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  • Im Einsatz für die Frauenquote

    1. Wenn Frauen weniger Steuern zahlen, dann liegt das darin, dass sie ein niedrigeres Einkommen haben, was wiederum die Frage aufwirft, wieso dies so ist. Besonders interessant wäre es dann zu wissen, ob Frauen, die vollberufstätig sind, auch davon betroffen sind. Eine Recherche allgemein, die einfach darauf schaut, ob Frauen weniger Steuern bezahlen, macht keine Aussage, weil sie ohne Hypothese ist und Zusammenhänge nicht macht. 2. Ich frage mich stark, was mit der alten Leier gemeint ist - tote Rhetorik? Das findet sich genau in diesem Kommentar, welcher nicht auf die Argumente eingeht, sondern leere Prosa ohne Sinn oder Argumentation ist. 3. Scheint es doch ein relativ schlagendes Argument zu sein, dass sich die Situation nicht von alleine, ganz "natürlich" angeglichen hat. Ausserdem ist mit dieser Initiative nicht nur an junge Frauen, die in dieser Generation aufwachsen und die erst in die Berufswelt eintreten werden (wie Initiantin Conti, die noch studiert) gedacht, sondern auch oder besonders an solche, welche sich bereits in der Berufswelt und in den betreffenden Auswahlsverfahren befinden. 4. geht es auch darum, ein bereits bestehendes Konstrukt von vorwiegend männlichen Akteuren zu öffnen für Frauen, was durch eine Quote wesentlich vereinfacht würde. Stellen Sie sich eine Gruppe vor, in die sie sich beruflich und somit auch sozial-psychologisch eingliedern müssen. In dieser Gruppe kennen sich alle schon, gehen zusammen essen, Tennis spielen, haben ihren Rotari-Club, Golfen, kurzum geteilte Freizeitaktivitäten, sei es nur das Bier nach der Arbeit. Die soziale Praxis oder besser Sphäre war bis jetzt eine männliche Sphäre, und trägt somit auch deren Ausprägung und Bedingungen. Schafft es nun eine einzelne Frau ins "Team", da sie tatsächlich alle anderen Bewerber qualitativ aussticht, sieht sie sich mit genau dieser Sphäre und dem darin herrschenden Praktiken konfrontiert. Ist sie nun alleine, wird es sehr schwer für sie, darin auch sozial Fuss zu fassen. Eine Frauenquote bedeutet in diesem Zusammenhang einen Schwellenwert, welcher ermöglicht, dass das Eingliedern und Behaupten in dieser sozialen Sphäre realistischer wird.

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  • Mutmasslicher Boston-Attentäter Zarnajew kommt vor ziviles Gericht

    http://dailycurrant.com/2013/04/22/sarah-palin-calls-invasion-czech-republic

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  • SP-Präsident Martin Lüchinger geht

    ..aber eine, die sich nicht auf jede noch so kleine Provokation einsteigt, oft noch darauf hereinfällt und mit einer typischen Ätsch-Bätsch-Haltung Politik betreibt. Ein bisschen mehr Weisheit an der Spitze wäre schön.

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  • Anwohner proben Aufstand gegen Massagesalon

    Meine lieben, ebenfalls nicht in der Lehenmatt ansässigen Moralapöstelchen. Ja, das Kleinbasel wird in diesem Artikel nicht berücksichtigt. Müssen wir wegen dem allen Wohngebieten die Prostitution wünschen, so im Stil 'es ist immer besser, wenns alle schlecht haben, und nicht nur einer'? Und ja, wenn wir ganz offen moralisch denken, dann ist es das Recht dieser Dame ihren Beruf auszuüben wo sie will, solange es nach gewissen Richtlinien passiert. Wenn aber Eltern halt (komischerweise, wirklich) ihre Kinder nicht im Gang mit Freiern Fangis spielen lassen wollen, muss ihnen dann sofort der SVP-Stempel aufgedrückt werden? (Der Name SVP wird hier sowieso nicht mehr als Symbol für die Partei verwendet, sondern als BUH-Wort und allgemeiner Aufruf zum Draufhauen, weil die SVP finden wir ja alle doof.) Ist man 'rechts', wenn man das Wohl oder die Besorgnis um die eigenen Kinder über den Wunsch nach ökonomischer Verwirklichung einer anderen Person stellt? Ich denke nicht. Die Sache muss ausdiskutiert werden, und alle Parteien gehört und gleichberechtigt werden. Aber nur weil sie sich aufregen, sind die Anwohner keine schlechten Bünzlibürger und auch kei SVPler, schliesslich wollen wir, wenn wir schon so penibel moralisch sein müssen, nicht jemandem den Mund verbieten ..?

