DK
  • Wie die Band Black Mountain ausgeraubt wurde – und sich Instrumente für den Gig in Basel beschafft

    Hä? Einige Songs "funktionieren" nicht ohne Mellotron? Dann sind es schlechte Songs. Und die Vintagegitarre nimmt man natürlich mit ins Hotelzimmer.

    Zur Diskussion
  • Basler CVP-Chefin Strahm kritisiert Rechtskurs von CVP-Präsident Pfister

    Oha, Herr Fisch, das ist aber mal ein Lob von ganz unerwarteter Seite :-).

    Zur Diskussion
  • Wie die St. Jakobshalle mit kuriosen Auflagen Veranstalter abzockt

    Ist doch ganz einfach: Alle relevanten Unterlagen einfordern, basierend auf dem Öffentlichkeitsgesetz, wie ich das beim EDA laufend tue bezüglich deren Unterstützung von antiisraelischen/antisemitischen NGOs. Wenn das ED zickt, Schlichtungsverhandlung beim Datenschützer verlangen.

    Zur Diskussion
  • «Nutzniesser verabscheuen Nestbeschmutzer» – Tom Fischer antwortet Knackeboul in der Affäre Sophie Hunger

    @Henk Es ist doch ganz einfach: Wer sich seine Karriere selbst finanzieren kann, braucht keine Steuergelder. Ich zahle nicht Steuern, damit Bea Oeri im Birds Eye während den Konzerten auf ihrem Handy rumdaddeln kann. Oder dafür, dass Hunger sich in Berlin einen faulen Lenz macht und über die Schweiz ablästert. Oscar, Grammy etc. beinhalten kein Preisgeld und sind Preise, die die Industrie auslobt, keine Steuergelder. Wie auch der lächerliche Swiss Music Award etc. Die können von mir aus machen was sie wollen. Auch der Nobelpreis wird nicht mit Steuergeldern finanziert, sondern aus dem Nachlass von Alfred Nobel. Staatliche, mit Steuergeldern finanzierte Preise sind immer Förderpreise, oder sollten es zumindest sein. Alles andere ist Zweckentfremdung von Steuergeldern. Für «Erfolg» sollten keine mit Steuergeldern dotierten Preise verliehen werden, denn wer Erfolg hat, verdient auch genug. Oder sollte dafür gesorgt haben, dass er genug verdient, was in der Musikszene zugegebenermassen oft nicht einfach ist. Auf jeden Fall braucht es unabhängige JurorInnen.

    Zur Diskussion
  • Verzückt, verhüllt, verzweifelt

    "Was an Bade­stränden in Europa für heftige Diskussionen sorgt, ist in Tel Aviv Alltag: Die einen gehen halb nackt ins Meer, die anderen halten sich züchtig bedeckt" Oha, und das ausgerechnet in dem von der TAWO regelmässig als "Apartheitstaat" diffamierten Israel...

