• Aktivisten prangern Polizisten im Netz an

    Wer Leute, die bloss die Aufgabe haben, rechtsstaatliche Beschlüsse umzusetzen, dem Pranger anheim stellt, zeigt ein sehr fragwürdiges Gesellschafts- und Staatsverständnis (insbesondere wenn man im Video gesehen hat, wie sanft die Polizisten trotz dauernden Provokationen und Unterstellungen vorgegangen sind - da konnte man ja fast Mitleid kriegen). Was nicht heisst, dass man die politischen Prozesse, die zu den aktuellen Zwischennutzungen geführt haben, nicht unter die Lupe nehmen dürfte. Aber da ist sicher nicht die Polizei der Ansprechpartner. Es ist traurig, aber ich habe noch keine Besetzung gesehen, die nicht über kurz oder lang von Gewalttätern und Verschwörungstheoretikern dominiert wird - das sind wohl die Kosten der Illegalität. Deshalb bin ich auch skeptisch gegenüber all jenen (u.a. die Tageswoche), die sich mit den Besetzern (mehr oder weniger subtil) identifizieren.

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  • Die falschen Sündenböcke

    Schön, dass zum populären Neologismus der "Freiräume" nun doch noch ein paar altmarxistische Schlagwörter wie "Verwertungslogik" und gewaltlegitimierende Sprachblasen wie "strukturelle Zwänge" kommen. Aber worum geht es überhaupt bei dieser Diskussion? Niemand will Jugendlichen verbieten, sich mit sich selbst und ihrem Leben auseinanderzusetzen. Der Raum dazu ist in Fülle vorhanden und die Zeit offensichtlich auch. Die wirkliche Frage ist doch vielmehr, ob wir einem rechtsstaatlichen und damit demokratisch legitimierten Entscheid über eine Zwischennutzung oder einer illegalen Besetzung inkl. weiterer Verstösse gegen demokratisch legitimierter Gesetze das Wort reden wollen. Meines Erachtens ist der Ruf nach mehr Freiheit durchaus gerechtfertigt. Aber leider sind die Unterstützer der Besetzer dieselben linken Parteien, die seit Jahren an der Abschaffung der Freiheit arbeiten, indem sie Eigeninitiative, Selbstverantwortung und persönliches Risiko möglichst eliminieren und uns alle in einem liebenden Mutterstaat einwattieren wollen. Wenn diese Diskussion einen Sinn hat, dann wäre es, die linke Bewegung wieder zu einer Bewegung der Befreiung des Menschen zu machen.

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  • Wir haben unsere Kommentarfunktion überarbeitet

    "chronologisch" und "neueste zuerst" ist kein korrekter Gegensatz. Vielleicht sollte man das erstere besser in "älteste zuerst" umbenennen.

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  • Ein Leben lang Kommunist: Zum Tod von Ruedi Bantle

    ... liebt Ruedi und Erika und wünscht ihnen ein langes Leben. Aber ehrlich: Das Schwarzweissbild hat mich gestern etwas erschreckt.

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  • «Die Kirchen sind aufeinander angewiesen»

    Nichts gegen Religion und nichts gegen das Christentum - das in den Grundsätzen noch zu den achtbareren Religionen gehört. Aber wer solchen scholastischen Quatsch wie das unterschiedliche Abendmahlverständnis noch zu ernsthaften Konfliktpunkten erklärt, ist nicht nur mittelalterlich fixiert, sondern hat nicht verstanden, was Glaube wirklich ist.

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  • Markus Somm übernimmt BaZ-Verlegerposten von Filippo Leutenegger

    dass der BaZ in der Kommentarspalte doch noch so etwas wie Hass entgegenschlägt, wenn auch die Intensität etwas gering ist im Vergleich zum Shitstorm, dem die Tawoführung regelmässig ausgesetzt wird! Der Feind steht, lechz!

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  • SVP-Initiative legt in neuer Umfrage deutlich zu, andere Parteien reagieren mit dringlichem Aufruf

