CB
  • Zum Abschied von Philipp Loser

    Aber leider nicht der erste. Auch ich werde mich von der Tageswoche jetzt wohl mal verabschieden. Auch wenn's wirklich schwer fällt: Man kann ein Abo nicht ewig rein aus Hoffnung auf bessere Zeiten halten! Wenn man zugleich sieht wie es seit mindestens einem Jahr nur noch immer abwärts geht: Ein wenig Realismus sollte man vielleicht doch noch haben! Das fing an mit "Umstrukturierungen" vor einem Jahr - wo man sich als Leser eigentlich nicht "mehr Struktur", sondern eher "mehr Gestaltung" gewünscht hätte. Zumindest ich, und vor allem im Online-Auftritt. Immerhin wurde dessen "Stärkung" damals ja angekündigt - aber auch heute noch ist der Auftritt hier für mich noch viel zu chaotisch: Eine Mischung aus mehreren Blogs, sehr verschwenderisch auf der Website angeordnet, aber nirgends thematische Gestaltung. Eine völlig beliebige Mischung aus FCB, Weltpolitik, ein wenig Kultur, dann mal eine Quartierstory, und das an verschiedenen Stellen auf der Seite in verschiedenen Formaten verstreut. Man wird als Leser nicht wirklich geführt! Ist das vielleicht "modern" und ich bin einfach zu altmodisch? Hmm - kann natürlich sein, aber so bin ich nun mal eben! Ich würde z.B. gerne den Sportteil einfach überblättern, manchmal auch den Lokalteil, aber am nächsten Teil will ich den vielleicht gerade besonders studieren. Nur ist die lokale Neuigkeit, deren Titel ich gestern gesehen hatte, schon wieder von irgendeinem Sotschi-Zeug "überdeckt"... Klar, es gibt die Rubriken im Titelbalken, aber z.B. der Tagesanzeiger macht das in meinen Augen ganz entschieden besser! Nur: Der will ja eigentlich eine "Zeitung" sein, mit Online-Auftritt nur "nebenbei"... Man kann vielleicht auch sagen: Dem Online-Auftritt fehlte "Redaktion". Redaktionelle Gestaltung, von den Inhalten her. Nur: Ausgerechnet die Redaktion wurde ja dann in den folgenden Monaten nach und nach entlassen! Nein, natürlich nicht ganz, aber alles so irgendwie "hinten herum" dass man es immer zuerst auf anderen Medien lesen konnte bis es dann ganz winzig und versteckt auch mal bei der TW selber kam. Machtkämpfe? Man konnte und kann als Aussenstehender nur spekulieren! Jedenfalls keine Vorgänge, von denen man kreative Schübe erwarten würde. Die aber ein Medium wie die TW eigentlich täglich nötig hätte! Jedenfalls sehr viel dringender als diese oder jene "Struktur"! Für mich als Leser waren es, trotz oder vielleicht gerade wegen der minimalen Kommunikation jeweils immer neue Schocks. Wie viele davon kann man vertragen, wenn man eigentlich auf Entwicklungen hofft? Und jetzt also auch noch Philipp Loser. Den man scheinbar nicht ganz so gerne ziehen lässt. Aber vor diesem Hintergrund wundert es einen auch irgendwie nicht mehr. Irgendwie hoffe ich ja noch immer, dass aus der TW mal ein lebendiges neues Medienprodukt für Basel und die Region wird: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber ich muss halt doch ganz klar sagen: Das letzte Jahr war in meinen Augen völlig verloren, und die Startbedingungen scheinen mir jetzt schlechter als ganz am Anfang - weil auch schon zu viele andere Leute den Glauben verloren haben! Also: Falls es doch noch zu einem echten und wirklich sicht- und spürbaren Neustart innerhalb der von der Sponsorin gesetzten Startfrist von vier Jahren kommt bin ich sofort wieder mit dabei! So aber wie das seit einem Jahr hier läuft habe ich schlicht keine Lust mehr, ein Produkt zu unterstützen wo ich schon lange keine Fortschritte mehr sehe und schon gar keinen Enthusiasmus mehr spüre. Schade!

