GB
  • Ehemaliger Scientology-Hauptsitz soll Wohnhaus weichen – Die Anwohner laufen Sturm

    Verdichtetes Bauen ist im Moment en vogue. Solange alle nur immer mantraartig Wachstum (auch Bevölkerungswachstum) predigen, geht es ja kaum anders als in die Höhe zu wachsen, erst recht nicht im Stadtkanton, der auf allen Seiten an Landes- oder Kantonsgrenzen stösst. Nur sollten dann ausschliesslich solche Projekte bewilligt werden, die gebührend Rücksicht auf die unmittelbare Umgebung und die gewachsenen Strukturen nehmen. Das ist aber nicht der Fall (siehe Gundeldingerstrasse und Maiengasse). Stadtbildkommission und Denkmalschutz gefallen sich darin, bei Mansardenfenstern und Fassadenrenovationen strenge Auflagen zu machen. Die umstrittenen Neubau-Projekte, die sich auch auf die Bevölkerungsstruktur ganzer Quartiere (negativ) auswirken, winken sie jedoch durch (bzw. weisen die Einsprachen dagegen ab). Vorschlag: Schonzonen, Stadtbildkommission, Denkmalpflege abschaffen. Das wäre ehrlicher. Und erst noch billiger.

    Zur Diskussion
  • Wird die SBB-Schalterhalle zur Migros-Mall?

    Was heisst denn hier: "Der Bahnhof WERDE zu einem Einkaufszentrum mit Bahnanschluss umgebaut, ..."? Das IST er doch schon lange – spätestens seit der Eröffnung der Pisserelle, pardon, ich meine natürlich Passerelle! Die Verlochung der Billett-Schalter in einen unattraktiven und nicht am direkten Weg vom Centralbahn-Platz zu den Gleisen liegenden Wurmfortsatz sowie die Zweckentfremdung der alten Billettschalter samt Schalterhalle sind der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung vom Bahnhof zur Shopping-Meile.

    Zur Diskussion
  • Masse zählt mehr als gute Argumente

    Genau. Die SVP macht ja seit Jahren nichts anderes, als die Masse zu mobilisieren, die oft genug aus Individuen besteht, die nicht zur Stammwählerschaft der SVP gehören, sich im Allgemeinen nicht für Politik interessieren und bei zahlreichen anderen, weniger brisanten Abstimmungen nicht zur Urne gehen. Wenn also diesmal die Gegner nicht nur mit Argumenten überzeugen, sondern die Masse zu mobilisieren versucht, um Unheil abzuwehren, bedienen sie sich der gleichen Mittel wie die Volkspartei. "Den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen" nennt man das. Das militärische Vokabular muss nicht sein, aber das Prinzip ist das gleiche und legitim.

    Zur Diskussion
  • Die neue Meldestelle für Behinderte – «ein schlechter Witz»

    Das versteht man in Basel-Stadt offenbar unter einem "niederschwelligen" Angebot für Menschen mit einer Behinderung. Interessant zu wissen wäre, ob die Meldestelle überhaupt besetzt ist und reguläre Bürozeiten hat. Oder ob es sich bloss um eine "Briefkastenfirma" mit einem Anrufbeantworter handelt. Der letzte Satz von Guy Morin in diesem Artikel, dass ein persönliches Gespräch selbstverständlich so arrangiert werden könne, dass eine Mobilitätseinschränkung kein Problem darstelle zeugt von Ignoranz (was mich bei einem ehemaligen Arzt gelinde gesagt überrascht): "Niederschwellig" ist etwas anderes. Ausserdem hinterlässt er den Eindruck, dass man sich die Behinderten möglichst vom Leib halten will. Wo kämen wir denn hin, wenn jede/r Behinderte einfach so mit dem Rollstuhl hineinkurven könnte und irgendeinen Schalterbeamten beim Büroschlaf störte... Für das ach so soziale Basel ist diese Meldestelle ein Armutszeugnis. Und für alle Menschen mit einer körperlichen Behinderung muss dieser Affront jedenfalls ziemlich zynisch anmuten.

