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  • Der Turm, der Basels Stadtbild in Schieflage brachte

    Ich finde einen Grossteil der Kommentare hier beruhigend! Was ist bloss in die TagesWoche gefahren? In (städte-) baulichen Fragen nimmt sie in letzter Zeit, will mir scheinen, eine fast schon reaktionäre Haltung ein: Erst der miesepetrig wirkende Kommentar zum neuerdings "ausgerüsteten" Neubau des Kunstmuseums, nun kommt "Roche 1" dran. Ich kann nichts dafür, aber - mich stört der Bau nicht, nicht im geringsten, ich finde das interessante, anregende Architektur! Ok - ich bin nicht Architekt, aber ich kann alle die vielen Fach- (ob selbst ernannt oder nicht) Kommentare nicht begreifen. Ich sehe keine Machtdemonstration. Ich sehe keine Überheblichkeit. Zu Recht schreibt "Georg", auch der Abriss der Stadtmauer sei ein "krasser Eingriff ins Stadtbild" gewesen. Ich finde wirklich, dass eine Stadt und ihr Stadtbild lebt, sich verändert, sich verändern muss - und das erleben wir gerade wieder deutlich und unmissverständlich. Ich weiss, dass bisweilen Neues Angst macht und bisher Vertrautes, wenn es sich verändert, Bedauern auslöst. Aber sollten wir nicht ein bisschen offener sein und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Ich finde, das dürften auch jene RedaktorInnen der TagesWoche, die sich mit (städte-) baulichen Fragen beschäftigen!

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  • Der Turm, der Basels Stadtbild in Schieflage brachte

    Du hast völlig recht, liebe Karen N! Ich bitte um Entschuldigung für meinen Irrtum - wegen des Kunstmuseums las ich einen entsprechenden Kommentar bei OnlineReports, wie ich gerade merke... Peinlich, peinlich, die TagesWoche ist unverwechselbar! Und auf Dominique Spirgis Kommentar habe ich soeben positiv reagiert. Also alles halb so schlimm (bzw. gar nicht!).

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  • Präimplantationsdiagnostik: Warum ich ein Nein einlege

    Ich finde die Entscheidung, wie am 14. Juni über die Präimplantationsdiagnostik abgestimmt werden soll, auch sehr schwer und keinesfalls ganz klar Ja oder Nein. Ich habe mich aber - wenn auch nicht restlos überzeugt - doch für ein Ja entschieden. Tatsächlich hatte ich als Hausarzt während 25 Jahren intensiv mit Menschen mit Behinderungen zu tun, ich betreute immer mehr von ihnen, und ich engagiere mich noch jetzt mit Überzeugung bei der Vermittlung der Besonderheiten, die die (ärztliche) Betreuung von Menschen mit Behinderungen mit sich bringen. Und - ja, zugegeben! - ich hätte bei jeder/m der von mir betreuten BewohnerInnen von Wohnheimen für Menschen mit Behinderung äusserst bedauert, wenn sie nicht gelebt hätten. Ich finde auch die Argumentationen(von Walter Beutler über Maya Eldorado bis Andres Egger) absolut beherzigenswert und legitim, aber ... Aber es gibt auch andere Sichtweisen, die, denke ich, ebenso legitim sind und berücksichtigt werden sollten oder dürften. So argumentiere ich eben aus Sicht von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch, die sich (zur Erfüllung dieses Wunsches) einer In Vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen. So gut ich Menschen mit Behinderung kennen gelernt, betreut und schätzen gelernt habe, so gut kenne ich eben auch Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Ich finde es äusserst heikel, solchen Menschen vorzuhalten, sie müssten doch nicht "auf Teufel komm raus" (hoppla!) eigene Kinder zeugen oder ihnen (sinngemäss) vorzuhalten, eine Frau ab 35 Jahren brauche sowieso keine Kinder mehr. Solche Argumentationen klingen für mich moralisierend, und dass sollten wir bei dermassen heiklen Fragen tunlichst vermeiden. Ich bin selbst Vater dreier wunderbarer erwachsener Söhne und in wenigen Wochen glücklicher Grossvater eines (hoffentlich gesunden) Neugeborenen - aber ich hätte damit erst recht Schwierigkeiten, einem Paar mit unerfülltem Kinderwunsch gewissermassen ins Gesicht zu sagen: Nun ja, Ihr müsst Euch eben bescheiden. Es ist, finde ich, so eine Sache mit dem "bescheiden", solange man es selbst nicht muss. Wenn ich denn schon Verständnis für IVF aufbringen kann (und vor allem wenn ich weiss, wie belastend für die Betroffenen die ganze Prozedur ist - das macht NIEMAND leichtfertig, das ist IMMER äusserst belastend!), dann wäre es mir wirklich ein bisschen unverständlich, wenn man die Möglichkeit einer PID ausser Acht liesse. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht richtig vorstellen, wie man das realistischerweise mit Eugenik in Zusammenhang brächte. Der Begriff "Eugenik" erinnert eben immer noch stark an den 2. Weltkrieg und die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Aber da sehe ich auch bei wirklich sehr kritischem Beachten keinen überzeugenden Zusammenhang zur PID. Und - mit Verlaub, Herr Egger - das Zitat von Schiller finde ich in diesem Zusammenhang ziemlich unpassend; wer triebe mit welchem Entsetzen Scherz? Scherz?! Schliesslich überzeugt mich das Argument, IVF-Kliniken könnten aus wirtschaftlichen Gründen für den PID-Verfassungsartikel sein, auch nicht. Meines Wissens ist auf diesem Gebiet die Nachfrage sowieso sehr gross. Ganz offensichtlich handelt es sich bei der Frage, die uns am 14. Juni vorgelegt wird, um eine ethische Fragestellung. Ethische Fragestellungen erlauben selten ein klares Ja oder Nein - meist gilt es, Argumente für oder gegen eine bestimmte Vorgehensweise aufzulisten. Der Entscheid, welchen der Vorzug zu geben ist, kann in guten Treuen unterschiedlich erfolgen, und Leute, die zu einem anderen Entscheid finden, verdienen es, genauso respektiert zu werden.

