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  • Herr Flassbeck hat schlechte Neuigkeiten

    Mit Blick auf die heutigen Diskussionen über die Krise in Europa wirkt dieser Artikel sechs Monate später noch glaubwürdiger, eindrücklicher und damit noch beängstigender. Seit Jahren versuche ich in Diskussionen klar zu machen, dass Politik einen volkswirtschaftlichen Primärfokus haben muss und keinen betriebswirtschaftlichen. Was nützt mir aber die reale Bestätigung und die Bestätigung durch Herr Flassbeck? Zu viele Betriebswirtschafter wirken als Lobbyisten und in Verbänden und nehmen fatalen Einfluss auf die Politik und deren Strategien, Strukturen und Haltungen. Volkswirtschaftliches Denken setzt aber eine ganzheitliche Haltung, Empathie und soziales Gewissen voraus und nicht monetäre, privatisierte Gewinnmaximierung mit Ausgrenzungshaltungen. Schon längst hat die Wirtschaft es verstanden mithilfe der Politik möglichst viele Kosten zu externalisieren und den Gewinn weitestmöglich zu Privatisieren. Der Verantwortungsvolle Patron musste längst dem ungebundenen, aktienmarktorientierten Manager weichen. Auch diese Entwicklung ist ein Hemmnis für eine volkswirtschaftlichen Haltung der Politik, resp. der Politiker. Man könnte es auch noch in einer anderen Form erklären. Die Politik darf im Grunde genommen keine äussere Systemgrenzen ziehen, sie kann die Verluste nicht einfach outsourcen, sprich externalisieren. Politik muss eine gesamtheitliche Systembetrachtung haben, im Gegensatz zur Betriebsführung, die, falls ihr Betrieb als systemrelevant eingestuft wird, einfach ihr Risiko der Gesellschaft überlasten können (z.B. UBS-„Rettung“).

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