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  • Ärztemangel hängt mit steigendem Frauenanteil zusammen

    Den Frauen die Schuld für den Ärztemangel zu geben, ist nun tatsächlich zu kurz gegriffen. Dass Ärztinnen - und zum Glück auch immer mehr Männer - darauf pochen, aus familiären Gründen teilzeit zu arbeiten, ist zu begrüssen. Ich behaupte mal, dass mehr Teilzeitarbeit im Gesundheitssektor die Qualität des Systems stärkt. Der Ärztemangel - aber auch der Mangel an Gesundheitspersonal überhaupt - ist selbstverschuldet. Erinnert sei an den Numerus Clausus, aber auch an die teilweise sehr unzureichenden Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich. Die schweizerische Gesundheitspolitik baute zu lange darauf, dass sie den Mangel durch den Zuzug von Arbeitskräften aus dem Ausland beheben könnte. Dies ist aber ein Fehlschluss - und angesichts der globalen Dimension ziemlich unsolidarisch. Wenn in der Westschweiz, ÄrztInnen aus Frankreich rekrutiert werden, fängt Frankreich die Lücke mit ÄrztInnen beispielsweise aus dem Togo auf. Ein Land mit einem extremen Mangel an Gesundheitspersonal und einer mit der Schweiz nicht vergleichbaren Krankheitsbelastung. Hintergründe zu dieser globalen Dimension und die Rolle der Schweiz gibt es hier: http://www.medicusmundi.ch/mms/services/dossiers/gesundheitspersonal-weltweiter-mangel

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