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  • Basler Künstler suchen ihren Erfolg in Zürich

    _ Die Stadt ist trotz grosser Kaufkraft zu klein um mehr als 3 Galerien auf hohem Niveau das Überleben allein durch Basler Kundschaft zu sichern. _ Die ArtBasel verunmöglicht junge Galerien in Basel – weil Basler KunstkäuferInnen, auch junge mit (noch) wenig Kapital, lieber einmal im Jahr an der ArtBasel kaufen, als übers Jahr in Basler Galerien. _ Eine Galerie zu eröffnen war früher oft nur dank einem zweiten Beruf möglich und wurden für einige erst über Jahre zur ausschliesslichen Tätigkeit. Heute entscheiden sich junge Menschen die Galerientätigkeit als Brotberuf 'subito' zu wählen, deshalb braucht eine Junge Galerie zum Start viel mehr Eigenkapital als vor 20 Jahren. Und folglich ‚subito’ auch Kunden. _ Eine junge Galerie muss heute nach spätestens zwei Jahren im schwarzen Bereich sein, sonst versucht man sein Glück in einem anderen Business. _ Eine junge Galerie, die nicht von Anbeginn international denkt und handelt, ist im heutigen Kunstbetrieb nicht mehr, als eine lokale Randerscheinung. _ KuratorInnen und GaleristInnen orientieren sich eher auf Kunstmessen (Galerien)) als in Künstlerateliers. _ In Basel gibt es wenig (neue/junge) Firmen, die aktiv junge Kunst ankaufen. In Zürich ist die Konzentration von Firmensitzen und Firmensammlungen wesentlich grösser. _ Junge KünstlerInnen haben zu hohe Erwartungen an Galerien. _ Junge KünstlerInnen mit dem Ziel und Ergeiz, sich durch Kunst finanziell am Leben zu erhalten, können nicht damit rechnen, von einer Stadt/einer Galerie alleine satt zu werden. Wie Galerien müssen auch KünstlerInnen international denken und handeln. _ Trotz Hochschulabschluss und Diplom in Kunst- daraus folgt kein Anspruch auf ein regelmässiges Einkommen durch die Tätigkeit als KünstlerIn. Dito für JunggaleristInnen! _ Offspaces sind notwendig um jungen KünstlerInnen Erfahrungen im Ausstellungsbetrieb zu ermöglichen. Sie sind keine Konkurrenz zu Galerien, da Offspaces meist nicht mehr als temporäre Erscheinungen sind bis die BetreiberInnen selber eine Galerie gefunden haben, oder sich dazu entscheiden selber eine professionelle Galerie zu werden. _ Das Basler Kunstmuseum kauft wohl gelegentlich, aber sammelt nicht regelmässig Basler KünstlerInnen. _ Kunst von lebenden Basler KünstlerInnen wird nicht regelmässig und nicht selbstverständlich im Sammlungskontext des Kunstmuseums gezeigt. _ Die einzige Museumsausstellung die Basler KünstlerInnen angemessen zeigt, ist die fremdfinanzierte Manorpreisausstellung im MGK. _ Der Kunstverein (Kunsthalle) hat seine Sammlungstätigkeit seit langem eingestellt. _ Die Kunstsammlung des Hoch- und Planungsamtes BS verstaubt irgendwo in einem Dachstock. _ Die Sammlung des staatliche Kunstkredites wirkt schon nur durch den Namen antiquiert. Das Bewusstsein, dass es sich um die kantonale Kunstsammlung handelt, fehlt. _ Der staatlich Kunstkredit hat viel zu wenig Mittel, um mit Ankäufen in Galerien oder Institutionen eine relevante Grösse zu sein. _ Die Abschaffung (1991?) des Kunstprozentes für staatliche Bauprojekte hat Folgen: Im Vergleich zu z.B. Zürich entgehen dadurch der Basler Künstlerschaft grosse Aufträge. (z.B.: Durch die Schulreform Harmos wurden in den letzten Jahren in BS zig Millionen verbaut – ohne dass dadurch Gelder für Kunstprojekete freigegeben wurden...) _ In den letzten Jahren war das einzige grösser Projekt für Kunst im öffentlichen Raum die „Kunsttangente/ Nordtangente“. Neues ist nicht in Sicht!

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