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  • Die Luft wird dünn

    Liebe Herren Müller und Schaub, Es sei natürlich jedem unbenommen, fröhlich seinen Triumph über den scheinbaren "Sieg" am 9.2. heraus zu posaunen - solange es noch etwas zu posaunen gibt! Es ist aber auch erlaubt, ein wenig in die jüngste Vergangenheit zu schauen: Stichworte "Swissair" und "Bankgeheimnis". Beide gehörten zum stolz verteidigten Bestand der "echten Schweiz", wo kein Ausländer uns irgendetwas hinein zu reden hat. Wie hochmütig wurde noch vor weniger als 10 Jahren das Bankgeheimnis als eine Art uneinnehmbare Festung gerühmt - und jeder der es in Zweifel zog war automatisch ein schlechter Patriot! Heute wird die ehemalige Swissair von Berlin aus gemanagt, und wohin die Reise in Bezug auf Bankgeschäfte und Steuern geht bestimmt einzig und allein die OECD - die Schweiz hat da nichts mehr zu melden. Es sei denn sie beschränkt sich ganz auf Schweizer als Kunden. Was heisst das jetzt in Bezug auf den mutwilligen Abbruch der "Bilateralen Verträge" mit unserem direkten Nachbarn, den wir am 9.2. beschlossen haben? Könnte die Schweiz sich einfach genausogut mit der NAFTA oder der ASEAN zusammenarbeiten - oder gibt es vielleicht gewichtige, z.B. rein geographische Gründe für eine besonders enge Zusammenarbeit mit der EU? Und heisst Stärke für die Schweiz, einfach hochmütig sämtliche Nachbarn vor den Kopf zu stossen, oder könnte es vielleicht auch heissen, ein wenig Realitätssinn zu bewahren? Hat die jetzt von so vielen in so vielen Foren von den 50.3-ern beschworene schweizerische Stärke nicht etwas ziemlich halbstarkes? Zumal sie ja auch nur die Hälfte der Schweiz wirklich repräsentiert, von der wiederum viele glaubten, es gehe bei der Abstimmung in erster Linie um eine Begrenzung der Zuwanderung? "Das stand doch auf den Plakaten!" - oder etwa nicht? Was in 10 oder 20 Jahren mit der Schweiz sein wird weiss niemand. Die beiden obigen Beispiele lassen aber auch ein Szenario als denkbar erscheinen das eine Art unfreiwilligen EU-Beitritt aus reiner Not beinhaltet. Wie ihn zwar wohl so keiner will, aber manchmal sind die Umstände dann eben stärker als die eigenen starken Worte! Siehe Swissair und Bankgeheimnis, die auch niemand wirklich preisgeben wollte...

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  • Profitieren vom Erfolg – oder haften für die Pleite

