• Die SVP verwandelt sich vom Angstgegner in eine Partei wie andere auch

    Interessant, aber meiner bescheidenen Meinung nach hat die SVP den Status "Angstgegner" schon bei der DSI-Niederlage 2016 verloren. Es war der Beweis, Blochers Partei war besiegbar, auch bei einer Initiative, die die Elemente "Ausländer" und "Kriminalität" verband. Der dringende Wunsch Kreis', Schützengräben einzuziehen und ein Abweichler-Dogma "Man ist mit der SVP oder gegen sie" einzusetzen, steht seiner angeblichen Absicht zu Analyse und unvoreingenommener Betrachtung im Wege. Zu erwähnen wäre beispielsweise, dass die FDP mit Petra Gössi zwar eine konservativ-liberale Politikerin an der Spitze hat. Die jedoch die SVP klar als Gegnerin versteht, von der man Wählerstimmen weg- und zurückholt. Wenn Gössi etwa die "Guillotine"-Klausel angreift, so steht dahinter ein ganz anderer politischer Ansatz als der der SVP. Denn die SVP will die "Guillotine" als Hebel für weitergehende Ziele nutzen. Daran hat Gössi eben kein Interesse. Gerhard Pfisters Versuche, am rechten Rand zu schaben, allein als politisches Rücken nach rechts zu verstehen, übergeht, dass es in gewissen, auch ländlichen Landesteilen konservative Kräfte gibt, die die Europa-Politik, aber auch die kühl-neoliberale Marktreligiosität der SVP nicht mittragen wollen. Der SVP-Kurs fällt zudem nach den konkreter fassbaren und lustvollen Attacken (Ausschaffung etc.) zunehmend intellektuell-steifer und im Ansatz programmatisch-steiler aus. Blocher hat die Partei mit der "Selbstbestimmungsinitiative" und der Kündigung der Personenfreizügigkeit auf eine Art traumatischen Endkampf zugesteuert. Ob er damit die Basis erreicht? Wo steht die Partei nach einem zweifachen "Nein"? Wenn Blocher seine Kaderleute angiftet, sie zeigten zu wenig Einsatz, ist das modellhaft eine klare Anzeige dafür wie ein Bigchefego eigene schwere Fehler erkennt und sie natürlich nicht zugibt. Die "liebe Fraue und Manne" sollen abstrakten Zielsetzungen mit ungewissen Folgen zustimmen? Dem Gesicht des hilflosen Rösti fehlt zu allem Elend die Geilheit auf das Dogma der roten Linie, die boulevardeske Kaltschnäuzigkeit eines Toni Brunner, die harte Kernigkeit eines Ueli Maurer. Ein weiteres Problem der Partei ist der mediale Aufstieg von Roger Köppel: Ein selfiedandyhafter Egoleitartikler-David Bowie, der die Aufmerksamkeit mehr auf seine schillernde Weltwoche als auf die biedere Einfalt der SVP-Ziele lenkt. Der Hauptfehler in Kreis' Kommentar: Die Schweiz ist ein pragmatisch-konservatives Land, das, wenn es drauf ankommt, noch lange Jahrzehnte eher der patriachalen Durchsetzungs-Vision einer männlichen Elementarkraft glaubt als allen anderen Argumenten und Vorstellungen. Wie anders hätte Blocher seine Macht erobern und halten können? Messerstecher-Plakate und einfache Rezepte allein machen es nicht: Ähnliches bieten andere Parteien auch, aber mit viel weniger Erfolg. Ziemlich bieder finde ich da Kreis' Ausfälle gegen die Medien. Ist doch langweilig. Die Partei hat nunmal einige USP's. Gewisse Leitsätze passen als Kalendersprüche halt sehr gut in manche, profitiergeile Kleinbürgerstube (was natürlich ein akademischer, städtischer Sehrgutverdiener überhaupt nicht verstehen kann). Blochers rhetorische Leistung müsste Kreis sogar sympathisch sein. Oder findet er sich bereit, auf einmal die Langeweile der Mitte gutzuheissen, weil sie vermeintlich harmlos ist?

    Zur Diskussion
  • Diese dummen Religionen

    Ach, wie blöd. Da hätte die TaWo doch Gelegenheit gehabt, etwas differenziertes zum Thema in die Welt zu setzen. Stattdessen platziert sie einen billigen "Aufreger".

    Zur Diskussion
  • Basler Traditionsgeschäft Zihlmann Electronics ist konkurs

    Schade. Ich liebe Qualitätsgeschäfte mit guter Bedienung, und brauche ich etwas, besuche ich sie zuerst. Auch wenn mir etwas besseres aufgeschwatzt wurde als ich ursprünglich wollte: Immer haben mich diese Gegenstände viel zufriedener gemacht als das andere, das man dann oft als Kompromiss in der Wohnung stehen hat. Verstehe nicht, dass wir das aufgeben. Schliesslich gab es in dem Laden Kommunikation. Es gab den verbindlichen Wert der Qualität. Den Service. Das Entgegenkommen. Eben liess ich mir bei Zihlmann eine VHS-Kassette auf DVD und Stick überspielen. Mich hat sogar der technische Mitarbeiter angerufen, um mir ein paar Fragen zu meinen Wünschen zu stellen.

