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  • Eine neue Zwei-Zimmer-Wohnung für 600 Franken Miete ist möglich

    Geringe Baukosten gut und recht. Doch anzunehmen, geringe Baukosten allein würden zu nachhaltig tiefen Mieten führen, ist gelinde gesagt in einem auf Profitmaximierung ausgerichteten System einigermassen naiv. Denn tiefe Mieten führen dazu, dass sich Mieter mehr Wohnfläche leisten können und dies auch tun. Ergo steigen mittel- und langfristig die Preise (die Mieten), auch wenn dieser Prozess durch unser Mietrecht (Stichwort Kostenmiete) etwas verzögert wird. Wenn eine Rendite-Immobilie verkauft wird, ist es für den Verkaufspreis unerheblich, wie hoch die Baukosten damals waren. Für Investoren sind zur Bemessung ihres Kaufangebotes lediglich die zu realisierenden Mieteinnahmen von Belang. Und dabei gilt natürlich: Je mehr, umso besser. Dank der Schutzbestimmungen in unserem Mietrecht können bestehende Mieten zwar nicht unmittelbar auf das Niveau der aktuell erzielbaren Mieten angepasst werden. Doch allerspätestens bei der ersten Totalsanierung kann sich der Investor dann vom Ballast der übernommenen Mietverhältnisse befreien und neue, profitmaximierende Anfangsmieten festsetzen, die mit den ursprünglichen Baukosten ganz genau gar nichts zu tun haben. Und die Moral von der Geschicht: Natürlich erlauben geringere Baukosten, rein rechnerisch, tiefere Mieten. In einem genossenschaftlichen System dürfte dies bei Anwendung einer reinen Kostenmiete sogar langfristig funktionieren. Überlässt man aber die Entscheidung, wer welche Mietwohnung bekommt, dem Markt und seinen profitmaximierenden Akteuren, dann wird ein möglicher mietpreissenkender Effekt von geringen Baukosten mittelfristig verpuffen.

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  • Infantinos grösster Coup

    Recht hat er, der ehemalige Autotieferleger: Der Fussball gehoert der ganzen Welt. Deshalb sind 48 Teams auch viel zu wenig. Bei 128 Teams waeren immerhin 60% der nationalen Fussballverbaende an der Endrunde vertreten. Mit einem von Beginn weg angewandten KO-System kaeme jedes Team, und damit jeder einzelne Spieler, immer noch auf allerhoechstens 7 Spiele. Und wenn man die Erstrundenverlierer ihr eigenes Turnier unter einem griffigen Namen ausspielen laesst (so aehnlich wie die Gruppendritten der Champions League mit der Europa League), dann kaeme jedes Team auch mit diesem Modus auf mindestens 2 Spiele. Und ganz nebenbei wuerde sich die Zahl der Spiele allein im Hauptturnier auf 127 erhoehen, womit der Gewinnzuwachs die Milliardengrenze knacken duerfte. Man stelle sich das mal vor: 1'000'000'000.- euro zusaetzlich fuer gemeinnuetzige Zwecke - wem kaemen da nicht die Traenen...

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  • GLP: Martina Bernasconi springt ab zur FDP

    Wenn Granit Xhaka in Moenchengladbach mehr Karrierechancen sieht als in Basel, na klar, dann heisst es: ich bin dann mal weg. Eine Legislatur spaeter fuehrt ihn der naechste Karrieresprung nach London - wer wuerde es ihm veruebeln? Und an alle diejenigen, die bis vor kurzem mit der schoenen Vorstellung gelebt haben, eine Politikerkarriere sei in erster Linie nicht eine (persoenliche) Karriere, sondern so etwas wie ein Dienst an der die Allgemeinheit: Welcome to reality!

