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  • Wie Ernst Beyeler auf einen Schlag 100 Werke von Paul Klee kaufte

    Es gibt gar keine "schwachen Arbeiten" von Paul Klee. Diese Zuschreibung greift nach meinen Beschäftigungen mit Klee zu kurz. Klees Hang zur Vereinfachung und manch extrem angesetztem Minimalismus im Werk führt dazu, dass Betrachter oft nicht auf Anhieb die versteckten Botschaften entschlüsseln können. Auch Beyeler und Schmalenbach haben nicht immer Klees Arbeiten richtig interpretiert oder verstanden. Das schmälert nicht deren Verdienst, uns diese Werke zugänglich zu machen. Bei dem Werk "Engel bringt das Gewünschte"/"Ein Genius serviert ein kleines Frühstück"(1915/1920) habe ich in meiner Publikation "Annäherung an Paul Klee" (1987) deutlich machen könne, dass es manchmal 70 Jahre braucht, um ein Klee-Werk angemessen zu verstehen. Ich halte weder Beyeler noch Schmalenbach für tiefgreifende erhellende Klee-Interpreten, aber für herausragende Klee-Liebhaber. Das haben sie übrigens mit vielen Betrachtern gemeinsam, die heute ins Museum gehen und sich vom ersten Schein der magischen Bildwelt Klees verzaubern lassen. Das erklärt auch das Mysterium Klee: er bietet der emotionalen wie der geistigen Annäherung genug Raum. Ein jeder erobert sich seinen Klee. Dies Phänomen wird bleiben. Eine tiefere beschäftigung mit Paul Klee kann ich nur jedem ans Herz legen. Doch nur dem- oder derjenigen, der oder de sich auch die notwendige Zeit dafür erlaubt. Das sind nicht grad sehr viele. Herzlichst Georg Graf von Matuschka

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