    Bei aller EU-Liebe und obwohl es mir unangenehm ist, da ich sonst stets links abstimme und wähle und die SVP und ihre politischen Rezepte verabscheue, werde ich als Sozialhilfeempfänger wohl ja zur Masseneinwanderungsinitiative stimmen. Ich kann einfach nicht glauben, dass die Personenfreizügigkeit nicht zu einem Druck auf die unteren Löhne und auf die Sozialversicherungen und Sozialhilfe führt. Löhne für beruflich schlecht qualifizierte Personen und die Sozialhilfeleistungen sind in der Schweiz so viel höher als der Durchschnittslohn eines Rumänen und Bulgaren, dass eine verstärkte Immigration in unqualifizierte Berufe kaum zu vermeiden wäre. Und dass Leute in solchen Berufen (Gastgewerbe, Reinigung, Hilfsarbeiten etc.) ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko haben, dürfte klar sein. Es wird zu einer Zunahme von Sozialhilfeempfängern kommen, die früher oder später zu Sparprogrammen und zur einer Senkung der Sozialhilfeleistungen führt. Ich glaube auch nicht an die bürokratischen flankierenden Massnahmen, der Markt wird stärker sein und der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage wird zwangsläufig die Löhne nach unten drücken. Da scheint mir eine Steuerung der Einwanderung durch Kontingente den geringeren Eingriff in den Markt zu sein und weniger Bürokratie zu verursachen. Ob sich die Probleme auf dem Wohnungsmarkt entspannen, kann ich nicht sagen, auch hier befürchte ich, kaum mehr eine Wohnung zu finden in der Stadt. Zuletzt stört mich der Umgang des Bundesrats und anderer Befürworter mit der Initiative. Ich empfinde ihn als unehrlich und arrogant. Als Beispiel kann der Auftritt von Didier Burkhalter in der Arena dienen, der auf Argumente nicht einging und von oben herab seine abgehobene Sicht deklamierte. Das war nun die interessegeleitete Sicht eines Sozialhilfeempfängers. Auch ich glaube natürlich, dass die Europäische Union (zu der die Schweiz faktisch gehört) zu einer Dynamisierung der Wirtschaft und zu einer Erhöhung des Wohlstands führt. Ich glaube auch, dass gut ausgebildete Leute keine Angst haben müssen und die Schweiz in der Summe von der Personenfreizügigkeit profitiert. Auch bin ich ein Anhänger der europäischen Integration, da meines Erachtens nur sie auf Dauer Frieden auf dem Kontinent gewährleistet. Aber ich kann mir schlicht und einfach nicht leisten, auf eine europäisch angeglichenes Sozialhilfeniveau zu sinken.

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  • Der samstägliche Ausnahmezustand

    Ich verstehe nicht, weshalb die Artikel der Tageswoche zur Stadtentwicklung immer einen so lamentierenden Unterton haben: trauriges Lädelisterben (wann wart ihr zuletzt in einem "Schreibwarenhandel"?), eklige Überfüllung des öffentlichen Raums durch Fremde, "Ausbluten des ländlichen Raumes", der Markt nicht mehr so romantisch klein und Profiteure allenthalten (keiner von uns darunter!). Ich selbst sehe an vielen Orten der Agglomeration positive Entwicklungen: weniger Verkehr, tolle neue Bars und Beizen, coole neue Läden. Und zunächst einmal ist das ein Urbanisierungsprozess, den man aufzuhalten versuchen kann, aber der, wenn man ihm grundsätzlich zustimmt, nur bedingt steuerbar ist. Da Gejammere mag der Versuch einer kritischen Berichterstattung sein, auf mich wirkt es aber eher hilflos und deprimiert. Schön wäre es, die Urbanisierungsprozesse kritisch zu begleiten, negative Entwicklungen mit alternativen Möglichkeiten zu konfrontieren, Entscheide der Stadtplanung zu kritisieren und Alternativen aufzuzeigen, falsche Rahmenbedingungen zu monieren, etc.

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  • Jede zweite Fleischprobe beanstandet

    Es bringt zwar nichts, wenn man es einmal mehr fordert: Bitte Kontrollberichte endlich veröffentlichen. Deswegen geht keine Beiz zu und schon gar keine falsche. Ausserdem heisst es doch immer, dass es zu viele Restaurants gebe. Was wäre da besser als etwas Wettbewerb auf der Basis der Hygiene?

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  • Ich und die Hasenburg: Schicken Sie uns Ihre Erinnerungen!

    Kann sich noch jemand an Werni und sein Meersäuli erinnern? Es war in den Achtzigern, im Chateau hockten Alkis, Revolutionäre und sonstige herum. Werni, um die vierzig, gehörte zu den Sonstigen. Niemand wusste, was er arbeitete. Was aber jedermann wusste: Werni kommt punkt 8 rein, setzt sich an den Tisch hinten links und bestellt ein Zahnglas Wein und ein Schnapsglas Milch. Unter den ungläubigen Blicken der nicht Eingeweihten nimmt er sein Meerschweinchen aus der rechten Jackentasche und setzt es auf den Tisch. Er trinkt sein Wein und das Meersäuli seine Milch. Werni sprach wenig, wenn, dann unzusammenhängend. Weder der FCB noch das Neueste interessierten ihn. Einzig über Elektronik, insbesondere ICs (Chips), konnte man sich mit ihm unterhalten. Ich hatte weder Ahnung noch Interesse für dieses Thema. Das einzige, was ich verstand, war, dass wir bald solche ICs im Kopf haben würden und dann nicht mehr ins Restaurant gehen müssten, um zu kommunizieren. Irgendwann kam dann Werni tatsächlich nicht mehr ins Chateau, und einige Jahre lang ging das Gerücht, dass er nun so einen IC im Kopf hätte.

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