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  • Kinder unter Dauerdruck – der Leistungswahn an Basler Schulen

    ES GEHT UM WERTE 12 Grundwerte und meine moralische Akzentuierung 1. DAS LEBEN insbesondere die Fähigkeit, das eigene Leben zu leben und fremdes Leben zu erhalten, zu schützen, zu bewahren, Lebendigem und seinem Wachstum ehrfurchtsvoll zu begegnen. 2. DIE FREIHEIT die Autonomie, insbesondere die Fähigkeit, sich innerhalb bedingender innerer und äusserer Grenzen entscheiden zu können, und der Glauben, dass die Erweiterung der Grenzen möglich ist. 3. DIE SEELENRUHE insbesondere die Fähigkeit, mit Gefühlen umgehen zu können, Gefühlen der Angst, der Scham, der Schuld nicht ausgeliefert zu sein. 4. DIE SOLIDARITÄT die Gemeinsamkeit, insbesondere die Fähigkeit, gemeinsam Probleme zu lösen, synergetisch zu handeln, gemeinsam statt einsam zu sein. 5. DIE BILDUNG das Wissen, insbesondere die Fähigkeit, ein Leben lang ganzheitlich zu lernen, zu denken und zu fühlen, wahrzunehmen und der Intuition zu vertrauen. 6. DER FRIEDEN insbesondere die Fähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen, was auch heisst, dass es keine Verlierer, nur Gewinner geben kann, dass Nachgeben so wichtig wie Beharren sein kann und dass niemand sein Gesicht zu verlieren braucht. 7. DIE GERECHTIGKEIT insbesondere die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln, sich selber nicht mehr als Beherrscher einer dem Menschen ‚gegenüberstehenden Natur, sondern als Teil eines grösseren Lebenszusammenhanges zu sehen, der beide umgreift‘. 8. DIE WAHRHEIT insbesondere die Fähigkeit des Menschen, wahrhaftig zu sein, ‚das Selbst zu sein, das man in Wahrheit ist‘. 9. DIE GESUNDHEIT insbesondere die Fähigkeit, sich angemessen und sebstverantwortlich zu ernähren und zu bewegen, den eigenen Tagesablauf dem Takt des Lebens anzupassen, zur Besinnung zu kommen und bei Besinnung zu bleiben. 10. DIE EHRE insbesondere die Fähigkeit, vor sich selbst zu bestehen, sich selbst zu achten, gegenüber den eigenen Fähigkeiten bescheiden und gegenüber den eigenen Schwächen nachsichtig zu sein. 11. DIE SCHÖNHEIT insbesondere die Fähigkeit, Harmonien und Dissonanzen sowohl zu erzeugen als auch auszuhalten, dabei das menschliche Mass zu finden, das immer unvollkommen sein wird und ertragbar sein muss. 12. DIE LIEBE insbesondere die Fähigkeit, das Leben der andern zu fördern, ohne sich dabei aufzugeben, zu vergessen.

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  • Kinder unter Dauerdruck – der Leistungswahn an Basler Schulen

    PARADIGMAWECHSEL – SCHULEN - BEURTEILUNG Wir stehen ja mitten in einem epochalen PARADIGMAWECHSEL, ausgelöst durch Internet, Digitalisierung und neue Medien, der für sehr viele Menschen greifbar macht, dass der MARKT, die alte Lösung, an sich ungerecht, unsozial und unökologisch ist. Es könnte ja sein, dass diese Binsenwahrheit dazu führen kann, dass die Zeit der ausschliesslichen Marktorientierung zu Ende geht, weil sich das MENSCHENBILD ändert. Der Grundstein dafür ist die LERNMOTIVATION, sie sagt mehr aus über das Verhalten der Menschen, als das Verhalten selbst. Es könnte ja sein, dass es in absehbarer Zukunft um eine Wirtschaft gehen wird, die mehr mit unsern Bedürfnissen zu tun hat und sich mehr der LEBENSQUALITÄT zuwendet als nur der Anhäufung von Luxus und dem endlosen Kauf von mehrheitlich nutzlosen Dingen. Mir scheint, dass die Gelegenheit noch nie so günstig war, wie gerade jetzt, weil auch die FLUCHT INS NATIONALE als scheinbare Lösung nichts bringen wird, höchstens die Repetition altbekannter Torheiten. Und das will wohl niemand ernsthaft, weder in Europa, noch in Amerika, noch in Japan, noch in China. Deshalb könnte auch sein, dass die sogenannte KOMPETENZORIENTIERUNG in unseren Schulen, die ja fast ausschliesslich die Marktorientierung alter Ordnung im Blickfeld hat, in dem jetzt im Kanton Basel-Stadt geforderten Ausmass ein ganz grosser Irrtum ist. Was sollen denn junge Menschen mit ihrem Leben anfangen, wenn ein Schulsystem sie zu gefügigen und ausschliesslich an Testergebnissen orientierten Menschen abrichtet, die derart zu entscheidungslosen Rädchen im grossen Getriebe verkommen. Es könnte ja sein, dass gerade jetzt ein Schulsystem dazu beitragen sollte, den jungen Menschen zu ermöglichen, SICH SELBER AUF DIE SCHLICHE ZU KOMMEN. Das wäre allerdings eine andere Pädagogik als die aktuelle Testerei.

