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  • Nach dem Rauswurf kommt die Zwischennutzung

    In den 80ern konnte man an vielen Häusern in Basel lesen: Spekulanten raus! Der Burgweg wird zur Spekulantenstrasse. Es lebe der wildgewordene Kapitalismus. Von einer rot-grünen Regierung wäre zu erwarten, dass sie nun interveniert, nachdem sie mit den exhorbitant teuren Wohnungen in der Überbauung des Kinderspitals überhaupt erst im Quartier den ersten Stein dazu gelegt hat, dass nun alle meinen, ganz viel Rendite aus den Mietwohnungen holen zu können. Die Rochetürme mit den zahlreichen Wochenaufenthaltern und Schwerverdienern tun den Rest dazu. Richtig der Vorstoss. Basel-Stadt soll den Burgweg aufkaufen und wieder gut machen, was sie seit einigen Jahren stadtentwicklerisch verbrochen hat in unserer Stadt. Es braucht schon lange andere Wohnprojekte für Basel. Und etwas Mut würde unserer kleinlauten Regierung gut anstehen, auch gegenüber der Pharma und wildgewordenen Renditemaximierern.

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  • «Welches Land wollen wir sein?» Flavia Kleiner antwortet

    Daniel Faulhaber berichtet in bekannt einseitiger Manier. Die Inputgeberinnen, die Gleichberechtigung für die seit Generationen ansässigen Menschen mit so genanntem Migrationshintergrund forderten (Mateos) und über Zugehörigkeit sprachen (Grigorcea) und von VotantInnen im Publikum mehrfach unterstützt wurden, kommen in seiner Berichterstattung nicht vor. Vielleicht weil beide selber einen Migrationshintergrund haben? Ebenso ist nichts darüber zu lesen, dass sich in der Diskussion viele zur Rolle der Schweiz in der Welt äusserten, die mit reger Beteiligung an Waffenlieferungen, Rohstoffhandel und Geldwäscherei Flüchtlingsströme erst schafft. Die süffisante Art, linke Kritik als lustvoll und trotzig zu degradieren und darüber zu klagen, dass mehrheitlich Linksintellektuelle den Weg ins Volkshaus fanden, während Faulhaber selber nur die die Mainstream-Voten zu Wort kommen lässt, die wir täglich von allen anderen Medien schon serviert bekommen, lässt am publizistischen Auftrag einer Tageswoche zumindest Zweifel aufkommen.

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  • Frau Herzog, warum geht es Basel-Stadt so gut?

    Wieso nur diese Gereiztheit der Finanzdirektorin, wenn es um die Behindertengleichstellung geht? Hat sie ein persönliches Problem damit, dass es in Basel-Stadt nicht nur Schöne und Reiche, nicht nur finanzkräftige Bringer gibt, sondern auch so genannt 'Andere'? Passt das nicht ins sozialdemokratische Wunderland? Ein Kanton, der im Finanzglück schwimmt und die Pharma hofiert, es sich dabei leisten kann, den Nachbarkanton mitzufinanzieren, aber die Stelle des Behindertenbeauftragten aus Spargründen streicht, politisiert an der rechten Kante. Wenn er das auch noch mit einer rot-grünen Mehrheit tut, dann stellen sich mir als linker Wähler doch einige Fragen. Wieso braucht die Regierung eine Lobbyistin in Bern (die übrigens ein Mehrfaches kostet!), die Behinderten in Basel aber keinen Beauftragten? Wieso wurde die Arbeit der Stelle nicht evaluiert, sondern einfach gestrichen? Wieso darf der Beauftragte nicht mehr öffentlich sprechen? An wen genau, ausser an den berüchtigten Briefkasten sollen sich behinderte Menschen wenden, wenn es dann vielleicht doch nicht so weit her ist mit der Gleichstellung? An Frau Herzog direkt? Und vor allem, wer kümmert sich darum, dass die Gleichstellung in der Verwaltung ernst genommen und umgesetzt wird? Zum Beispiel darum, dass auch eine Finanzdirektorin überhaupt versteht, wovon sie spricht, wenn sie von Behindertengleichstellung spricht? Mit denselben Argumenten könnte man so gut wie jede Fachstelle in der Verwaltung ersatzlos streichen. Fachstellen und insbesondere Gleichstellungsbeauftragte sind eben dafür da, dass ein Minderheitenthema nicht ganz vergessen geht, dass strukturelle Diskriminierung aufgehoben wird, in täglicher mühsamer Kleinarbeit. Frau Herzog Sie irren: Die Behinderten verlieren, wenn sie keine Vertretung in der Verwaltung haben, vor allem, wenn diese Verwaltung von einer Regierung geleitet wird, die offensichtlich rein gar nichts über die Funktion von Gleichstellungsbeauftragten verstanden hat, geschweige denn wahrhaben will, dass es Diskriminierung auch oder gerade in einem reichen Kanton wie Basel-Stadt gibt.

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  • Aufschrei der nonkonformistischen Jugend: «Noise»

    Ach ja, die Dadaisten waren schon viel weiter als die Jugend heute.... Früher war ohnehin alles viel besser. Und unsere Generation, die nicht mehr ganz jugendliche, zu denen ich Sie wohl auch zählen darf, wir haben ja rasend viel bewegt, doch doch.

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  • Aufschrei der nonkonformistischen Jugend: «Noise»

    Die Kritik scheint mir ein wenig unbedarft. 1. Wie schon richtiggestellt, stammen die Texte, bis auf den Schlussakt von den jungen SpielerInnen. 2. Derrida? Wenn der Kritiker schon die grossen Names in den Mund nimmt, dann sollte er auch wissen, was sie bedeuten. Der 'philosophische Text' ist vielmehr ein arg abgeändertes politisches Manifest. Von Derrida und Dekonstruktion ist da aber gar nichts drin. Das einzige dekonstruktive Element ist, dass vielleicht nicht zufällig der jüngste Spieler das Pamphlet vorträgt und auch, dass er das auf sehr wackeligen Beinen tut, tun muss. Und das beeindruckend tut. Nächstes Mal bitte genau hinschauen. Im übrigen sehr empfehlenswert - grosses Theater was die jungen Manschen da unter der Regie von Nübling spielen.

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  • Die Fachstelle für Behinderte wird geschlossen – das grenzt an Schildbürgerei

    Es braucht diese Stelle in der Verwaltung. Alle Politiker, die das nicht einsehen, sollen sich mal bei den Menschen in ihrem Umfeld umhören: Da gibt es vielleicht nicht nur Rollstuhlfahrer oder Blinde, da gibt es auch ältere Menschen, die immer gebrechlicher und das heisst auch behinderter werden und vielleicht gibt es auch welche, die eine psychische Erkrankung durchmachen. Damit sie alle nicht durch das grobmaschige Netz von Verwaltung und Politik fallen, gibt es die Stelle des Behindertenbeauftragten. Denn Verwaltung und Politik befassen sich nicht so gerne mit Benachteiligten. Es ist unerträglich, dass gerade eine Regierung mit linker Mehrheit einen solche Streichung beschliesst. Was für eine Schande! Eine bürgerliche Regierung hätte wenigstens mit dem Widerstand von links rechnen können, aber links geht nicht gegen links - die Leidtragenden sind alle Bürger dieser Stadt. Ich werde meine nächsten Wahlentscheide von der Diskussion am Mittwoch im Parlament zu diesem Thema abhängig machen!

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