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  • Baselbieter Lehrer bezeichnen Lehrplan 21 als «Burnout-Programm»

    Herr Wartburg Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass die Weiterbildung in den MINT Fächern zu kurz kommt. Dies zu kritisieren und Veränderungen zu fordern ist sicher legitim und notwendig. Dies würde in der Öffentlichkeit sicherlich auch als konstruktive Kritik einer motivierten Lehrerschaft wahrgenommen. Zumindest medial standen die Angriffe gegen die Fremdsprachenweiterbildung aber immer im Vordergrund. Diesbezüglich verweise ich gerne auch auf den Artikel von Herrn Wahl in der BAZ (27.2.), der diesen nach einem Gespräch mit Ihrem Geschäftsleitungskollegen verfasst hat - kein Wort von der Benachteiligung der MINT Fächer. Übrigens auch kein Wort zu den Erfahrungen von Lehrpersonen aus dem Kanton Baselland, die das Lehrmittel seit Sommer bereits verwenden. Aus meiner Sicht sollten sich Arbeitnehmer über Weiterbildungen freuen (zumal Ressourcen als Kompensation gesprochen wurden - auch dank Ihrem Verband). Herr Loretz Vielen Dank für Ihre Antwort. Wenn ein Pharmakonzern ein neues Medikament etablieren will, dann muss er dafür eine randomisierte, kontrollierte Studie vorlegen. Zeigen Sie mir doch eine solche für ein von Ihnen favorisiertes Lehrmittel oder Methode. Solche belastbaren Studien existieren in der Pädagogik praktisch nicht. Sie existieren übrigens auch nicht für andere Anliegen, für die sich Lehrerverbände einsetzen (kleinere Klassen, grössere Klassenzimmer und und und). Entscheidungen in solchen Gebieten sind daher bis zu einem gewissen Grad immer auch Meinungssache - und Meinungen können verschieden sein. Darüber zu diskutieren ist daher sicher absolut legitim und wertvoll. Als erster Schritt sollte jedoch die Diskussion im eigenen Kollegium mit betroffenen Lehrpersonen und Kursleitenden stehen. Mit Hilfe der Medien eine öffentliche Polemik zu entfachen, schadet dem ganzen Berufsstand und den betroffenen Schüler/innen.

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  • Mit Fremdsprachen über den Tellerrand

    All jene, die Englisch einer Landessprache als erste Fremdsprache vorziehen, spielen mit dem Feuer. Wer sehen will, was passiert, wenn eine Sprachgruppe eines Landes den Eindruck hat, sie brauche andere Landessprachen nicht richtig zu lernen, dem sei ein Blick nach Belgien empfohlen; das Land droht an diesem Konflikt zu zerbrechen. Die ewige Geschichte, dass Englisch als Weltsprache häufiger gebraucht werde, stimmt in vielen Regionen der Schweiz nicht. Mein persönliches Beispiel: Als Arzt am Unispital (somit automatisch auch eine universitär wissenschaftliche Tätigkeit) betreue ich täglich französischsprachige Patienten aus der Westschweiz oder dem Elsass sowie auch italienischsprachige Patienten aus dem Tessin oder zugewanderte. Insbesondere die älteren dieser Patienten sprechen kaum Deutsch. Die Gespräche erfolgen daher auf französisch (nicht deutschsprachige Tessiner sprechen häufig französisch). Zusätzlich lesen wir täglich Arztberichte aus tessiner und welschschweizer Spitälern - natürlich auf französisch oder italienisch. Englisch als Kommunikationssprache mit Patienten aus anderen Landesteilen kommt praktisch nie vor. Englisch brauchen wir nur passiv zum Lesen von Fachartikeln. Englischsprachige Patienten sind ungefähr so häufig wie russischsprachige Patienten. Die Situation in Basel ist aufgrund der nahen Sprachgrenzen sicher speziell. Trotzdem: Während der Austausch mit anderen Landesteilen auch für kleine Schweizer Unternehmen Standart ist, ist der Austausch mit weiter entfernten "Business Partnern" auf Englisch - so er denn überhaupt existiert - meistens den Kadermitarbeitern vorbehalten. Der ganze Rest braucht Englisch nur passiv zum verstehen von Texten, Anleitungen, Filmen e.t.c. . Wird es aber kaum je sprechen.

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  • «Smuk»: Ein neues Schmuckstück unter den Kleinbasler Bars

    "Nach dem Weggang der Agora Bar vor über einem Jahr ist es schön zu sehen, dass mit der Eröffnung vom «Smuk» die Feldbergstrasse eben doch nicht — wie manche schon gefürchtet haben — vor dem Dornröschenschlaf steht." Dies sollte eigentlich spätestens klar sein, seit dem im Lokal der Agora Bar eine sehr gut frequentierte spanisch/lateinamerikanische Bar eingezogen ist. Aber klar, für den durchschnittlichen Tageswoche lesenden Hipster braucht es schon eine Cafebar im nordischen Stil mit charmantem Fumoir. Dort kann er sich - ganz weltläufig wie in Berlin - umgeben von Gesichtern aus den Kleinbasler Szene Bars und als exotisches Extra - spanischen Studenten - einen Cocktail mit hausgemachten Safrangin (haben wir alle auch zu Hause) aus einem Golden-Glass gönnen. Man kann es sich kaum vorstellen, aber die Feldbergstrasse ist auch ohne Ladybar, Smuk Bar und neuen Kunstgallerien alles andere als im "Dornröschenschlaf".