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  • Polizisten als Medienpädagogen

    .. dann sollen Leute her, die mit dem Fach vertraut sind. Genauso wie ein Französischlehrer der Sprache Französisch mächtig sein muss, muss ein Lehrer, der mit der Vermittlung von Medienkompetenz betraut wurde, mit die Sprache der Medien verstehen. Wieso also nicht 'digital natives' engagieren, Studenten, Hilfs- und Assistenten des Fachs 'Medienwissenschaften' ? Es erscheint nahezu sinnlos, diese Aufgabe Lehrern aufzubürden, welche sie nicht tragen wollen oder können. Medienbildung ist längst nicht mehr ein kleiner Nebenbereich, welcher von ein paar Polizisten im Bezug auf andere Themen schnell nebenher angesprochen werden sollte. Gerade Polizisten: Sind das Personen des Vertrauens für Teenager und junge Erwachsene? Wohl kaum. Nimmt an eine Moralpauke von diesen Personen an, erscheinen sie einem als glaubwürdig? Wissen sie mehr über Facebook als die Schüler selbst? Dass ich nicht lache. Das Fach Medienbildung müsste, wie ich in einem anderem Beitrag auch schon erwähnt hatte, die Schüler einbeziehen - es müsste ihnen eine gewisse Autorität und Kompetenz zu sprechen, damit sie überhaupt ein Interesse an einer kritischen Ansicht von sozialen Medien, Suchmaschinen etc. entwickeln. Die Verhandlung, Diskussion von gemeinsam zu erstellenden Normen erscheint mir bei Weitem sinnvoller, als die übliche BUH-Rede, die ich auf jeden Fall so in meiner Schulausbildung erlebt habe.

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  • Facebook: bleibt Hoffnung?

    Klar ist das eine heikle These. Jedoch glaube ich, dass wir das Wort 'unüberlegt' sehr oft negativ konnotieren, obwohl es doch gar nichts Schlechtes bedeutet. Es heisst 'ohne Verstand', 'ohne rationale Planung' und deutet damit vielleicht eher in Richtung 'sinnlich', 'intuitiv'. Und ist Liebe nicht eher in diesen Begriffen angesiedelt? 'Gleichgültigkeit' resultiert für mich ebenfalls nicht aus 'spontan' und 'unüberlegt' - kann Bedeutung (meaning) nur etwasem zu kommen, was geplant und rationalisiert ist? Ich lasse diese Frage gerne zur Beantwortung offen. Ich weiss nicht, ob dies auf ihre Fragestellung zutrifft: "Indem die Wellen des Netzes unsere Füsse umspülen, vertiefen sie unsere Abdrücke im nassen Sand. Träumerisch löst sich dabei die Verspannung gegenüber der Überfülle und der Konturlosigkeit der Dinge. Dieses Konzept von Einsamkeit, von imaginationsbereiter Langeweile, gilt es wieder zu entdecken, um uns selbst mit dem echten Leben zu überraschen und um die Monotonie funktionaler Verknüpfungen zu überwinden. Unsere Attitüde gegenüber dem Netz muss kontemplativ und optimistisch zu gleich werden, damit wir es auch im echten Leben leisten können, behaglich, spielerisch und zustimmend zu sein. Die poetische Grundstruktur des Netzes hat das Potential, uns wieder zu ganzen Menschen zu machen, die selbstbewusst ihre Geschichte im Raum der Öffentlichkeit erzählen." Dieses Zitat vielleicht an an T Hoch Was an Facebook anders ist, als am realen Leben in Punkto Sprache: "Alles, was ausgesprochen werden kann, kommt auch zur Aussprache. Leerstellen sind da, um gefüllt zu werden. Innehalten zwischen zwei Wörtern gibt es nicht. Jeder Lebensmoment wird versprachlicht." Da jeder seine Privatsprache spricht, wird Facebook zu einer riesen, unordentlichen Ansammlung (Labyrinth) von Sprachen, und Facebook wird zu einem System der sozialen Unordnung - ganz anders als in unserer strukturierten, bestimmten Klassengesellschaft, wo jeder seinen Platz und seine Sprachrolle hat. Was mit Liebe hier gemeint ist: (..)dass es einen Begriff von Liebe gibt, der allumfassender und grundsätzlicher ist als der, mit dem wir heute operieren. Wenn beispielsweise der Apostel Paulus im Ersten Korintherbrief von 'Liebe' spricht, dann meint er damit interaktive Eigenschaften wie Langmut, Wertschätzung des Anderen, Güte, Toleranz. Diese Liebe, die er der Gemeinde von Korinth abfordert, ist alles andere als individuelle Glückssuche, sondern Verwirklichung der sozialen Natur des Menschen. Es ist der Aufruf zur sozialen Gerechtigkeit."