    Zur Diskussion
  • Liberté in Gefahr? Frankreichs autoritäre Versuchung

    Ogott, nein, Herr Hage, bitte nicht noch ein sühnegezeichneter deutscher Schuldumkehrer, der um Israel, mit dem er es «gut meint» und mit dem er «seit Jahrzehnten verbunden» ist, «entsetzliche Angst» hat, weil das «heutige Israel zum grössten Fein seiner selbst» geworden ist, und der auf seinem Recht besteht, dies alles auch «laut sagen zu dürfen» Eigentlich sollte ich es mit Sprüche 26.4. halten: Antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit, damit nicht auch du ihm gleich wirst! Denn meine Argumente werden nicht zu Ihnen durchdringen, die Verblendung ist zu gross. Ich versuche es trotzdem. Die vermeintliche Tabuisierung von «Israelkritik» (dieses Wort existiert übrigens nur für Israel, es ersetzt das Wort «Antisemitismus», welches nach Auschwitz nicht mehr opportun ist) ist mittlerweile auch durch eine langjährige Studie von Prof. Monika Schwarz-Friesel, Leiterin des Fachgebietes Allgemeine Linguistik und Antisemitismusforscherin an der TU Berlin, empirisch belegt. Seit zehn Jahren erforscht Schwarz-Friesel die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt mit dem Resultat: Kein anderes Land der Welt wird in den Medien so oft, scharf und zu unrecht kritisiert wie Israel. Schwarz-Friesel untersuchte u.a. negative Begriffe in Artikeln über Israel («Verbrecherstaat», «Unrechtssystem», Vergleiche mit Nazi-Deutschland, Superlative wie «der schlimmste», «die grösste Gefahr für den Weltfrieden» etc.). Zum Vergleich wurden Artikel über Konflikte und Menschenrechtslagen in anderen Ländern ausgewertet (Russland, Nordkorea, Saudi-Arabien etc.). Keines kam so schlecht weg wie Israel. «Hier hat sich in den letzten Jahren wiederholt gezeigt, dass im allgemeinen Kommunikationsraum ein extrem einseitiges und sehr negatives Israel-Bild vermittelt wird», so Schwarz-Friesel. Die Analyse von 400 Schlagzeilen während des Gaza-Konflikts 2012 ergaben: In 75 Prozent der Fälle wurde Israel als die treibende Kraft des Konflikts gezeichnet. Selbst dann, wenn es in Wahrheit nur reagiert. Unvergessen diesbezüglich die Focus-Schlagzeile «Israel droht mit Selbstverteidigung.» Wann und weshalb man die TAWO zu kritisieren hat und wann sie es «verdient», bestimmen Sie. Wer in Israel Opfer ist und sein darf, das bestimmen ebenfalls Sie, richtig? Das Opfer muss rein und unschuldig sein, wie die von der Weltgemeinschaft mit Milliarden alimentierten Palästinenser, die schon mal ihre Kinder zum Steinewerfen losschicken und die israelischen Streitkräfte bitten, sie zu Propagandazwecken zu töten. https://www.youtube.com/watch?v=AMr-o3jRVR0 Ihre Enttäuschung über die Jüdinnen und Juden, die in Israel nicht Opfer bleiben wollen, mündet in abstruse, historisch und faktisch falsche Anschuldigungen gegen Israel/Juden (ich bezweifle, dass Sie mit «Israel» die dortigen Araber meinen, die in Israel mehr zivilrechtliche Freiheiten geniessen, als in irgend einem anderen arabischen/muslimischen Land), die Ihnen die Entschuldung für das von Deutschen begangene, grösste Verbrechen der Menschheitsgeschichte, erleichtern sollen. Es ist dann nicht mehr weit bis zur Vernichtungsvision. Auch worum es in Brändles Artikel geht, bestimmen Sie, nämlich nicht um «Franzosen jüdischen Glaubens noch geschweige denn um das Verhältnis Frankreich-Israel». Die in meinen Beispielen zitierten Juden sind demnach nicht französische Staatsbürger und haben mit der «inneren Befindlichkeit von La France selbst, hier und heute» nicht das Geringste zu tun, richtig? Lassen Sie mich mit Karl Kraus enden: Ihre Aussagen sind so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig wäre.