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  • Wir sind Berlin, egal, ob wir aus Schwaben oder aus Syrien kommen

    Eben erst war ich im online-Jass. Ein neuer Tisch poppt auf meinem Bildschirm auf, 4 Leute setzen sich um den virtuellen Jassteppich. Und direkt nach der Begruessungsfloskel chattet einer der Spieler: Was denkt Ihr zu Berlin? Bei den andern beiden Mitspielern muss das wohl aehnlich angekommen sein wie bei mir (in etwa so naemlich: Wie bitte? Hallo, hier jassen!) Jedenfalls ist keiner darauf eingegangen. Etwas spaeter. Ich schaue in die TaWo rein. 'Wir sind Berlin'. Klar, hier gehoert so etwas auch hin. Trotzdem verspuere ich keine Lust noch Beduerfnis danach, diesem Thema NOCH MEHR Raum in meinem Bewusstsein einzuraeumen. Doch so willig der Geist auch war, das Fleisch war schwach. Ich begann sehr grosszuegig diagonalzulesen. Und blieb nach kuerzester Zeit an Folgendem haengen: Ansonsten fehlen mir die Worte. Mir fällt nichts ein, was ich dazu sagen kann,... Hm, da sieh mal einer an. Dann bin ich also offenbar nicht der Einzige. Und dann kam ein Gedanke in mir auf, den ich hier zur Diskussion stellen moechte. Und zwar ausdrueklich als Gedanken. Nicht als Vorschlag. Und schon gar nicht als Forderung. Wenn einigen oder gar vielen von uns nichts einfaellt, das wir dazu sagen koennen oder moegen, waere es dann nicht vielleicht besser, wenn in der Oeffentlichkeit viel weniger dazu gesagt wuerde? Denn je mehr Raum das Thema in der oeffentlichen Debatte erhaelt, so scheint mir, umso mehr gehen wir den Taetern auf den Leim, umso mehr Wirkung erzielen sie. Und umso groesser auch der Anreiz fuer kuenftige Taeter, es ihren Vorbildern gleichzutun.

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  • «Der Tod fasziniert mich nicht, aber er gehört zum Leben»

    @M Cesna Sie haben voellig recht: Alles haengt mit allem zusammen. Was immer ich heute auch tue, moeglicherweise wird dies eines Tages handfeste Auswirkungen haben - sei es auf einen meiner Nachfahren, auf mein Heimatdorf, oder vielleicht sogar auf den Lauf der Welt. Moeglich und denkbar ist alles, genauso wie beim beruehmten Fluegelschlag des Schmetterlings in Brasilien, der einen Tornado in Texas bewirken kann. Allerdings taugt dieser Zusammenhang keineswegs zur Begruendung irgendwelcher konkreter(!) moralischer Handlungsvorschriften, inkl. demjenigen, den ich aus Ihren Worten herauslese (Tu's nicht, jemand koennte auf die Idee kommen, es dir gleich zu tun!). Dies aus einem ganz einfachen Grund: Ja, alles haengt mit allem zusammen, doch welches genau die Wirkungszusammenhaenge sind, das liegt in den allermeisten Faellen im Dunklen, und/oder die Zusammenhaenge sind so komplex dass wir nicht in der Lage sind, die konkreten Folgen einer heutigen Handlung mit auch nur annaehernd befriedigender Treffsicherheit vorauszusehen. Ein einzelner Fluegelschlag eines Schmetterlings kann einen Tornado bewirken. Doch welcher genau das tun wird - unmoeglich vorherzusagen. Sollten wir nun hingehen und ALLE Schmetterlinge dazu zu ueberreden versuchen, nicht mehr mit ihren Fluegeln zu schlagen? Das Argument wonach man nicht selbstbestimmt, also aktiv aus dem Leben scheiden darf, weil dies dereinst die Entscheidung anderer Leute (vielleicht sogar eigener Nachfahren...) ueber ihr eigenes Lebensende beeinflussen koennte, gehoert fuer mich in den grossen Koecher vorwiegend angstbasierter Manipulationsinstrumente, mit welchen Menschen seit jeher zu konformem Verhalten gebracht werden sollen. In diesem Koecher ist es in guter Gesellschaft von, um nur einige wenige zu nennen, der Idee der Erbsuende, des Fegefeuers, oder der 72 Jungfrauen, die im Jenseits den Maertyrer erwarten. We are free to be free. Das bedeutet natuerlich auch, dass jeder Einzelne auch frei ist unfrei zu sein. Fuer mein ganz persoenliches Empfinden bedeutet frei sein im Zusammenhang mit unserem Thema folgendes: Ja, ich bin mir bewusst dass mein Handeln Auswirkungen auf Andere hat und Andere in ihren eigenen Entscheidungen mitbeeinflussen kann. Nein, ich bin nicht automatisch moralisch verantwortlich fuer das was Andere tun, nur weil mein eigenes Handeln die Entscheidungen Anderer moeglicherweise mitbeeinflusst. Genauso wie ich selbst frei bin, frei zu sein, ist es prinzipiell auch der Andere. Wenn ich ihm, dem Anderen, zumute, mit meiner eigenen, ganz persoenlichen Entscheidung (z.B. am Tag X selbstbestimmt zu sterben) umgehen zu muessen, dann ist dies nicht nur eine Zumutung, sondern auch ein Ausdruck dafuer dass ich den Anderen, bei aller zwischenmenschlichen Verbindung, als selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Individuum respektiere.