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  • Facebook: bleibt Hoffnung?

    Stimme absolut zu im ersten Punkt, vielleicht zur Entschärfung des Punktes ""Liebe ist zu etwas Lautem und Grellem geworden, weil sie dem Leistungsprinzip untergeordnet wird, und es besteht die Tendenz, dieses Verständnis von Liebe auch in die sozialen Medien hineinzutragen. Erst wenn wir sehen, dass wir Liebe nur dann aus der Arbeit befreien können, wenn wir uns und unsere Sprache aus ihrer Dominanz lösen, wird der Raum der sozialen Medien als das sichtbar, was er sein kann." Was vielleicht im Review nicht ganz klar wird - es handelt sich um einen potenziellen und nur teilweise schon ausgelebten Zustand von Facebook, welcher erst gelernt werden will. Inwiefern ist Liebe auf Nutzen ausgerichtet? Jetzt ganz ohne Bezug auf Facebook: Liebe, eine funktionierende Beziehung wird heute doch allzu oft als Teil des Rezeptes angesehen, welches mit sorgfältig abgestimmten Verhältnis von Arbeits- und Freizeit schlussendlich zur Zufriedenheit oder zum guten Leben führen soll. "Bildung, Erholung, Gesundheit, Genuss - alles das, was eine Privatsphäre ausmacht - wird an der Logik des Marktes gemessen. Es wird bestimmt von einer optimalen Input-Output - Relation." --> Wie oft bezeichnen Menschen ihre Beziehungen mit "es sollte ein ausgeglichenes Geben-und-Nehmen sein" oder "Ich investiere einfach zu viel Zeit da rein und bekomme nichts zurück"? Also, dies jetzt rein aus Alltagsgesprächen ausgegriffen. Weiter: "Messbar ist dann nur das sichtbare Ergebnis: das Zitieren von Zahlen und Fakten, der Bräunungsgrad des Gesichts, das stabile Körpergewicht, die Grösse des Weinkellers. Das Prinzip der Effizienzsteigerung sichert den Leistungsvorsprung vor dem Prekariat der Masse." --> Können wir dies nicht eindeutig in einem viel zu grossen Teil unserer Gesellschaft beobachten? Klar werden genau diese Prinzipien auch auf Facebook aufgelebt; dies kann nicht abgestritten werden. Doch: wie viel Zeit braucht jemand, um über sein nächstes Like, seine nächste Chatnachricht, seinen nächsten Status (Ja, ich weiss, es gibt Einzelfälle von solchen, die sich tagelang darüber Gedanken machen) etc nach zu denken? Genau diese Spontaneität, diese "unüberlegte" Ausdrucksweise könnte uns helfen, die Sprache der Liebe zu revolutionieren, und Liebe so von diesem überlegten, kalkulierten Leistungsprinzip zu lösen. Offen bleibt sicherlich trotzdem, wie genau Pschera sich diese Sprache vorstellt, und zu wie grossen Teilen sie reines Ideal oder Utopie ist.

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  • Facebook: bleibt Hoffnung?