    Zur Diskussion
  • Für Eymanns Brandrede hagelts Kritik im Landrat

    Genau, der konstruktive Weg besteht beispielsweise darin, dass Basel mehr bezahlt. Dass die Uni die Reserven angreift. Ironie beendet. Man kann Eymann vorwerfen, forsch und hart vorgegangen zu sein, Diskussionen abgeblockt zu haben, sich des Schulterklopfens der Städter gewiss wie der wilde Mann gebährdet zu haben. Aber ich bin ihm dennoch dankbar. Wie hätte man zu Liestal sonst je erfahren, wie die meisten Städter denken?

    Zur Diskussion
  • Causa Schutzbach: Halbwahrheiten in der «Basler Zeitung»

    Soweit so gut. Besten Dank für die Recherche. P.S. Die Geschichte hätte mehr Gewicht, wenn die Tawo nicht jeden zweiten Tag als Schulmeister der Medien auftreten würde. Mehr eigene Geschichten und kurze, harte Kommentare würden die Marktchancen entscheidend verbessern.

    Zur Diskussion
  • Tramhölle Basel?

    Geht ja gar nicht um die Trams, sondern um die Planung eines Platzes.

    Zur Diskussion
  • Trotz Überzahl verlieren? Für bürgerliche Grossräte fast schon normal

    Basels Bürgerliche haben eben keinen Anspruch. Sie wollen die Regierungsmehrheit gar nicht. Weil sie sonst Verantwortung übernehmen müssten. Zunehmend schaffen sie es gar nicht mehr, genügend kompetentes und eloquentes Personal zu positionieren. Dank den Bürgerlichen dümpelt Basel GroKo-mässig. Wo sind deren Anliegen? Parkplatz-Zänkereien? Das Kaserne-Projekt abknallen? Sorry, das lockt keinen mehr hinter dem Handy hervor. Nun haben sie es auch noch zugelassen, dass Basel eine Gemüse-Fachperson bekommt. War da nicht mal was mit Einstellungsstopp? Bravo! Ich gratuliere!

    Zur Diskussion
  • Kann man machen: Ausfahrt mit Fahrverbot

    Erst dachte ich, das kann ja nicht sein. Nun stelle ich fest, dass es so sein muss: Die Tawo hat Wachttürme! Diese schieben sich SOFORT in den Kommentaren dazwischen, sobald sich ein Häuchlein von Kritik an einer linksgrünen Politikperson in der Ferne abzeichnen könnte. Merkmale: Die Tawo wird immer angehalten, strikt Kurs einzuhalten: "Ist die Tawo jetzt auch ...?" Offensichtlich sieht sich das Tawo-Wachtturm-Büro als eine Art GPK der Redaktionsleitung. Und auch als Politbüro der Community. Da darf nichts stehen gelassen werden! Statt nachgedacht wird gleich nachgeladen. Andere Betrachtungsweisen als die des TWTB (Tawo-Wachtturm-Büro) sind weder von der Tawo noch von der Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Und merke: Auch der Humor ist im TWTB-Protestantismus als ein deutliches Zeichen von abfallender Linientreue, als eine eigentliche Schwäche zu deuten.

    Zur Diskussion
  • Bedrohung des Basler Islam-Podiums: Wer hat sie erfunden?

    Nee, von einem Medium, das sich mit Hintergrund anschreibt und ein anderes der Unterschlagung von wesentlichen Informationen bezichtigt, darf ich mehr erwarten.

    Zur Diskussion
  • Bedrohung des Basler Islam-Podiums: Wer hat sie erfunden?

    Aspekt 1 Die Hitparade der Medien, die den anderen Marktpartnern regelmässig Zensuren erteilen, wird mit Abstand von der Tageswoche angeführt. Auf Rang 2 folgt jener weltbeste Basler Journalist aller Zeiten, dessen Opfer die Tawo kürzlich auch wurde. Aspekt 2 Ich nehme an, dass Duong/Brönnimann alles genau so wiedergegeben haben, was ihre Recherche ergeben hat, und darum finde ich sie - ohne die Fakten durch eigene Prüfung zu kennen - zunächst mal gut. Und auch wichtig. Es ist in der Tat ärgerlich, ungesund und nicht akzeptabel, wenn ein gesellschaftliches Spannungsfeld zusätzlich mit Fake-News aufgeladen wird. Aber dass die Tawo es für richtig hält, auszulassen, dass die Imamin Ates seit der Eröffnung ihrer liberalen Moschee in Berlin allein bis Juli 2017 über 100 Morddrohungen erhielt, tut der Glaubwürdigkeit nicht gut. Eher muss man deshalb fragen, ob die Tawo, wenn es tatsächlich Drohungen in Basel gegeben hätte, überhaupt darüber geschrieben hätte. Wenn nicht, so wäre dies eben auch fragwürdig.

    Zur Diskussion