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  • «Wer will schon deprimierte Tiere sehen? Pinguine werden mit Antidepressiva aufgemuntert»

    Was für ein schwachsinniger Titel für ein so umfangreiches Interview. Die "Antidepressiva" waren Mineral- und Vitaminpräparate - die Pinguine waren nicht depressiv (eine Krankheit, die selbst beim Menschen erst seit wenigen Jahren diagnostizierbar und therapierbar ist!) Man sollte Pinguine nicht zu sehr vermenschlichen und nicht alles glauben,was Reuters über den Ticker lässt....

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  • «Wer will schon deprimierte Tiere sehen? Pinguine werden mit Antidepressiva aufgemuntert»

    Leider sieht der Tier-"Philosoph" Wild die Welt vom "Elfenbeinturm" der Geisteswissenschaften aus: Ich bezweifle, dass Herr Wild schonmal in einem modernen Ozeaneum oder ähnlichem war. Sonst könnte er erkennen, wie falsch es ist zu behaupten, virtuelle Simulationen könnten die Sinnes-Erfahrung eines großen Aquariums ersetzen.Vielleicht ist er auch schon zivilisatorisch zu abgestumpft um diese Erfahrung zu machen? Mit seiner Aussage:"Man entnimmt Tiere ihrer natürlichen Umwelt und unterwirft sie vollständig der menschlichen Kontrolle. Die Verhaltensweisen der Tiere werden verändert. Die Reproduktion wird kontrolliert, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, überzählige Tiere müssen getötet werden...Der Zoo bleibt eine Einrichtung, die dazu dient, die Tiere zum Vergnügen der Leute sichtbar zu halten." fällt er auf die immer gleichen Lügen und Märchen von Tier"-rechtler" herein und disqualifiziert sich spätestens hier: 1. Keine Wildtiere werden für die Zoohaltung aus ihrer natürlichen Umgebung genommen (schon seit 40 Jahren nicht mehr!). Selbst die sogenannten "natürlichen Lebensräume" der Tiere sind schon längst eingezäunt, von Rangern oder von staatlichem Jagdrecht überwacht und werden nur solange toleriert, bis wirtschaftliche Interessen in den Focus rücken. Natürliche Lebensräume im ursprünglichen Sinne gibt es auf diesem Planeten nur noch in Sibirien oder der Antarktis. 2. Die Verhaltensweisen werden im Zoo zwar eingeschränkt (Jagdverhalten, Paarungsverhalten, Aufzuchtverhalten), das passiert aber überwiegend aus "Tierschutz"-Gründen (siehe Giraffe Kopenhagen: Dort wurde den Elterntieren Paarungs- und Aufzuchtverhalten ermöglicht, als der Jungbulle geschlechtsreif und geschlachtet wurde gab es große Empörung. Alternative wäre die Sterilisation der Elterntiere und damit eine fundamentale Einschränkung ihrer Verhaltensweise gewesen - aus "Tierschutz"-Gründen! Noch empörter wäre die Öffentlichkeit bei der Schlachtung von herangewachsenen "Publikumslieblingen", wie Tigern und Bären - die Beschränkung von Verhaltensweisen von Zootieren liegt also in den ambivalenten Sympathiewerten der Öffentlichkeit gegenüber einzelner Tierarten begründet, nicht an der Zoohaltung an sich. 3. Die "Freiheit" der Wildtiere in ihrem Lebensraum ist ebenfalls stark eingeschränkt (dass ich einem "Tier-Philosophen" das noch erklären muss!): So sind neben den natürlichen engen Grenzen einer von einem Wildtier besetzten Nische (Territorien werden von Artgenossen verteidigt, Beutetiere können nur an ein Wasserloch, wenn keine Fressfeinde anwesend sind, ein Revier muss das Tier ernähren - darum ist es so groß, die Nische unterliegt klimatischen und strukturellen Veränderungen, denen das Tier nicht ausweichen kann usw.) auch verstärkt menschliche Grenzen in Form von Lebensraumzerstörung zu nennen. 4. Zu behaupten, Zoos dienten nur dem "Fun" und diese Behauptung darauf zurückzuführen, dass es keine Studien gibt, die die Bildungseffekte von Zoos nachweisen, ist nur mit der Ahnungslosigkeit des Herrn Wild zu begründen. Es gibt Studien, die einen pädagogischen Effekt nachweisen. Zuletzt hat die WAZA 2014 darüber eine breit angelegte Studie verfasst. Diese Studie zeigte zwar, dass die Bildungsaktivitäten der Zoos verbesserungswürdig sind, diese aber von den modernen Zoos ernst genommen und nach Möglichkeit umgesetzt werden. Aber auch hier (wie so oft im Bildungsbereich) sind die Aktivitäten der Zoos im politischen Willen, letztendlich im Finanziellen limitiert. 5. Wenn wir in 100 Jahren auf Zoos blicken, werden wir unseren Kindern erklären müssen, warum es diese Tierarten nur noch in menschlicher Obhut gibt. Die natürlichen Lebensräume und ihre Bewohner werden weitestgehend verschwunden sein. Vielleicht werden unsere Kinder eine bessere Welt ermöglichen - dann brauchen sie die paar Tierarten, die wir in den Zoos für sie erhalten haben. Ich hätte noch viele weitere Argumente, die ich in den "Elfenbeinturm" dieses "Tierphilosophen" hineinschreiben könnte - aber ich bekomme kein Honorar und empfehle Herrn Wild, herabzusteigen aus dem "Elfenbeinturm" und sich in unserer kaputten Welt, insbesondere in der verschwindenden Welt der Wildtiere, umzusehen. Vielleicht erkennt er dann, dass man Zoos erfinden müsste (wenn es sie nicht schon gäbe), um wenigstens ein paar Arten zu retten - wenn nicht für uns, dann für unsere Kinder..

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