    Lieber Rolli oder Rallo, Erstens: Thoreau ging in die Wildnis, um mit seinen Sinnen wieder wahrzunehmen, ohne vorgefertigte Meinungen auf diese Eindrücke anzuwenden. Seine Beschreibungen geben uns einen neuen Eindruck von Natur; "they make the stone feel stony again", wenn ichs (Ich merke, Sie mögen Zitate) mit Viktor Shlowsky sagen darf. Tatsächlich werden Sie sich, falls Sie Thoreau auch gelesen haben, daran erinnern, dass er sich unter einem Telegraphenmast wieder findet: "As I went under the new telegraph-wire, I heard it vibrating like a harp high overhead. It was the sound of the far-off glorious life, a supernatural life which came down to us, and vibrated the lattice-work of this life of ours." (Thoreau, 1851). Er sucht nicht diese idealisierte Stille, er sucht das Geräusch, die Natur, so wie sie ist und versucht, ihr gerecht zu werden in seinen Beschreibungen. Dies versucht Pschera genauso in seinem Buch; er versucht mit einer neuen Sprache und neuen Begriffen an das soziale Netz heranzutreten, anstatt den bestehenden Diskurs 1:1 zu übernehmen (und geht dabei von Thoreau's singendem Draht aus). Schlechte Idee von ihm? Zum zweiten Teil Ihres Kommentars; Öffentlichkeit für die Eitelkeit der Unbedeutenden? Wirklich? Möchten Sie wirklich die Dichotomie von Bedeutend und Unbedeutend einführen? Nur wer mit dem Label "Bedeutend" versehen ist, erhält das Recht, sich zu äussern, ohne von Ihnen verurteilt zu werden? Denken Sie einen Milimeter weiter, was solche Bedeutend/Unbedeutend-Diskurse auslösen, von welchen Menschen Sie gebraucht werden und zu welchem Zwecke (als eines von Tausenden Beispielen würde ich als Frau heutzutage immer noch nicht in einer Universität sitzen und arbeiten, wenn diese "Unbedeutenden" kein Recht zur freien Äusserung hätten). Zu Ihrem letzten Satz: Schön, dass Sie doch erkennen, dass Sie unwiderruflich auch Bestandteil dieses Diskurses sind, und dazu seine Vorraussetzungen annehmen müssen, und somit von Ihnen bestimmt werden. Aber: "Eine Selbstdefinition als Opfer kapitalistischer Machenschaften, die auf das Sammeln von Daten und Ausbeuten von Communities angelegt ist, ist kein Weg in die Freiheit." (Pschera, 2011). Oder mit Nietzsche: " "Während alle vornehme Moral aus einem triumphirenden Ja-sagen zu sich selber herauswächst, sagt die Sklaven-Moral von vornherein Nein zu einem „Ausserhalb“, zu einem „Anders“, zu einem „Nicht-selbst“: und dies Nein ist ihre schöpferische That. Diese Umkehrung des werthesetzenden Blicks — diese nothwendige Richtung nach Aussen statt zurück auf sich selber — gehört eben zum Ressentiment: die Sklaven-Moral bedarf, um zu entstehn, immer zuerst einer Gegen- und Aussenwelt, sie bedarf, physiologisch gesprochen, äusserer Reize, um überhaupt zu agiren, — ihre Aktion ist von Grund aus Reaktion."