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  • Wüthrich tritt 2015 nicht mehr zur Wahl an

    Weshalb klopfen Sie eigentlich nur auf dem Sozialdemokraten Wüthrich herum, nicht aber auf der Freisinnigen Pegoraro? Können Sie mir das erklären?

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  • Die «Gute Schule» ist in Gefahr

    Die Lernkultur einer Schule muss sich ändern, wenn Schulentwicklung erfolgreich sein soll. Schulentwicklung funktioniert dann, wenn ein Kollegium zu seiner Sache macht, zunächst für sich selbst und dann für die Schülerinnen und Schüler. Ich beginne mit zwei selbst erlebten Lehrbeispielen Beispiel 1 Eine Lehrveranstaltung im Jahre 2004 in einer Schule in England, die ich als 'Schüler' erlebt habe. Die Lerngruppe setzte sich aus acht Frauen und drei Männern zusammen: zwei Deutschen, zwei Französinnen, drei Japanerinnen, einem Japaner, einer Liechtensteinerin, einer Schweizerin und mir. Ein älterer Lehrer hatte sich zum Ziel gesetzt, uns in die Geheimnisse der englischen Sprache einzuführen. Viel Geschichte, Sprachfluss und Sprachrhythmus, die höfliche Art, Missfallen auszudrücken. Er wusste sehr viel, und er liess uns das auch deutlich spüren. Er redete ununterbrochen, anderthalb Stunden lang, so lang, wie eben die Lektionen dauerten. Wir durften lediglich erraten, welches Wort er gerade auf den Lippen hatte. Er deutete dies mit rasch wiederholten, durch die Lippen gestossenen Press-, Zisch- oder vollmundig formulierten Vokallauten an. Er malte Strichzeichen an die Wandtafel, wenn einer falsch riet, so dass schnell das Bild eines Männchens am Galgen entstand, was unsererseits mit gequält gepresstem Lachen quittiert wurde. Unverhofft fand ich mich in der Rolle eines Schülers wieder und erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits war interessant, was er z.B. über die Einpfundmünzen zu berichten wusste, andererseits empfand ich das untätige Dasitzen in zunehmendem Masse als langweilig, ermüdend, demütigend und sein Verhalten als respektlos. Ich begann, den Unterricht zu protokollieren. Hier ein kleiner Auszug: Der Lehrer spielt den Clown. Er marschiert grimassierend durch den Raum. Dann äfft er die Japanerinnen nach, weil sie Ausspracheschwierigkeiten haben. Sie können den Konsonanten R kaum aussprechen. Die Wandtafel ist vollgeschrieben, ungeordnet, verwirrend. Der Lehrer gibt einen Stapel Blätter in die Runde. „Please, take one and pass the rest!“ "Sind diese Blätter für uns?" fragt eine. "That’s for you!" Er betont "you" und zieht das Objekt in die Länge. „Sie können Marmelade drauf tun“, sagt er dann. Gequältes Lachen in der Runde. Es ist die kleine Form des Lächerlichmachens, dieses homöopathisch - ironisierende Vergiften der Lernatmosphäre unter gleichzeitig persönlicher Anstrengung der Lehrperson, die es sichtbar gut machen will. Nur – diese Anstrengung erreicht mich nicht, geht an meiner Art zu lernen vorbei. Ganz anders bei den Französinnen. Die finden diese Art Unterricht amüsant und lehrreich. Jetzt singt der Lehrer zur Melodie eines gregorianischen Chorals "Have you got a different opinion?" und tritt damit den Katholiken in der Runde zu nahe. So geht es weiter, anderthalb Stunden lang Musik von vorne, ohne eine einzige sinnvolle Aktivität für uns Schüler. Es ist ein gutes Beispiel, aus Schülersicht zu erleben, wie schwierig es ist, eine Klasse gut zu unterrichten, das Potential der Schüler zu wecken, zu locken, zu entwickeln, zu stärken. Da lacht wieder eine, übertrieben laut und langandauernd auf eines seiner Spässchen. Wir lassen uns dies alles gefallen. Was sind Menschen für absurde Wesen. "I love dentists, but I hate what they do", sagt der Lehrer. Viele lachen, die meisten beteuern, dass ihnen der Unterricht gefalle. Aber in der Pause bleibt der Lehrer allein. Nach wie vor gilt, was Fritz Bohnsack 1979 als Standardsituation von Schulen wie folgt formuliert hat: „Das Grundproblem von Schule, nämlich als institutionalisiertes Zwangssystem der Belehrung die deklarierten Ziele einer Erziehung zur Selbstverantwortung zu verhindern, ist ungelöst.