    Und dennoch haben Sie genau mit Ihrer Stimme all die von Ihnen beklagten Missstände weiter zementiert: Sie sind doch nicht die Folge der offenen Grenzen, sondern der Klüngelwirtschaft unserer "Eliten" in Politik und Wirtschaft! Oder anders gesagt: Über Ihren "Denkzettel" werden sie sich freuen! Nur ER ist aber so konsequent, dass er diese Agenda immer und immer nur vor Augen hat; andere werden manchmal noch von schwachen humanen Zuckungen befallen, die aber nicht wirklich etwas bewirken, weil Konsequenz und Herzblut fehlen. Denn was will ER denn mit der Schleifung der bilateralen Verträge erreichen, die durch die Aufkündigung der PFZ erreicht wird? (Dass sehr viel weniger Ausländer kommen ist ja wohl kaum zu erwarten!) Letztlich geht es ihm doch um die noch immer weitergehende Re-Feudalisierung der Schweiz! Denn wenn er sagt: "Wir" wollen die Zuwanderung selber steuern dann meint er doch: Er und seine Topmanager- und Politiker-Spezis wollen diese Steuerung nach ihren eigenen Kriterien kontrollieren. Zu ihren eigenen Gunsten. Und wenn einer nicht mehr gebraucht wird: Raus mit ihm! Den deutschen Bodenleger als Fahrer werden "sie" folglich weiterhin "brauchen" - weil er billiger ist! Man muss doch nur den Lohn tief genug ansetzen um sicherzustellen dass man keinen Schweizer für den Job findet... Kurz: SEIN Traumbild der Schweiz ist eine Insel von sehr Wohlhabenden (ihm selber und seinen Spezis), umschmeichelt von einem Volk, das völlig unter der Kontrolle dieser Gruppe ist, aber darauf auch noch stolz - mit einem Schweizerpass als Ehrenzeichen! Diese "Schweizer" werden dadurch diszipliniert dass es ihnen immernoch ein klein wenig besser geht als den völlig rechtlosen Ausländern, die man überall nach Bedarf herholt - und wieder wegwirft: die Europäische Menschenrechtskonvention gehört ja in den Augen dieser Leute auch schon längst abgeschafft! Und das Tolle dabei: ER kann sogar den "Protest" gegen diese Entwicklung als Wasser auf seine Mühlen umleiten! Beispielsweise alle Ihre "wieder und wieder"... Sämtliche Ängste werden da immer wieder gezielt angesprochen, um so Stimmen für Anliegen zu finden, die mit den Ängsten meist herzlich wenig zu tun haben - aber wen kümmert das schon? Hauptsache die Stimmen kommen! Und es hat tatsächlich wieder voll geklappt! Für diese Raffinesse muss man IHN manchmal schon fast bewundern - wenn das Ganze nicht so unglaublich zynisch wäre! Und ich muss ehrlich sagen, dass ich ihm einen solchen neuerlichen Dreh an der Feudalisierungs-Schraube eigentlich nicht mehr wirklich zugetraut hätte, in seinem doch langsam schon etwas vorgerückten Alter... Wie man sich täuschen kann!

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  • Fragen und Antworten zur Auflage der TagesWoche

    EINERSEITS war ich bis vor ein paar Tagen ja auch irgendwie der Meinung, die TaWo hätte über 20'000 bezahlende Abonnenten. Was aber nicht zu stimmen scheint, wobei das nicht nur die Schuld der TaWo ist, sondern auch der WEMF, die scheinbar eine sehr seltsame Berechnung zur Bestimmung der Auflagen anstellt. Trotzdem ist man irgendwie "enttäuscht" - wenn man sich vorher getäuscht hatte und jetzt eines Besseren belehrt wurde! Das ist aber kein juristisches Problem, sondern "nur" ein Image-Problem. ANDERERSEITS geht es in Bezug auf das Finanzielle ja um Werbetreibende. Denen es aber wiederum auch herzlich egal ist, ob die Leute für die vertriebenen Zeitungen bezahlt haben oder nicht. Sonst würden sie doch niemals in "20 Minuten" Inserate schalten! Anders gesagt: denen geht es nur um Leser. Die aber die TaWo durch WEMF (bisher??) nicht erheben lässt. In anderen Worten: Beglaubigte Leserzahlen für die TaWo scheint es nicht zu geben. Was nun die Flughäfen anbelangt so ist es doch so, dass die dortigen Exemplare ja ebenfalls auch gelesen werden. Ob gründlicher oder weniger gründlich als zu Hause müsste man zuerst untersuchen bevor man da was behauptet. Jedenfalls ist es Unsinn, diese Zeitungen als praktisch "gedrucktes Altpapier" zu bezeichnen (auch wenn sie irgendwann so enden): Die sind als Werbeträger nicht prinzipiell schlechter als Zeitungen zu Hause. Hier ist also das einzige Problem nicht die Zahl, sondern die Tatsache, dass Werbende in einem als primär "baslerisch" verstandenen Medium kaum sein Zielpublikum erreicht, wenn es vom Bündner Geschäftsmann auf seinem Flug von Zürich nach Johannesburg gelesen wird!