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  • GemEinsam

    @Roberto Simanowski: zum 1. Stimme ich Ihnen völlig zu – ‚Digital Natives’ sind den ‚digital emigrants’ in Jargon (Linguistisch gesehen- und das macht in Diskursgemeinschaften wie dem Informatikunterricht wohl den fast wichtigsten Teil der Kommunikation und somit auch der Zugehörigkeit aus) völlig überlegen, sowie im Begreifen der Möglichkeiten von Social Networking (was kann ich verstecken, privatisieren, liken, kommentieren etc.). Dem Entgegenwirken ist demnach zunächst schwer, obwohl ich schon hier die Möglichkeit für Studenten, Hilfsassistenten und Assistenten wittere, die (fast) ‚digital natives’ sind. Dem zweiten Punkt muss man wohl aus eigener Erfahrung Bedeutung zu messen, da es sich so bei den meisten Themen verhält, in welchen man als Jugendlicher einen gleichen resp. weiteren Horizont zu haben glaubt (Schlagerbeispiel Alkohol). Jedoch glaube ich, dass hier in erster Linie ein Bewusstsein geschaffen werden muss, und so müssten die Schüler aufgerufen werden, selbst zu reflektieren – also selbst Problematiken darlegen, welchen sie begegnet sind. Aus vielen im Alltag aufgeschnappten Unterhaltungen ziehe ich, dass viele sich durchaus Gedanken machen über was ihre beste Kollegin oder der ‘Andere’ aus der Parallelklasse so tun und walten in der breiten Öffentlichkeit von Facebook und anderen Foren. Ich glaube, die Kernüberlegung muss an die Eigenverantwortung der Schüler appellieren und dies nicht im Sinne einer ‘Standespredigt/Moralschelte”; sondern im Bestätigen des Mehrwissens der ‘digital natives’, durch die Affirmation ihrer Kompetenz. So könnte ein Anreiz dazu entstehen, diese Kompetenz auszuüben, gerade um es den ‘Autoritätspersonen’ zu beweisen. (Wie das dann ganz genau aussehen würde, ist mir noch etwas offen; ob Klassen eigene „Facebook-Regeln“/“Normen“ entwicklen sollen und diese gegenüber dem Lehrer darlegen und verteidigen sollen etc.) Zu Drittens: Hier möchte ich wieder, wie angetönt im ersten Punkt die oft „jüngere Belegschaft“ der Studenten/Assistenzen einbringen, welche im Bereich der Medienwissenschaften tätig sind, sowie sicher auch Lehrer, welche sich vertraut bis ‚native’ im Gebiet der Social Media (mostly Facebook) fühlen und doch bereit sind, als ein Gegenüber und nicht als allwissende Autorität aufzutreten. Ich denke, dieses Gebiet bietet immens viel Potential, Inspiration und effektive Forschungsmöglichkeiten für Personen, die Passion dafür aufbringen (es wäre sicherlich auch eine interessante Sache nach einem gewissen Zeitraum eine ‚etablierte’ Fachperson einzubringen zu einer Diskussion, die etwas zur Situation der gegenwärtigen Forschung zum Thema einbringt, sowie es in allen Schulfächern irgendwann geschieht). Nein, ich denke, die Ethiklehrerin (wenn gegeben) hat genug andere Aufgaben und je nachdem zu wenig Kompetenz. Da ich nicht gerade ein Verfechter des Wertes der sogenannten „Klassenstunde“ bin, schlage ich eine Integration in den Informatikunterricht vor, da dieser sich ziemlich langweilig gestaltet für die meisten (Exel, Taschenrechnerprogrammierung über ein Jahr (Ich hab’s nie wieder gebraucht) und viel sinnloses Gesitze vor dem Bildschirm) – bin sogar überzeugt davon, dass es ihn um eine attraktive Komponente bereichern würde; denn was tun junge Leute lieber, als ihre eigene Weltansicht kundzutun und sogar noch eventuell Bestätigung dafür erhalten? @ Manuel Thomas: Du sprichst genau auf das Szenario an, welches ich mir weiter ausgemalt hatte. Ich denke, das was du vorzeichnest, geschieht schon öfters, als wir es wahrhaben wollen. Der sogenannte 'Backgroundcheck' geschieht heutzutage meist über Facebook (in Anlehung an 'How I met your mother' - ;-)), und nicht zu selten lassen wir uns tatsächlich vom Facebookprofil (und nicht vom User selbst, sondern seiner Repräsentation (oder nach Platon 2.(!) Abbildung)) verunsichern bis demotivieren. Und ja, so entstehen 'Freundeskreise' oder lieber 'Communities', in welchen sich Personen ein kollektives, übereinstimmendes 'Ich' zulegen. Ich stelle aber auch in Frage, ob dies wirklich auf das reale Umfeld Rückschläge hat - beginnen wir vielleicht auch, konsequent unser 'Universum' in virtuell und real aufzuspalten? Trotzdem: es könnte tatsächlich sein, dass Facebook uns hilft, dem Konflikt des echten Lebens aus dem Weg zu gehen; mehr und mehr, da wir bereits schon wissen, was Leute für Präferenzen und Umfelder haben. Dies würde dann die Selektion 'neuer Freunde' und wenigstens nicht das Bestehen älterer Freundschaften beeinflussen (Deshalb: radikale Transparenz wird (noch) nicht vorausgesetzt, könnte sich jedoch in Zukunft auch durch das Entstehen von uns unkontrollierbaren Machtstrukturen etablieren)..

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  • «Wir wollen die Stadt mitgestalten»

    Obwohl ich das Interview nicht schlecht fand, und es wohl ein besseres Statement abgab als die meisten Leute an diesem Event, muss ich leider sagen, dass Pseudonym Martin sich mit seinem Kommentar über Abfall nach Lust und Laune liegen lassen, absolut disqualifiziert hat. Klar braucht die Jugend mehr Freiräume, welche nicht an Konsum und streng eingezäunte Bezirke gebunden sind, und doch soll sie auch ein Quäntchen Verantwortung zeigen, wenn sie denn für voll genommen werden will. Eine solche Haltung zeugt von ähnlicher Arroganz wie die der Politiker, welche finden, es bräuche nicht mehr Platz für die Jugend. Nehmt euch mal ein Beispiel an den zahllosen Outdoorparties, die wöchentlich stattfinden, ohne Konfrontationen, Abfall im Übermass und Steinewerfen..

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