    Zur Diskussion
  • Liberté in Gefahr? Frankreichs autoritäre Versuchung

    Es ist schon bemerkenswert, wie die TAWO bei allen ihren Gastkommentatoren (Brändle schreibt normalerweise für die Frankfurter Rundschau, Stuttgarter Zeitung und den österreichischen Standard) stets das Schlechteste zum Vorschein bringt. Sind es womöglich die Vorgaben der Chefredaktion? «Die Angst vor einer Bombe ist aber selbst in der ungezwungenen Atmosphäre des riesigen Normandie-Strandes präsent.» Ja wo soll die «Angst vor einer Bombe» denn sonst präsent sein, wenn nicht an einem dicht bevölkerten «Hausstrand der Pariser Aristokratie»? Aber glücklicherweise sind laut Brändle «rein statistisch gesehen» die Chancen eines Anschlags «minim». Diese Erkenntnis dürfte vor allem die unzähligen Opfer der letzten Anschläge und deren Hinterbliebene beruhigen. Der «einigende Geist von Charlie» sei verflogen, trompetet Brändle, jetzt würden auch «besonnene Bürger» (Pegida, ick hör dir trapsen) verlangen, dass die Polizei «zur Sache geht». Was ja à priori schon mal ganz schlecht ist, da es die «Freiheitsrechte einschränken» könnte, was die konstanten blutigen islamistischen Attacken freilich nicht tun. Dann der zutiefst schockierende Vorfall von Françoise und Pierre Caputo, zwei «unbescholtene Bürger aus Nizza», die, ogott, «aus ihrem Bett hochschrecken» mussten, als bei einer polizeilichen Razzia «vermummte Männer», ohne sich zu entschuldigen (gegrüsst haben sie immerhin), über die Wohnung des Paares in die Nachbarwohnung eindrangen, wo sie einen jungen Mann abführten. Vielleicht hätte es Brändle, der durch derartige Aktionen die Freiheitsrechte eingeschränkt sieht, bevorzugt, wenn «vermummte Männer» des IS bei den unbescholtenen Bürgern aufgetaucht wären? Weiter geht es mit einem in jeder Hinsicht absurden Vergleich zwischen Frankreichs Ausnahmezustand aufgrund von zahlreichen islamistischen Attentaten mit hunderten Todesopfern und dem Militärputsch in der Türkei (!), wo Brändle in Form von Erdogans (Merkels neuem besten Freund) Säuberungsaktionen eine «ähnliche Demarche» wie in Frankreich entdeckt haben will. Schliesslich zitiert Brändle Eric Verhaeghe, ein weiterer «Experte», der uns heute erklärt, was gestern passieren musste: «Niemand weiss, wie weit das Übel noch gehen kann. Bisher ist es nicht zum Phänomen ethnischer Repressalien gekommen. Aber man kann sich fragen, wie lange der scheinbare zivile Frieden noch halten wird.» Mit dem «Übel» sind selbstredend nicht die tödlichen islamistischen Anschläge gemeint, sondern die Massnahmen dagegen, die, Gott bewahre, zu «ethnischen Repressalien» führen könnten. Dass es sich bei der angesprochenen «Ethnie» ausschliesslich um Muslime handelt, die von der linken Presse und Politik unter einen veritablen Artenschutz gestellt wurden, bleibt unerwähnt. Einiges weniger zimperlich ist man bei der «Ethnie» der Juden. In Créteil, einem Vorort von Paris wurde eine jüdische Familie brutal überfallen. «Ihr Juden habt Geld, wo ist das Geld», brüllen die vermummten Täter wieder und wieder hinter vorgehaltener Waffe. Während der fast einstündigen Tortur, bei dem die jugendlichen Kriminellen Ladji, Yazine und Omar Kreditkarten, Computer, Familienschmuck und Mobiltelefone erbeuteten, wurde der 21-jährige Sohn der Familie zusammengeschlagen und seine 19 Jahre alte Freundin vergewaltigt. Die drei aus Afrika und dem Maghreb stammenden Muslime haben ihre Opfer gezielt ausgewählt: «Wir kommen nicht zufällig hierher», sagte einer der Gewalttäter gemäss Zeugenaussagen, «in jedem Fall habt ihr, die Juden, Geld». In Frankreich lebt mit etwa einer halben Million Juden die grösste jüdische Gemeinde Europas. Dem gegenüber stehen rund sechs Millionen Franzosen muslimischer Herkunft. Eine bereits 2014 veröffentlichte Studie der unabhängigen Stiftung «Fondapol» belegt, dass insbesondere Franzosen aus dem «islamischen Kulturraum» heftige Vorurteile gegen Juden hegen. «Mehr als 70 Prozent der Muslime bestätigten bestimmte Vorurteile gegen Juden», so der Direktor der Stiftung, Dominique Reynié. Nur unter den Wählern von Le Pens rechtsradikalem Front National sei der Antisemitismus noch extremer. Roger Cukierman, Vorsitzender des Rates der Jüdischen Institutionen Frankreichs (CRIF), hofft auf Unterstützung der französischen Regierung im Kampf gegen den erstarkenden Judenhass. Doch was ist diesbezüglich von einem Staat zu erwarten, dessen Nationalversammlung vor zwei Jahren der «sofortigen Anerkennung des Staates Palästina» zugestimmt hat. Nachdem während der letzten Gaza-Krise in Paris und dem Vorort Sarcelles, jüdische Geschäfte niedergebrannt, Synagogen und Gemeindezentren attackiert wurden und pro-palästinensische Randalierer auf französischen Strassen «Tod den Juden» skandierten, anerkennt Frankreich einen nicht legitimierten «Palästinensischen Staat», zu dessen «Einheitsregierung» auch die radikalislamische Hamas gehört, deren «Parteiprogramm» nichts anderes zu bieten hat, als den Aufruf zur Vernichtung aller Juden. Einiges pragmatischer gibt sich Benoît Hamon, ehemaliger Europaparlamentarier und aktueller Bildungsminister im Kabinett Valls, der sich nur zu Wahlzwecken für die Anerkennung Palästinas im Parlament eingesetzt hatte. Der sozialistische Ex-Minister erklärte gemäss der französischen Zeitung «Canard Enchaîné»: «Die Palästina-Resolution ist das beste Mittel, Banlieue-Wähler zurückzugewinnen, welche die pro-israelischen Äusserungen von Francois Hollande nicht verstanden haben und die uns während der Gaza-Krise abhanden gekommen sind.» Julien Dray, jüdischer Abgeordneter aus Paris, spricht von einem Tabubruch. Gelbe Judensterne werden auf Briefkästen geklebt, Fussgänger, die eine Kippa tragen, werden beschimpft und verprügelt, nur noch ein Drittel der jüdischen Kinder besucht aus Angst vor Anfeindungen staatliche Schulen. Polizeistatistiken zeigen, dass sich die Zahl antisemitischer Übergriffe in den ersten sieben Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat. Das in der Fondapol-Studie angesprochene «bestimmte Vorurteil gegen Juden», das 74 Prozent der französischen Muslime teilen, ist das Zerrbild des geldgierigen Juden. Doch was ficht das alles den Herrn Brändle und die kontinuierlich israelfeindliche TAWO an.