“ Ungelöst? JA!, denn mit diesem Typus Lehrperson kriegen Sie es zu tun, wenn Sie die Lernkultur Ihrer Schule ändern wollen. Er denkt strukturkonservativ und ist in der Regel gegen jede Änderung. Beispiel 2 Besuch der Steuergruppe eines Gymnasiums im Januar 2008 in einem anderen Gymnasium in Stuttgart. Zweck: Erfahrungen sammeln, wie (FSA) funktioniert. Die Schule wirkt aufgeräumt. Nichts liegt am Boden, die Anschlagbretter sind übersichtlich, PCs stehen entlang dem Fensterbrett in einem der Bibliothek vorgelagerten Durchgang, offensichtlich zur freien Verfügung. Der Schulleiter empfängt uns und führt uns in einen extra für Besucher vorgesehenen Raum. Schmale Schülertische sind zu einem Rechteck zusammengestellt. Wir nehmen auf den Stühlen rund um das Viereck Platz. Der Schulleiter setzt sich am oberen Ende. Im Plauderton erzählt er, wie FSA organisiert wird und wie sie funktioniert. Er wirkt zielorientiert, gelassen und --- leidenschaftlich. Dann erteilt er uns den Auftrag, uns während der Besichtigung der FSA für ein Thema zu entscheiden und das entsprechende Material mitzunehmen, um es nachher im Besucherraum zu bearbeiten. Beim Betreten der Freien Stillarbeit – Zone überkommt uns eine grosse Ruhe. Sieben Schulzimmertüren stehen offen. Sie führen alle auf den Gang, den wir soeben betreten haben. Dort sitzen auch vereinzelt zu zweit Kinder am Boden. Es scheint sich um Beratung und Hilfestellung, also nicht um Flucht und Wegtauchen zu handeln. In den Schulzimmern arbeiten jeweils 25 – 30 Kinder der Klassen 5 und 6. In jeder Klasse sitzt vorne eine Lehrkraft, allerdings nicht als Aufpasserin, sondern als letztinstanzliche Ratgeberin. Die Schüler arbeiten konzentriert an ihren eigenen Themen und Programmen. Ein schwer behinderter Junge im Rollstuhl arbeitet mit seinem Labtop am Programm . Ab und zu flüstern zwei miteinander, aber es ist sowohl in der Mimik als auch in der Gestik der Kinder nichts Aufgezwungenes festzustellen. Die Arbeitsmaterialien machen offensichtlich Sinn, sie können bewältigt werden. Die FSA - Stunde endet ohne Pausenglocke. Wie von Zauberhand berührt, lösen sich die Kinder von ihren Aufgaben, reden miteinander, tragen sich in den Organisationsplan an der Seitenwand ein und legen die Arbeitsmaterialien ins Regal zurück. Alle Arbeiten der Kinder werden regelmässig durchgesehen, allerdings nicht, um sie zu benoten, sondern um festzustellen, ob die Aufgaben verstanden wurden. Wenn nötig gibt es entsprechende Hinweise zur Wiederholung einer Arbeit. Zurück im Besucherraum erfahren wir von der Konrektorin, dass in den drei fünften Klassen die Klassengrösse 29 Schüler/innen betrage. Mehr hätten wegen der Grösse der Schulzimmer keinen Platz. Jährlich werden in der Regel 87 Schüler/innen neu aufgenommen, bei über 300 Anmeldungen. Nun sollen wir unser mitgebrachtes Material durcharbeiten, um einen Eindruck dafür zu kriegen, welche Anforderungen die didaktisch aufbereiteten Materialien an die Kinder stellen. Dann ist die Konrektorin weg, und wir sind allein. Nun passiert bei uns dasselbe, wie vorhin bei den Kindern. Es wird ganz still im Raum. Alle arbeiten an ihren Themen. Ich habe mir den vorgenommen. Es geht um Satzglieder, und ich erfahre als erstes, was ein Prädikat ist. Es folgt ein Lückentext, wo Verben aus einem Angebot am Ende des Textes ausgewählt und nunmehr konjugiert eingesetzt werden sollen. Später folgen Aufgaben zum Subjekt. Ich habe den Eindruck, dass diese Aufgaben von einem Fünftklässler zu bewältigen sind, ja sogar Spass machen. Allerdings müssen die Materialien zuerst hergestellt werden, was wohl nur pädagogisch interessierten Lehrkräften Spass machen dürfte. Mir scheint es aber eine sinnvolle Aufgabe, weil die Materialherstellung die Lehrkräfte herausfordert, sich in das intellektuelle Auffassungsvermögen und – vielleicht noch wichtiger – in die psychische Verfassung eines Fünftklässlers hineinzudenken. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, junge Menschen zu verstehen. Wer dies tut, wird sich über die Zuneigung der jungen Menschen freuen dürfen. Die Konrektorin, die plötzlich wieder da ist, gibt uns einige interessante Hinweise. Sie sagt, die Inhalte der FSA würden zu 80% aus Stoff bestehen, der im normalen Unterricht nicht behandelt würde. In der Mathematik sei z.B. die gesamte Geometrie in die FSA ausgelagert worden. Natürlich würden auch diese Materialien mit Lernkontrollen geprüft. Es sei wichtig sicherzustellen, dass ein Schüler nicht alle seine Prüfungen auf den Schluss des Schuljahres verschiebe. Da die Schüler den Zeitpunkt der Überprüfung selber festlegen könnten, sei seitens der Lehrer Achtsamkeit notwendig. Und genau dieses Sich kümmern gefällt mir an dieser Schule so gut. Auf die Frage, wer denn heute zum alten System zurückkehren möchte, sagt sie in trockener Kürze; "Niemand!" "Wie ist die Schule zu diesem Geist des Lernens gekommen?" "Das erste Mal", so der Schulleiter, "haben wir es 1988 probiert. In den sechs nachfolgenden Jahren, in der auch eine Erkundungsphase in befreundeten Schulen eingebaut war (Stichwort Bodenseeschule), reifte die Einsicht, dass wir das vielleicht wollen sollen". Ein harter Kern von Lehrkräften hat sich gebildet, die einen Vorschlag erarbeiteten, wie die Umsetzung aussehen könnte. Eine ganz knappe Mehrheit hat sich dann dafür ausgesprochen. Mit 21 Stimmen dafür, einer Gegenstimme und ganz vielen Enthaltungen wurde Zustimmung beschlossen. Darauf haben 2 – 3 Kollegen der Schule den Rücken gekehrt. Die Schule begann mit Klasse 5. Die Herstellung der Materialien erfolgte in den Fachschaften. Die Korrekturarbeit sei höher als vorher. "Wozu ist das gut, was Sie machen?" "Wir machen es nicht", so der Schulleiter, "damit wir die Schüler besser im Griff behalten, dass wir weniger zu tun haben, dass die Schüler das beste Abitur des Landes machen. Wir sind eine katholische Schule, d.h. Morgengebet, Gottesdienste, es muss sich im Alltag tendenziell abbilden, was wir glauben. Der Schüler soll wissen, dass man aufmerksam auf ihn ist. Wir haben Schüler zwischen 10 und 19 Jahren. Wir prägen sie ganz stark in einer Zeit, wo sich ein Kind zum lebensfähigen Erwachsenen entwickelt. Ein Schüler erhält bei uns die Chance, sich zu entwickeln. Natürlich kann sich nur etwas entwickeln, was immer schon da war. Unsere Aufgabe ist, zu gucken: Was ist im Schüler drin? Dazu muss man die jungen Menschen lieben." Zur Materialherstellung sagt er: "Die Logistikarbeit am PC inkl. Intranet ist im Wesentlichen in der Hand eines Kollegen. Die Handarbeit, d.h. das eigentliche Herstellen der Materialien, erfolgt in den Sommerferien mit einem Jahr Vorlauf. Dafür gibt es eine Deputatsstunde Entlastung pro Lehrkraft. Die Sachkundelehrer sind am meisten gefordert, am wenigsten die Fremdsprachenlehrer. Unsere Erfahrung ist, dass sich auf diese Art deutlich bessere Ergebnisse erzielen lassen, als durch den üblichen Unterricht, sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrer. Man ist gemeinsam unterwegs und stellt sich immer wieder die Fragen Was wollen wir? Was halten wir für sinnvoll? Was ist möglich?"

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