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  • Bluten müsste die Fondation Beyeler

    Und was, bitte, soll an so einem Spiel wesentlich, intelligent, erkenntnisreich sein? Der Baselbieter sagt schon seit Jahrhunderten: "Me wird's nit allne breiche chönne!". Dass einige LeserInnen lieber die alternative Kunstszene berücksichtigen würden, war zu erwarten und erstaunt nicht wirklich. Weshalb die Fondation Beyeler (ausgerechnet!) am meisten dran glauben müsste, ist absolut unverständlich. Neid auf deren unbestrittenen Erfolg? Und dann der dürftige Schluss, sie sollen's selbst richten? Und was für einen Reim soll man sich auf das Ganze machen? Hier bleibt das Fazit der Tageswoche selbst ziemlich ... dürftig. Es zählt nur verschiedene Ideen auf, ohne sich irgendwelche Gedanken gemacht zu haben. Nochmals: Wozu soll das denn gut sein?

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  • Ein konservativer Konsens

    Na ja - man kann ja an allem herummäkeln, also auch behaupten, die Jury habe einem der ihren (eben einem Philologen) den Preis zuerkannt. Ich finde aber, man darf die Jury beglückwünschen! Keine Frage: Wenn eine Shortlist mit 5 grossartigen Werken besteht, gibt es vier Enttäuschte, denen man diese Enttäuschung (auch als Zuhörer/Leser) gewiss am liebsten erspart hätte. Es gibt aber genügend ausgezeichnete (effektiv sehr gute!) Gründe, mit der getroffenen Wahl mehr als zufrieden zu sein - nur schon die unbestechlichen, klaren Gedanken des Preisträgers zu den aktuellen und brennenden Fragen, die die Schweiz derzeit umtreiben. Sie unterscheiden sich äusserst wohltuend (ja beglückend) von dem, was uns beispielsweise die unsägliche Tageszeitung Basels und ihr zynischer Chefredaktor Tag für Tag zumuten. Doch unabhängig davon von Matts Texte einfach wunderbar zu lesen (Literatur darf ja auch diese Eigenschaft haben, nicht?), und man mag von Marcel Reich-Ranicki halten, was man will - aber seine seinerzeitige Einschätzung über Peter von Matt ist so falsch nun auch wieder nicht.

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