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  • Ein «Shuttleschiffli» für Rheinschwimmer

    Man kann es toll finden, dass es nicht einmal mehr nötig ist, selbst am Rhein hochzugehen. Gerade zu Spitzenzeiten (früher Abend) wird der geübte Rheinschwimmer aber feststellen, dass es je länger je mehr eng wird auf dem Rhein: Hunderte Schwimmer, die Rheinfähren, Weidlingfahrer, Kursschiffe und Frachter - und - immer mehr auch private Motorboote. Die ersten 5 Entsprechen einem grossen Interesse/ Bedürfnis der Bevölkerung. Letztere sind primär im Interesse der kleinen Gruppe von Menschen die hin und wieder drin sitzt. Dies gilt wohl auch für das hier gelobte und beworbene Shuttleschiff. Der grosse Rest der Rheinschwimmer und -geniesser wird in den Anlegezonen auf ein weiteres Schiff aufpassen müssen.

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  • Kreidespray sorgt für Ärger

    Der Mehrwert für dich als Bürger (ob Mehrwert hier der passende Begriff ist bezweifle ich Mal) ist schlicht und einfach das Geld, das die APG dafür an die Stadt bezahlt, die damit einen Teil ihrer Aufgaben finanziert.

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  • Klare Mehrheit gegen die 1:12-Initiative

    Cédric Wermuth hat einmal gesagt (wenn auch in de Satire Sendung Giacobbo und Müller), die 1:12 Initiative sei der erste Schritt um den Kapitalismus abzuschaffen. Eine überraschende These, ist das Grundprinzip des Kapitalismus der Zyklus Geld - Produkt - Geld , resp der Gewinn auf Kapital und nicht etwa der Gewinn aus Arbeit. Natürlich sind hohe Managerlöhne ungerecht. Viel ungerechter sind aber die enormen Kapitalgewinne, die Leute erzielen ohne je einen Finger dafür krumm zu machen. Ein Beispiel: Die bestbezahlten Fondsmanager verdienen in einem sehr erfolgreichen Jahr X Millionen mit ihrer Arbeit, darüber ärgert sich die ganze Welt inklusive aller scheinheilgen Sozialdemokraten und Medien. Der reiche Chemieerbe, oder Ölscheich u.s.w. der sein ererbtes Vermögen in diesen Fond investiert hat, verdient aber noch viel mehr damit, ohne einen Finger krumm zu machen. Dieser viel ungerechtfertigtere Verdienst erfährt aber nie die gleiche mediale Empörung. Die Juso springen auf einen populistischen Zug auf, der die wahren Missstände nicht berührt. Die Konzentration des Kapitals in den Händen weniger bleibt erhalten, resp. verstärkt sich noch, da man dank effektier Lohnbegrenzung zum Superreichen geboren werden müsste. So schafft man eine neue Aristokratie. Zuletzt: Es ist auffallend, das in den Medien und der Bevölkerung Superreiche die ihr Geld durch Arbeit verdienen ("Manager") grundsätzlich als etwas Negatives gesehen werden, während Superreiche die ihr Geld ohne Eigenleistung erhalten haben und vermehren viel positiver geshen werden, da sie meistens im Zusammenhang mit "grosszügigen" Spenden und Engagements in Erscheinung treten und nicht in Zusammenhang mit Entlassungen gebracht werden. Tatsächlich sind est aber die Investoren die auf ihre Vermögen eine Rendite erzielen wollen, die den Manager zu den Entlassungen drängen... Deshalb: Bevor der Verdienst aus Arbeit begrenzt wird, muss der Verdienst auf Kapital begrenzt werden. Alles andere widerspricht jeglichem Gerechtigkeitsempfinden.