    Zur Diskussion
  • Noch kein Kistenvelo getestet? Gute Nachrichten

    Bezüglich der hohen Kosten gibt es durchaus Alternativen. Ich empfehle das Cargovelo der Hamburger Firma www.xyzcargo.com. Wir haben uns dieses Bike kürzlich gekauft (2400 € inkl. Regendach, Upgrade Schaltung). Das Bike besteht vollständig aus zusammengeschraubten Aluprofilen und ist so leicht, dass man ohne Motor und mit zwei Kindern im Korb alle massgeblichen Steigungen in Basel meistert (ausser zum Sonnenbad :-). Geliefert wird das Bike montiert (120 € Versandkosten). Ein in jeder Hinsicht lohnender Kauf auch hinsichtlich der Tatsache, dass man beim Kauf oder allfälligen Problemen ( gab es noch keine) immer den Entwickler und Firmeneigner Till Wolfer am Telefon hat, und nicht von einem Grossisten abgespeist wird. Wir haben den Kauf noch keine Sekunde bereut.

    Zur Diskussion
  • Ahmed Aboutaleb: «Lasst euch nicht unterkriegen, Muslime, seht euch als fantastische Bürger der Zukunft»

    Noch eine Ergänzung zu Erasmus von Rotterdam: Er war ein rasender Antisemit. Die Juden waren für ihn nichts Geringeres als eine "Pest" Viele Gründungsväter der westlichen Kultur waren Antisemiten. Während der Renaissance wurde Erasmus von Rotterdam – er lebte von 1466 bis 1536 – als „Fürst des Humanismus“ angesehen. Obwohl ein sehr innovativer Denker, war Erasmus, wie viele seiner Zeitgenossen, Antisemit. Über sein Leben und Denken wurde viel geschrieben. Doch Akademiker, inklusive der berühmte niederländische Historiker Johan Huizinga, vermittelten nur selten den Antisemitismus des Erasmus. Das änderte sich erst Mitte der 1980-er Jahre. Professor Hans Jansen ist Autor eines wichtigen und regelmäßig neu aufgelegten Werks in niederländischer Sprache mit dem Titel „Christliche Theologie nach Auschwitz“. Der Untertitel seines ersten Bandes lautet „Die Geschichte von 2000 Jahren kirchlichen Antisemitismus“. Der zweite der beiden Bände trägt den Untertitel „Die Wurzeln des Antisemitismus im Neuen Testament“. Der niederländische Protestant Jansen lehrte Geschichte an der Flämischen Freien Universität in Brüssel (1990 – 2000) und lehrt seit 2002 am Simon-Wiesenthal-Institut in derselben Stadt. Erasmus beschrieb die Juden mehrmals als „Pest“. 1517 zum Beispiel schrieb er in einem Briefwechsel mit dem Hebraisten und Reformer Wolfgang Fabricius Capito aus Strasbourg: „Nichts ist gefährlicher für die Erziehung des Christen als die übelste Pest, das Judentum.“ Erasmus hat mehrere weitere Obsessionen zum Judentum. Im selben Brief nannte er Hebräisch „eine barbarische Sprache“, wie es der Kirchenvater Hieronimus schon gemacht hatte. 1516 schrieb er in Heronymus‘ veröffentlichten Werken, Häretiker würden den Pöbel gerne täuschen und ihm mit magischen Worten aus dem Talmud und der Kabbala Angst machen. Erasmus war ein leidenschaftlicher Gegner der hebräischen Literatur, die während der Renaissance neu aufgelegt und studiert wurde. Er hatte das Gefühl, die Wiedergeburt des Studiums des Hebräischen und seiner Literatur sei ein Signal für die Wiederbelebung des Judentums. Erasmus gab einer tiefen Überzeugung Ausdruck, dass denen, die hebräische Literatur studierten, nicht getraut werden könne. Er kritisierte mittelalterliche Kommentare jüdischer Gelehrter zur hebräischen Bibel, die er nicht einmal lesen konnte. Als in Deutschland