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  • Telebasel fragt – die TagesWoche antwortet

    Das betrifft jetzt vor allem die Diskussion zwischen den Herren Leuthold und Hürlimann. Für mich ist es die Frage, ob "Redefreiheit" eigentlich heissen muss: Jeder platzt immer unmittelbar mit allem gleich heraus was ihm/ihr so einfällt? Ist es euch noch nie passiert dass ihr mal "ganz klar eure Meinung" herausposaunt habt (in einem Forum, Brief, Leserbrief oder einfach direkt in Worten) - und dann eine Weile - und ein paar Gedanken - später diesen Schritt zu bereuen? Ich glaube, dass doch jeder, der alt genug ist, so etwas schon erlebt haben sollte. Ist das Zensur? Ist das eine Beschneidung meiner Redefreiheit? Nein, denn wenn ich sofort mit allem was mir in den Sinn kommt herausplatze dann sage ich Dinge, die ich nachher überhaupt nicht gesagt haben will. Aber "Redefreiheit" sollte doch eigentlich heissen: "Ich sage was ich will" - und zwar wirklich! Also nicht einfach "Speaker's Corner": einer plappert vor sich hin, niemand hört zu... (So ähnlich wie mir manchmal auch die Broder- oder Matussek'schen Schreibereien vorkommen: war ja mal ein wenig amüsant, lese ich aber schon lange nicht mehr - und ich vermisse nichts dabei...) Internet/Online-Foren haben nun aber die ganz besondere Eigenschaft, dass sie diese Art der Rückbesinnung nicht fördern, sondern eher im Gegenteil. Darum hat man dann Moderatoren, die aber diese Funktion nur unzureichend erfüllen können. Mein völlig unmoderner (??) Traum ist also: Ein Forum, wo Postings immer zuerst bis zum nächsten Tag abgelegt werden. Dann bekommt der Schreiber sie nochmals zurück gemailt mit der Frage: Wollten Sie das wirklich so sagen? Und erst wenn man das dann ausdrücklich bestätigt wird der Text publiziert. (Hmm, ok, auch dann kann man natürlich einfach blind "ok" drücken - und sich nerven dass das so lange geht...) PS: Bevor hier nun weiter auf den "verschwundenen Beiträgen" herumgeritten wird, nehmt doch bitte auch das kurze Statement von David Bauer zur Kenntnis!

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  • «Quoten sind eine Schweizer Tradition»

    ...der sagt implizit auch, dass Frauen bisher aus reiner Unfähigkeit nicht in Verwaltungsräten gelandet sind! Entsprechende Schlussfolgerungen betreffend Frauenbild und "Leistungs"-Begriff liegen auf der Hand...

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  • Klein und fein – das ist nicht genug

