HJM
  • Sehnsucht nach der neuen Sachlichkeit

    Urs Buess zitiert Helmut Schmidt: «In dem Augenblick, da die Mitte auseinanderläuft, geht die Demokratie zugrunde.» und konstatiert: "Das Gegenteil ist nun also geschehen, die Mitte geht gestärkt aus den Wahlen hervor." Ich glaube das Gegenteil trifft zu und denke automatisch an den alten Cäsar: "Divide et impera!" Wie kann denn unser opportunistische Haufen von ziel- und konzeptlosen "bürgerlichen" Parteien der Mitte im Ernst als gestärkt betrachtet werden? Sie reagieren seit Jahren nur auf das Geschrei der lautesten Partei. Statt selbst aktiv zu regieren, finden sie faule, weichgespülte Kompromisse und packen die offensichtlichen Probleme niemals an der Wurzel an: Es findet sich schliesslich immer ein Denkzwang, der dann als so genannter "Sachzwang" breitgeschlagen und sogar vermarktet wird. Ängstlichkeit und Mutlosigkeit regieren. Beispiel: Das Totschlagargument der "Sicherung von Arbeitsplätzen": Als ob arbeitslose Investmentbanker nicht auf eine anständige Arbeit umgeschult werden könnten. Oder, da wir ja der freien Marktwirtschaft das Wort reden, die Kartelle und Quasimonopole wirksam brechen. u.s.w. Dabei könnten sich die "Bürgerlichen", wie sie sich so selbstgefällig nennen, auf die Demokratie zurückbesinnen, also den Gesellschaftsvertrag ernst nehmen. Dabei also die klassischen Staatsaufgaben nicht kommerzialisieren, sondern als Investition in einen gesunden Staat betrachten. Wir sind keine Insel, sind eingebettet modernen Welt. Exakt 99.9% der Weltbevölkerung sind schliesslich Ausländer. Das heisst selbsbewusst abwägen, wo wir bessere Lösungen haben (wir haben einige davon!), aber offen bleiben für die globalen Vorgänge und lernen zu wollen, was denn die Lebensqualität wirklich verbessert. Mir scheint, dass das Parlament samt der Regierung vor allem aus Kleinkrämern besteht. Würden also diese Mitteparteien den Lobbyismus zurückdämmen, uns Bürgern Transparenz verschaffen und Probleme von der Sache her, mit langem Zeithorizont anpacken, so kämen wir weiter. DORT hat sich aber gar nichts bewegt, in diesen Neuwahlen. Politiker: Gebt uns die Demokratie zurück!

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  • Vielen Dank für Lob und Kritik

    "Der Freitag" setzt einen guten Massstab: Debatte, kritisches Denken ohne Ideologiegeschwurbel. Im deutschen Sprachraum gibt es kaum ein besseres On-Line Forum. Bravo!

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