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  • Schere zwischen Hausarzt und Spezialist wird grösser

    Der Artikel fusst auf der selben Unwahrheit, wie viele Artikel über den Hausarztmangel. Als Hauptursache des Hausarztmangels wird aufgeführt, dass der Hausarzt derjenige Arzt, mit dem geringsten Einkommen sei. Dies stimmt nicht. Ein Blick auf die Einkommenstatistik der FMH (s. FMH.ch) zeigt, dass verschiedene Spezialisten in der freien Praxistätigkeit im Schnitt weniger verdienen als Hausärzte. Die nächste Fehlüberlegung ist, die Einkommen von Allgemeinmedizinern mit eigener Praxis mit Einkommen von "Spezialisten" (das Wort ist unglücklich, auch der Allgemeinmediziner ist Spezialist mit Facharzttitel in seinem Gebiet) in der freien Praxis zu vergleichen. Gerade in jenen Spezialgebieten in denen Rekordeinkommen in der freien Praxis erzielt werden (Neurochirurgie, Radiologie) ist nur ein kleiner Teil der Spezialisten überhaupt in der freien Praxis tätig... Der grosse Rest arbeitet in Spitälern; wer sich die Löhne für Oberärzte in BS anschaut (http://www.vbao.ch/vbao/media/download_gallery/L%C3%B6hne%C3%84rztebs.pdf) wir schnell feststellen, dass wenn Spitalärzte in die Überlegung miteinbezogen werden, der Hausarzt nicht mehr als Arzt "mit dem schmalsten Portemonnaie" bezeichnet werden kann (übrigens, die Ärztestatistik und die kantonalen Lohntabellen zeigen auch, dass Ärzte im allgemeinen eher selten über ein wirklich schmales Portemonnaie verfügen). Als frischgebackener Assistenzarzt weiss ich, dass für meine Kollegen welche nicht Allgemeinmediziner werden wollen, nicht der Lohn das Hauptproblem ist. Im Gegenteil, die meisten davon sehen sich langfristig im Spital - mit allen Nachteilen bezüglich Lohn und Arbeitszeit. Was viele vom Hausarztberuf abschreckt ist Tatsache, sich mit 30-35 Jahren fest an eine Praxis und somit einen Ort zu binden. Die meisten wählen aber ihr Fachgebiet ganz einfach nach Interesse. Und nicht zuletzt: Aufgrund steigender Anmeldezahlen zum Numerus clausus bei gleichbleibender, künstlich zu tief gehaltenen Studienplatzzahl, wird die Selektion immer härter; Eliten bringen aber häufiger spezialisierte Interessen mit und bilden sich dann auch entsprechen weiter.

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  • Toni Brunner: „Eine Hebamme braucht keine Matura“

    Die Statements der beiden SVP Exponenten zeigen eindrücklick was passiert, wenn Leute über Dinge sprechen, von denen sie nichts verstehen. Gerne erinnere ich an Toni Brunners "grösstes Manko" anlässlich seiner Wahl zum SVP Parteipräsidenten: der selbsternannte Schulexperte sprach kein Französisch - obwohl davon auszugehen ist, dass Französisch auch im Toggenburg auf dem Stundenplan gestanden hätte. Zumindest dazumals scheint sich der junge Toni nicht für die Schule interessiert zu haben. Auch Ueli Maurer kennt die von ihm viel kritisierten Gymnasien und Hochschulen nur vom Hörensagen - die Matura hat er ebenfalls nicht abgeschlossen. Der interessierte Beobachter der SVP "Schulpolitik" wir den Verdacht nicht los einzelne Exponenten der Partei betieben anstatt objektive Sachpolitik Vergeltung für die eigene weniger erfolgreiche Schulkarriere. Ebenfalls möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Hebammen mehr tun als "nur" Kindern auf die Welt zu helfen - und - dass die SVP gerne verschweigt, dass für viele der angeblich "akademisierten" Ausbildungen die Matura nur eine von verschiedenen Eintrittsmöglichkeiten ist (neben abgeschlossener Lehre, Fachmatura...).

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  • Herr Zwick, was bringt Ihre Vorlage eigentlich den Patienten?

    "Es wäre vorstellbar, dass es an allen drei Standorten ein möglichst breites Angebot geben wird, so dass der Patient selber entscheiden kann, wo er hin will. Dafür wechseln dann die Spezialisten je nach Bedarf von einem Standort zum anderen, um die gewünschte Behandlung vorzunehmen." Auf den ersten Blick lässt sich nicht erkennen, wie das Auf- und Abfahren von "Spezialisten" (man könnte auch einfach von Ärzten sprechen - marketingtechnisch ist "Spezialist" aber sicher besser) quer durch den Kanton zu einer höheren Effizienz beitragen soll... "Effizient" - im Sinne der Kosten für die Spitäler - wird dies nur dadurch, dass Land auf - Land ab Überstunden des ärztlichen Personals eher selten kompensiert oder gar ausbezahlt werden - dies notabene bei einer Wochenarbeitszeit die vertraglich ohnehin auf 50 Stunden festgelegt ist. Für den Erfolg verschiedener Eingriffe sind weiter nicht nur die Erfahrung des Operateurs, sondern auch jene des ganzen Teams im Operationssaal und in der Nachtbetreuung wesentlich. Im Sinne einer hochwertigen Medizin ist Peter Zwicks Szenario deshalb nicht. Peter Zwicks Erfahrung im "scharfen Konkurrenzkampf"(Zitat www.peterzwick.ch) in der Ettikettierbranche in Ehren - aber Spitäler können nicht primär nach betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Gesichtspunkten geführt werden.

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