hebräische Literatur konfisziert und verbrannt wurde, bezog er allerdings keine Stellung. Er wollte die Freiheit der Forscher bewahren. Darüber hinaus hatte er offenbar Angst, dass die katholische Kirche auch einige seiner Bücher verbrennen könnte. Erasmus hatte zudem eine hysterische Angst vor konvertierten Juden. Er sagte dem Papst, er habe 1517 eine Einladung des Kardinals Ximeres nach Spanien zu kommen abgelehnt. Er wollte keinen Fuß in das, wie er es nannte, „am stärksten judaisierte Land Europas“ setzen. Er hatte dem Kardinal gesagt, trotz seiner großen Bewunderung hätte er wichtige Gründe seine Einladung abzulehnen. Erasmus war außerdem der Meinung, dass man extrem vorsichtig sein müsse Juden in der christlichen Gemeinde zu akzeptieren. Er betrachtete getaufte Juden als für das Überleben der Kirche und der Christen Europas sogar noch gefährlicher als nicht getaufte. Erasmus sah eine nicht zu überwindende Kluft zwischen Christentum und Judentum. Er fürchtete sogar, dass die Christenheit in Europa durch die Renaissance des Hebräischen und seiner Literatur komplett verschwinden würde. Erasmus war extrem verärgert, dass der aufgeschlossene Papst Leo X. den berühmten Drucker hebräischer Bücher, Daniel van Bomberghen in Venedig, ermutigt hatte den Talmud zu veröffentlichen. Im Einklang mit der geläufigen Kirchentradition war Erasmus überzeugt, dass ie Kirche die Christen vor Kontakten mit Juden und vor den Gefahren ihrer Texte warnen müsse. Genauso wenig sollte sie tolerieren, dass Juden, Marranen und christliche Hebraisten infolge des aufkommenden Druckerberufs hebräische Schriften in großem Maße verbreiten. Erasmus schrieb an Capito: „Ich erwäge, dass die Kirche dem Alten Testament nicht so viel Wert zumessen solle. Das Alte Testament behandelt nur die Schatten, mit denen die Menschen eine Zeit lang leben mussten. Das Alte Testament … ist heute fast wichtiger geworden als die Literatur des Christentums. Auf die eine oder andere Weise beschäftigen wir uns emsig damit uns vollständig von Christus zu distanzieren.“ Er sagte, er würde es vorziehen, wenn das gesamte Alte Testament ausgemerzt würde, statt den Frieden unter den Christen über Bücher der Juden zu zerstören. „Wie kann man Erasmus‘ Hass auf die Juden erklären? Emile Vilemeur Telle sagt in seinem faszinierenden Buch über ihn, dies entstamme einer tiefgehenden Abneigung gegenüber der jüdischen Religion, die Erasmus in seinen exegetischen Werken auf karikaturistische Weise skizziert. Er hegte eine tiefe Verachtung für das Judentums und behauptete, dessen Anhänger glaubten Erlösung durch eine völlig ungeistliche Beachtung der Gesetze Moses, ihrer Riten, Symbole und Regeln zu erreichen. Das bestand aus seiner Sicht in der Erfüllung der Vorschriften zu Essen und denen, die Kleidung, Fasten, den Sabbat und die Feiertage betrafen. Erasmus‘ Kommentar zum Johannesevangelium stellt klar, dass er das Judentum als Anachronismus betrachtete, eine Prophetie, die ihre Erfüllung überlebte, die Verkörperung des Versagens, ein Fossil und so weiter. In der Diskussion über Europas antisemitische Vergangenheit sind Erasmus‘ Ansichten wichtig. Die Ansichten dieses führenden Humanisten und Persönlichkeit der Renaissance illustriert einmal mehr, dass Antisemitismus sowohl Teil der europäischen Geschichte als auch seiner Kultur ist.