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  • «Der Tod fasziniert mich nicht, aber er gehört zum Leben»

    Der Tod - ein sprachliches Hilfskonstrukt verbreitet Angst und Schrecken Menschen neigen ganz allgemein dazu, sich in ihren eigenen Fallstricken zu verheddern. Ganz viele solcher Fallstricke hat sich der Mensch dadurch erschaffen, dass er Sachverhalte aus seiner alltaeglichen Lebenserfahrung substantiviert und damit verdinglicht, welche absolut substanzlos sind, und demzufolge losgeloest vom konkreten Zusammenhang im dynamischen Geschehen, welches wir 'leben' nennen, schlicht und einfach keinerlei Existenz haben. Problematisch wird dies allerdings erst dann, wenn der Mensch seine eigene Schoepfung woertlich nimmt und sich fragt wie/wo/was denn dieses DING eigentlich genau sei, ueber das sich so trefflich debattieren laesst. Nehmen wir ein Beispiel: Der Schmerz. Gibt es so ein Ding (an sich)? Oder ist es nicht viel mehr so dass lebendige Organismen in einem unangenehmen Zustand sein koennen, den wir mit 'er/sie/es erlebt Schmerzen' umschreiben? Gibt es Schmerzen losgeloest vom Organismus, der sie erlebt? Offensichtlich nicht, 'der Schmerz' als solcher hat keine Existenz. 'Der Schmerz' als Ausdruck (als Substantiv) ist ein sprachliches Hilfskonstrukt um ueber gewisse von uns als unangenehm empfundene Zustaende zu sprechen, welche lebendige Organismen erleben koennen. Kein Schmerz ohne lebendigen Organismus, der ihn erlebt. Und jetzt zum Tod. Gibt es so etwas wie den Tod (an sich)? Na ja, Kandidaten gibt es genug, allen voran natuerlich den schaurigen Sensenmann. Doch ohne hier weiter zu vertiefen: Klar, so etwas wie einen allgemeinen Tod gibt es nicht. Der Ausdruck 'der Tod' als Gegensatz zu 'das Leben' hat nur insofern eine klare Bedeutung, als er sich auf die Abwesenheit von Lebensprozessen bezieht. Er besteht also gewissermassen aus nichts. Doch hat nicht jeder seinen eigenen, persoenlichen Tod? MEIN Tod, genauso wie ich ja auch MEIN Leben lebe? Genau hier tappt der Mensch nur allzu leicht in die Falle, welche er sich mit der Verdinglichung eines nur als dynamischen Prozess zu fassenden Sachverhaltes selbst ausgelegt hat. 'Der Tod' als solcher hat keine Existenz. Es gibt ihn nicht, 'den Tod' (an sich). Wenn wir von 'dem Tod' sprechen dann beziehen wir uns auf die Beobachtung dass lebendige Organismen nicht bis in alle Ewigkeit lebendig sind, sondern irgendwann aufhoeren zu funktionieren, aufhoeren lebendig zu sein. Wenn ein Organismus nicht mehr lebendig ist, bezeichnen wir ihn als tot. Das ist als Adjektiv OK und voellig unproblematisch. Problematisch wird es erst dort wo der Mensch aufgrund seiner durch die Evolution geschaerften Instinkte sein Streben nach ueberleben auf die Zeit nach dem erreichen jenes Momentes ausdehnt, in welchem der eigene Organismus ganz im Einklang mit der inneren Logik irdischen Lebens aufhoert zu funktionieren. Dann erfindet er sich naemlich seinen eigenen Tod und stellt sich vor, diesen dereinst genauso zu erleben wie im Moment gerade sein Leben. Wir koennten ihn also getrost ueber Bord werfen, den Tod, dieses angstausloesende sprachliche Hilfskonstrukt, und uns zum Beispiel mal mit folgenden Fragen befassen: War es fuer mich in irgendeiner Weise schlecht oder schmerzhaft oder gar nur schade, dass ich vor meiner Geburt eine halbe Eweigkeit lang nicht existiert habe? Wenn nein, gibt es irgendeinen Grund zur Annahme, dass dies fuer die zweite, im Moment meines eigenen sterbens beginnende halbe Ewigkeit anders sein wird?

