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  • Aufwachsen am Stadtrand: Wie Basels ärmste Kinder leben

    Aus der Sicht einer Person die in einem anderen Kanton aufgewachsen ist und nun in Basel wohnt: Ich bin nun seit 3 Jahren wegen meines Studium in Basel( mache gerade meinen Bachelor) hier. Und muss sagen, dass ich wirklich schockiert war über den Arbeitsmarkt hier. Im ersten Jahr fiel mir dieses Problem gar nicht auf, da ich aufgrund meines Naturwissenschaftlichenfaches nur auf der einen Seite war, wo die Leute wohlhabend sind. Erst als mein Freund und ich uns entschieden haben, dass er zu mir nach Basel zieht haben wir die Probleme des Arbeitsmarktes kennen gelernt. Obwohl er einen Lehrabschluss + Weiterbildung hatte, ist es hier kein leichtes einen Job zu bekommen. Während dieser Zeit haben wir auch viele Leute kennen gelernt, die seit Jahren vergeblich auf eine Festanstellung warteten. Obwohl mein Freund dann noch einem Job bekam, waren wir geschockt von diesen Unterschieden. Auch ich bin ein Kind einer ausländischen Familie. Mein Vater kam hier mit 17 und meine Mutter mit 20. Doch dies war nie ein Problem, da mein Vater genug verdiente und meine Mutter bei uns zu Hause bleiben konnte bis wir alt genug waren. Ebenfalls kannte ich solche Fälle wie in Klybeck bei uns drüben nicht (obwohl ich mich für Sozialarbeiten engagierte). Ich denke dass diese Armut vorallem ein Problem darstellt, denn dies raubt den Eltern jede Kraft. Und aufgrund dieses wird es umso schwieriger für die Kinder. Sie stehen vor der Wahl entweder reissen sie sich zusammen und kämpfen damit sie wenigstens eine Lehrstelle bekommen und somit ihre Eltern zu entlassten oder sie gelangen in schlechten Kreisen( gangs) da sie eh keinen Sinn im leben sehen, sondern nur Leid. Als ich mit ein Paar jungen Leuten darüber diskutierte war ich geschockt, wie viele eine akademische Ausbildung nicht mal im Hinterkopf hatten. Im vergleich mit meiner alten Stadt kann ich sagen, Geld und Sicherheit macht einiges aus. Aus meiner alten primarklasse waren wir auch mehr als die Hälfte Ausländer mit Eltern die jung in die Schweiz gekommen waren. Doch dies war kein Hinderniss für Niemanden von uns. Viele von uns gingen wie ich ins Gymnasium oder machten eine gute Lehre. Ebenfalls wurde mir gesagt, dass auch viele Arbeiterjobs an die Nachbarländer(vorallem Frankreich) gehen, da man diese weniger bezahlen muss. Was ich traurig finde, denn davon profitiert nur der Arbeitgeber, aber nicht die Schweiz bzw. Basel.

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