    Die TagesWoche ist noch lange nicht das was sie eigentlich sein sollte und müsste: sozusagen die Neuerfindung der "Zeitung" in Zeiten des Internet! Nicht mehr und nicht weniger. Und lange konnte man als Leser miterleben, dass sie das zwar tatsächlich noch lange nicht war, aber spürbar "unterwegs". Als Abonnent zahlte man also nicht nur ein Produkt, das man genau so wirklich haben wollte, sondern ein Stück weit auch die Hoffnung und Zuversicht, dass es im Werden ist, und auf einem guten Weg. Und dann wurde vor einigen Monaten plötzlich der komplette Umbau der Strukturen verkündet. Und ich hatte das ungute Gefühl: Entweder ist da nach so kurzer Zeit schon Krach und Kampf im Haus, oder die schlechte Stimmung wird jetzt durch Eingriffe "von oben" erst erzeugt. Egal wie: Meine Hoffnung und Zuversicht wurde stark gedämpft und wich vorsichtiger Skepsis, ob das Boot wirklich noch auf Kurs ist? Denn Aufbau, echter Enthusiasmus, Engagement für eine neue Sache usw. usw. gedeihen nicht in einem Klima, wo "Strukturen" und "Umstrukturierungen" auf der Agenda eine zu hohe Priorität einnehmen! Umstrukturierungen, selbst in der Not vielleicht notwenige, schlagen Wunden, erfordern anschliessend viel Kraft zur Heilung - die dann zum qualitativen Wachstum und für die eigentliche Entwicklung fehlt. Seither erlebe ich auch tatsächlich nicht mehr viel von echten sichtbaren Fortschritten! Wenn ich an das Interview mit Dani Winter im "Klein-Report" denke (im Frühsommer 2013), wo z.B. stand, die TW solle "online vollständiger werden": Ja das hatte ich mir auch schon lange gewünscht! Noch immer ist es aber so dass einen die TW auf der Einstiegsseite nur mit einer kleinen Auswahl an Kraut-und-Rüben-Newsmix begrüsst, von Roger Federer über Strassenproteste in Kiew und dann noch mit ein wenig Gundeli-Quartierklatsch gemischt. Schön und gut, aber wenn ich mich kurz und schnell über die wichtigsten Ereignisse des Tages informieren will gehe ich dann doch lieber gleich zum Tagi, zum Spiegel oder irgendeinem anderen "Grossen"! Und dabei ist es ja nicht einmal so dass die Dinge nicht irgendwo auch in der TW alle entweder stehen oder verlinkt sind. Das war anfangs tatsächlich noch nicht so. Nur merkt man das erst wenn man die Ûbersicht sich woanders geholt hat... Vielleicht hat sich auch nur mein Blick verändert? Vor einem Jahr habe ich solche Dinge als "Anlaufschwierigkeiten" mit Wohlwollen ignoriert. Heute - und vor allem nach dieser für mich doch ziemlich aufschreckenden Umstrukturierung! - sehe ich so etwas sehr viel kritischer. Ja und jetzt dies: Da werden uns eine Reihe von Abgängen von wirklich bisher mittragender Persönlichkeiten in der Redaktion nur einfach mit einem Satz und einem hölzernen "...wir danken und wünschen viel Erfolg" abgehandelt! Man versteht nicht was da vorgeht, man erfährt auch kein einziges klärendes Wort - und man fürchtet Schlimmeres im Nachgang. Sicherlich sind es schon wieder die nächsten Wunden, die zunächst mal auskuriert werden müssen. Kurz: Meine Zuversicht was die Entwicklung dieses jungen Medienkindes anbelangt ist im steilen Sturzflug befindlich! Und das finde ich doch ziemlich schade und erschreckend nach kaum mehr als zwei Jahren. Im Bild gesprochen kommt mir das vor wie ein kleines Kind das schon deutliche Symptome der Vergreisung zeigt: Macht, Strukturen, Abgänge begleitet von geschliffenem Manager-Blabla... Nur mein Wunschdenken wehrt sich noch, hier den Stab zu brechen und das Abo gleich zu kündigen!

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  • comparis.ch warnt vor Prämien-Kosten-Schere im Gesundheitswesen

    ...allein - wie soll ich das denn glauben? Hier wird davon gesprochen dass die KK-Prämien "die Gesundheitskosten decken" sollen. Tun sie aber sowieso nicht: einen nicht unwesentlichen Teil tragen nach wie vor die Steuerzahler (via Kantone) - und ich bin da natürlich froh drum, denn die Verteilung zwischen Steuer- und KK-Finanzierung ist ja eine rein politische: entweder zahlen je nach Einkommen, oder pro Kopf. Und mir scheint dass der Trend, die hohen Einkommen immer mehr von Gesundheitskosten zu entlasten (=Finanzierung durch KK statt Steuern) ist schon heute an einem Punkt wo es trotz Prämienvergünstigungen in Härtefällen nicht mehr viel verträgt: die Zitrone (=die unteren und mittleren Einkommen) ist langsam ausgequetscht! Ausserdem hat man ja seit Jahren den Eindruck, dass "Kostensenkungen im Gesundheitswesen" meist eh immer nur Verschiebungen von einer Tasche in die andere sind: vom stationären in den ambulanten Bereich, von der Arztpraxis in den Notfall, etc. etc. Oder von der KK zu den Patienten, indem man z.B. selektiv Dinge aus der Grundversicherung streicht: da kann dann eine Mehrheit auf Kosten einer Minderheit Kosten sparen (es lebe der Missbrauch der Demokratie!). Der Grund ist wohl dass ausser den Patienten sowieso niemand die Kosten wirklich senken will: das sind ja zugleich auch Umsätze und Gewinne! Und wiederum die Patienten sind die einzigen, die in der Politik keine Lobby haben... Kurz: Wer wieder mal massive Prämienerhöhungen verkaufen will sollte zuerst einmal massiv die Transparenz im Gesundheitsbereich erhöhen, weil sonst einfach jegliche Glaubwürdigkeit fehlt! Mir scheint das Ergebnis der "Managed-Care"-Abstimmung war nicht zuletzt auch ein Misstrauensvotum gegenüber den Gesundheitspolitikern.