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  • Geheimdienst CIA sieht Einmischung Russlands in US-Wahlkampf

    Bingo! Das ist ja genau des Pudels Kern: es steht in der Washington Post und im Spiegel, zudem liefert es einem die sda mundgerecht aufbereitet - wie könnte man da aussen vor bleiben und die Story nicht mit drei Klicks im eigenen Blatt platzieren? Ich persönlich würde mir Redaktoren wünschen die der schnellen Versuchung zu widerstehen vermögen. Und sich erstmal fragen, welches denn eigentlich der Informationsgehalt der vermeintlichen Story ist. Gehackte Emails? Ist das der Rede wert in einer Welt in der die NSA (und bestimmt nicht nur die) sowieso alles mitlesen? Gemäss 'Einschätzung der CIA' seien es 'Personen mit Verbindung zur russischen Regierung' resp. 'aus dem Umfeld russischer Bemühungen' gewesen, und weiter sei es 'Ziel Russlands gewesen, "Trump zur Wahl zu verhelfen"'. Ich kann mir nicht helfen, aber zumindest solange da nicht mehr ist als Einschätzungen über Leute aus dem Umfeld irgendwelcher Bemühungen (ich versuche gerade mir das Umfeld von Bemühungen vorzustellen), solange ist das einfach nur warme Luft.

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  • Schweizer Einkaufstourismus weiter auf hohem Niveau

    Wussten Sie eigentlich dass gut drei Viertel aller Kleinbasler regelmaessig als Einkaufstouristen ins Grossbasel fahren? Dass 95% der Bewohner des St. Johann ihre Weihnachtseinkaeufe nicht im eigenen Quartier taetigen? Oder dass kaum ein Anwoher der Greifengasse fuer sein taegliches Brot zu Manor geht?

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  • Umgestaltung Schaffhauserrheinweg: Erhaltung der Parkplätze hat Vorrang

    Zugegeben, es ist mir in den vergangenen 10 Jahren tatsächlich schon mal passiert, dass ich an einem dieser heissen Augusttage auf dem Weg zum Einstieg in den Rhein beim Tinguély-Museum zum überholen vor mir gehender Fussgänger (die meisten wie ich mit Wickelfisch unterwegs) auf die Fahrbahn ausweichen musste. Den Schaffhauserrheinweg würde ich deshalb aber noch lange nicht als fussgängerunufreundlich bezeichnen. Wenn er nun vorderhand "nicht fussgängerfeundlicher werden" soll, wo genau liegt dann das Problem? Lassen sich denn wirklich so viele Leute ihren Spaziergang durch die Anwesenheit von auf der Fahrbahn parkierten Autos vergällen? Bin ich vielleicht einfach zu unsensibel um zu bemerken, wie sehr es meine Lebensqualität schmälert, wenn ab und zu mal ein einzelnes Auto vorbeifährt, während ich im Schatten der Bäume flaniere und mich am Anblick des Rheins und des gegenüberliegenden Ufers erfreue? Oder geht es einfach ums Prinzip: je weniger Auto umso Lebensqualität?

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  • Busle bim Umewusle: Zu Besuch an der «Cats»-Premiere

    .... alles viel zu lang, viel zu laut, viel zu unlogisch ..... und es war ganz ok Klingt irgendwie danach dass die Autorin am Ende doch noch kalte Füsse bekommen hat, Angst vor dem eigenen Mut.

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