    Zur Diskussion
  • «Wenn wir populär werden, können wir aufhören»

    Werter Herr Vo Hinde Vüre Vielleicht sollten Sie auch mal in einen «Kyburz» gehen, wie Ihr Schwager, um sich ein bisschen mit historischen Fakten bezüglich Israel vertraut zu machen. Bei antiisraelischen Agitatoren und Leuten wie Ihnen, die «nicht gegen Juden» sind, erfreut sich der Vergleich zwischen Israel und den Nazis sowie dem Gazastreifen und den Ghettos beziehungsweise den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten grosser Beliebtheit. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass es im Warschauer Ghetto, wo die verwesten Kadaver der verhungerten Juden unbeerdigt auf der Strasse lagen, Freizeitparks mit Zoo, Schwimmhallen und Fussballplätze, Einkaufszentren mit vollen Regalen und Luxushotels gab, wie das im Gazastreifen der Fall ist, dessen Bevölkerung laut einer Studie zur weltweiten Fettleibigkeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an dritter (Frauen) beziehungsweise achter Stelle (Männer) rangiert. Es würde bedeuten, dass die ausgemergelten Kinder und Jugendlichen, die in Auschwitz bei den Experimenten von Dr. Mengele zu Tode gequält wurden, in Sommerlagern zu «Kämpfern» ausgebildet wurden, wie das in den mit deutschen Steuergeldern mitfinanzierten «Jihad-Camps» der Hamas passiert und den Juden in den KZs wie heute den Palästinensern eine exklusive Hilfsorganisation (UNRWA) zur Seite stand, die von der Weltgemeinschaft mit Milliarden alimentiert wurde. Wenn Sie dazu neigen, Tote aufzurechnen und den Israelis ihre vergleichsweise geringen Opferzahlen vorwerfen, nur weil die israelische Regierung ihre Bevölkerung mit Luftschutzkellern und Raketenabwehrsystemen schützt, während die Hamas Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht, hegen Sie sicher auch Sympathie für die Nazis, die im Vergleich mit den Alliierten ungleich mehr Todesopfer zu beklagen hatten. Wenn Sie also Israel mit den Nazis vergleichen, Gaza als KZ bezeichnen, palästinensische Terroristen, die aktuell in einer beispiellosen Mordserie israelische Zivilisten umbringen, als «Widerstandskämpfer» legitimieren, die aus «Verzweiflung» oder Mangel an «Perspektiven» töten, und das Morden dieser Faschisten in moralischer Verwirrung mit der Verteidigung der Anschlagsopfer oder Sicherheitskräfte gleichsetzen, sind Sie ein Antisemit. Ich darf Ihnen, werter Herr Vo Hinde Vüre, ein Zitat von Sartre mit auf den Weg geben: «Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod der Juden. Natürlich verschleiert er seine Absichten, indem er sie als «Kritik an den Juden» bezeichnet, manchmal ist er sogar «mit Juden befreundet». Aber das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Kollektivs. Bis dieses Ziel nicht erreicht ist, wird er mit seiner «Kritik an den Juden» nicht aufhören." Auf den sogenannten «Antizionismus» (Antisemitismus von Leuten wie Ihnen, die «nichts gegen Juden» haben) umgewandelt heisst das: «Was der Antizionist wünscht und vorbereitet, ist der Tod Israels.» Er verschleiert seine Absichten, indem er sie als «Israelkritik» bezeichnet, manchmal ist er «sogar mit Israelis befreundet». Aber das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Staates, sei es durch das Recht des Iran auf atomare Bewaffnung oder durch das «Rückkehrrecht» der Palästinenser. Bis dieses Ziel nicht erreicht ist, wird er mit seiner «Israelkritik» nicht aufhören. 1938 skandierten die Nazis: «Juden, ab nach Palästina!», heute pöbeln rechte und linke Antizionisten/Antisemiten wie Sie: «Juden, raus aus Palästina!» Abschliessend darf ich Ihnen empfehlen, sich beim nächsten Mal besser zu informieren und Ihre Geschichtskenntnisse etwas aufzufrischen, oder bei einem Thema, von dem Sie wenig bis gar keine Ahnung haben, von einer voreiligen Wortmeldung ganz abzusehen.

    Zur Diskussion