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  • Das Ende einer unrühmlichen Provinzposse

    Abgesehen davon dass ich Herrn Martens nur zustimmen kann: "Provins ist überall..": Hier geht es halt auch wieder um das Grundproblem aller Stadtplaner, Heimatschützer usw: Die Ästhetik irgendeines Gebäudes usw. macht ja nicht an den Parzellengrenzen Halt, sondern ist immer nur in der "Gesamtheit" zu beurteilen. Um die es aber wiederum bei einem einzelnen Bau- oder Gestaltungsentscheid nie geht! Und aus diesem Grund sind alle Debatten, wo Ästhetik eine Rolle spielt, eigentlich Stellvertreter-Debatten! Was nur leider auch nicht heisst dass Ästhetik nicht wichtig wäre. Typisch ist ja immer eine Entwicklung etwa folgendermassen: 1. In einem irgendwie "gewachsenen" und insgesamt vielleicht auch halbwegs harmonischen Ensemble bekommt ein Bauherr die Erlaubnis, irgendeine Scheusslichkeit hinzusetzen. Er hält sich an Baulinien, ändert auch nicht den Zonenplan, und reisst auch kein denkmalgeschütztes Gebäude ab. Juristisch gibt es also keinerlei Handhabe gegen diesen Schritt (nur der gute Geschmack des Bauherrn oder Architekten hätte hier bremsend wirken können)! Dennoch ist der Gesamteindruck nachher irgendwie "vor-verdorben". 2. Ein nächster Bauherr will eine noch grössere Scheusslichkeit hinsetzen. Ihm kann man schon nicht mehr wirklich widersprechen weil er ja kein irgendwie harmonisches Ensemble mehr stört. 3. usw.: ...und danach gibt's kein Halten mehr! Der Claraturm ist ja nun wirklich ein Beispiel, wo 1. und 2. (und wohl auch 3...) schon längst gelaufen sind! Es wird zwar lokal ein noch "halbwegs harmonisches" Ensemble zerstört, aber in der Gesamtheit sind Hopfen und Malz tatsächlich schon lange verloren - nicht zuletzt "dank" dem schrecklichen Messeplatz-Monstrum (um keine unflätigeren Namen hier zu verwenden...). So gesehen ist Widerstand irgendwie hilflos (weil er zu spät kommt) - und die Befürwortung eines weiteren Monstrums trotzdem auch etwas zynisch - auch wenn das Kind schon lange im Brunnen liegt und nicht mehr zu retten ist...

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  • Wie Demokratie funktioniert. Heute: die Familieninitiative

    Die Abstimmung ist gelaufen - da brauchen Sie die alten und längst auf und ab durchdiskutierten "Kampfparolen" und Links nicht mehr hervor zu rollen: Das interessiert niemanden mehr! Ich hatte die Abstimmung ja zunächst für eine eher "Sachabstimmung" gehalten, habe dann im Laufe der Diskussionen aber gemerkt, dass man hier primär ideologisch denken muss, nicht logisch, um die beidseitigen Argumente zu verstehen. Und wie "ticken die Schweizer" denn nun ideologisch, aus Sicht des vergangenen Wochenendes? - Wenn's um Wirtschaft geht sind sie stramm konservativ (sogenannt "bürgerlich-liberal") - siehe "1:12". (Das Argument "...aber die Abzocker-Initiative...?" zählt nicht: Da haben die Leute nur begriffen, dass sie hier mal völlig folgenlos "die Sau rauslassen" können, da man ja eh damit den Bock zum Gärtner macht!). - Wenn's um Familie, Bildung usw. geht sind sie nicht ganz so stramm, aber doch mehrheitlich Sozialisten - siehe "Familieninitiative". Das Resultat ist zwar nicht wahnsinnig "sozial", aber "sozialistisch": aus dieser Sicht ist "progressives Familienmodell" nur mit Fremdbetreuung zu haben! (War bei den Sowjets oder im schwedischen oder belgischen "Sozialismus" schliesslich auch nie anders...).

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