche zum Beispiel, den Begriff der sogenannten "Stromlücke" nicht mehr zu verwenden. Eine Lücke mag sich zwar aus der Interpretation einer grafischen Darstellung ergeben (nämlich der Differenz zwischen dem prognostizierten Stromverbrauch und der Stromproduktionskapazität in der Schweiz), im realen Strommarkt hat sie jedoch keine Entsprechung. Versorgungstechnisch gesehen kann es in der Schweiz gar keine "Stromlücke" geben, da die europäischen Stromnetze längst zusammengewachsen sind. Und ökonomisch betrachtet gibt es ebenfalls keine "Stromlücke", wie jeder Volkswirtschafts-Student im ersten Semester bestätigen kann: wird nämlich ein Gut knapp, dann steigt ganz einfach der Preis. Vor dieser trivialen Logik scheinen sich aber viele Akteure in der gegenwärtigen Diskussion geradezu zu fürchten. Was wäre so schlimm daran? Energiesparen würde sich plötzlich lohnen und die erneuerbare Stromproduktion wäre auf einen Schlag konkurrenzfähig ... Ein anderer irreführender Begriff ist die "Gaskraft aus dem Inland", auch "heimisches Gaskraftwerk" genannt. Anstatt über die Illusion einer energieautarken Schweiz mit Hilfe von ausländischem Gas zu spekulieren, könnte doch auch einfach der Wunsch der hiesigen Stromkonzerne klar ausgesprochen werden, an ihren Monopolen festzuhalten und mit veralteter Grosskraftwerkstechnologie weiterhin auf Kosten der Umwelt fettes Geld zu verdienen. "Das grosse Dilemma" liegt ja gerade darin, dass die wirklich zukunftsfähige Art der Stromproduktion (dezentral, vielfältig, erneuerbar), genauso wie die Energieeffizienz, in der Schweiz (noch) keine Wirtschaftslobby hinter sich hat. In Deutschland machen gerade Firmen wie Lichtblick oder Vattenfall vor, wie man selbst (oder gerade) als Grossfirma mit dezentraler Stromproduktion Geld verdienen kann. Die schweizer Energiewirtschaft scheint in ihrer Trauer um den versiegenden AKW-Profit dagegen einen weiteren Zug in die Zukunft zu verpassen.

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  • Wagenplatz auf der Erlenmatt stört Naturschützer

    Unter dem Strich ist es eine Frage des gegenseitigen Respekts. Der sogenannt zivilisierte Mensch muss sich immer wieder bewusst machen, dass er nur MIT der Natur leben kann, nicht GEGEN sie. Vor diesem Hintergrund müssen sich die Wagenburgler selbstverständlich die Frage gefallen lassen, mit welchem Recht sie sich die Freiheit herausnehmen, ausgerechnet in einer der am dichtest besiedelten Regionen eines der wenigen unbebauten Stücke "Natur" für sich zu beanspruchen. Auch wenn es ödes Brachland ist, so ist es doch (aus Sicht der Natur) ein Stück Widerstand gegen Beton und Teer, gegen das Schliessen der letzten Baulücken. Umgekehrt müssen aber auch wir sesshafte Hausbewohner uns die Frage stellen, warum wir nicht genügend Toleranz aufbringen, um einer Handvoll Menschen die Verwirklichung ihres Traums zu ermöglichen. Geht es den vermeintlichen Naturschützern wirklich um dieses Stückchen Flora, buchstäblich am Ende der Welt, umgeben von Autobahn, Eisenbahn, Beton und Lärm? Ich werde den Gedanken nicht los, dass hier auch eine Art Neid am Werk sein könnte, nämlich auf den Mut der Wagenburgler, sich aus unserer Konsum- und Wohlstandsgesellschaft einfach auszuklinken. Sie zeigen uns: es geht auch mit weniger. So werden die Wagen zum Beispiel CO2-neutral mit Holz beheizt, im Gegensatz zur Mehrheit der Stadtwohnungen. Der ökologische Fussabdruck der Wagenburgler ist also vermutlich besser als der von manchem "institutionalisierten" Naturschützer. Wir müssen aufpassen, dass wir Menschen nicht fortjagen, nur weil sie anders leben (wollen) als wir.

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  • «Ich lasse mich nicht zum Sklaven machen»

    @Kulturbetrachter: vermutlich stimmt es eben nicht, dass die vielen Sonntags-Käufer ihr Geld sonst ganz einfach an anderen Tagen ausgeben würden. Der kollektive sonntägliche Konsumrausch, ohne Zeitdruck zwischen Feierabend und Ladenschluss, (ver-)führt ganz offensichtlich zu mehr Umsatz. Dass nicht wirklich mehr Geld zur Verfügung steht, scheint niemand zu stören: "heute kaufen, in 6 Monaten bezahlen" macht's möglich ...

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