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  • «Unser Gesundheitswesen ist pervers»

    Kritiker des Fallpauschalensystems gibt es auch in Deutschland im Dutzend billiger, ihre Argumente sind aber nicht immer schlüssig. Die gern geäußerte Behauptung, es würden wegen der Fallpauschalen "zu viele" oder gar "unnötige" Operationen getätigt, ist durch nichts belegt. Auch dass die Patienten zu Tausenden "blutig entlassen" würden, ist eine hartnäckige Legende, die keine reale Grundlage hat. Was nicht bedeutet, dass das Fallpauschalensystem perfekt ist. Der Bürokratieaufwand ist explosionsartig gestiegen, der Druck auf die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter ist enorm. Aber auch das ist nur zum Teil auf die FP zurück zu führen, denn das Gesundheitswesen muss immer Kompromisse finden zwischen den Interessen der Patienten und den Interessen der Beitragszahler. Dies wird, gerade unter der zunehmenden Alterung der Bevölkerung, immer schwieriger, und das spüren die Leistungserbringer, unabhängig vom Abrechnungssystem. Seltener als Kritiker sind konstruktive Geister zu finden, die tatsächlich neue, gute Ideen haben, wie man die Probleme im Gesundheitssystem angehen kann. Herr Professor Binswanger gehört scheinbar nicht dazu.

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