    Zur Diskussion
  • Bei der Bodeninitiative gehts um 40 Prozent der Kantonsfläche? Falsch!

    Korrigendum: Und MUSS die Initiative annehmen, natürlich.

    Zur Diskussion
  • Bei der Bodeninitiative gehts um 40 Prozent der Kantonsfläche? Falsch!

    Wo ist das Problem? Ausser dass hier wohl Stimmung gegen die Bodeninitiative gemacht werden soll? Wenn der Boden doch so kostbar ist und offenbar viel weniger als angenommen dem Kanton gehört, muss man erst recht haushälterisch damit umgehen und darf ihn nicht verscherbeln. Und die Initiative annehmen. Das ist jedenfalls die Konsequenz, die ich nach der Lektüre ziehe.

    Zur Diskussion
  • Weg mit dem Staat! Freiheit, wie sie Blocher will, nützt nur den Superreichen

    Man muss der SVP, wenn auch contre coeur, zugute halten, dass sie es – im Gegensatz zur SP – ausgezeichnet versteht, über ihre Stammwählerschaft hinaus immer neue Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.

    Zur Diskussion
  • Politologe Georg Lutz kritisiert SRG-Umfrage

    Die SRG muss in den nächsten Jahren 40 Mio Franken sparen. Auf derartige Umfragen zu verzichten, scheint mir ein guter Anfang zu sein.

    Zur Diskussion
  • «Inakzeptabel und für Basel beschämend»

    "Kultur-Stadt" oder "Museums-Stadt" oder "Life-Sciences-Stadt", ja sogar "Velo-Stadt" Basel klingt eben viel sexyer als "Stadt für Behinderte". Und "Basel zeigt Haltung" hört sich zwar stark an, gilt aber offenbar nicht für den Umgang des Stadtkantons mit seinen behinderten Mitmenschen. Reine Phrasendrescherei. Was die Kampagne mit all den Plakaten wohl gekostet hat? Statt der teuren, aber wenig wirksamen Plakat-Kampagne hätte man das Geld lieber für die Behinderten-Fachstelle eingesetzt. Wenn es tatsächlich stimmt, dass Guy Morin den Behinderten-Beauftragten offenbar mit einem Redeverbot belegt hat (das habe ich hier in der TaWo gelesen), ist das äusserst bedenklich. Herr Morin: Zeigen Sie Haltung und lassen Sie den "Eingesparten" zu Worte kommen! Sonst entsteht der Eindruck, die Regierung fürchte sich vor dem, was er zu sagen hat.

    Zur Diskussion
  • Völkerwanderungen, Truppenaufmarsch und Geschützdonner – die ersten Kriegstage in Basel

    Wenn wir schon dabei sind, die abgebildeten Örtlichkeiten zu hinterfragen: Das erste Foto zeigt meines Erachtens nicht die Freie Strasse, sondern den Marktplatz unterhalb der Einmündung der Hutgasse: Im Eckhaus (rechts) befindet sich heute ein Schuhgeschäft, wo die "Volksmagazine" waren, ist heute eine Bankfiliale, Joh. Thommen Sohn (od. Söhne?) und Merkur sind einer Berner Confiserie gewichen - und wenn man den rechten Bildrand öffnen könnte, käme als nächstes das Haus, wo (heute) die Confiserie Schiesser ist. Die marschierenden Männer kommen aus der Gerbergasse, und am linken Bildrand sieht man gerade noch das Haus, wo heute ein Optiker ist. Etwas weiter hinten sind noch knapp die Erker und Türmchen der Fassade der Safran-Zunft zu erkennen. Wenn man dieses Bild neben jenes von der Teuerungsdemonstration auf dem Basler Marktplatz im August 1917 hält (das auch als Hintergrund für den Titel der Serie dient) und die Fassadenfront am rechten Bildrand dort mit den hier abgebildeten Häusern hinter den Männern (ca. Bildmitte bis rechter Rand) vergleicht, sieht man die Ähnlichkeit am besten.

    Zur Diskussion