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  • Die Bevölkerung hat den Bschiss durchschaut

    Für mich heisst das "Nein"; immer mehr BürgerInnen wollen keine Landesgeschäftsleitung sondern wieder PolitikerInnen, die sich für Menschen einsetzen. Unter anderem, weil immer mehr Menschen wissen, dass sie kaum noch leben können, obwohl sie sich, nicht selten, zur Nutzbarmachung runter reduzieren. Die Ressourcen dieses Landes sollten uns allen Leben ermöglichen. Weiter so. Aus meiner Sicht ist es bereits undifferenziert von "Schwächsten" zu schreiben, lieber Herr Schulthess. Denn eine Schwäche könnte sein, davon auszugehen, dass Konzerne uns die Gnade einer Existenz gewähren. Solche "Schwächsten", die das propagieren, uns drohen, sollten wir in ihrer Ignoranz köcheln lassen; die schauen immer nur gut für sich und ihre "Liebsten". Gestern war ein sehr guter Tag für unsere Land.

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  • Zahl der Armen droht zu steigen – Nationale Konferenz sucht nach Lösungen

    Die materielle Armut in der Schweiz ist zum Stillhalten, zur Verheimlichung verdammt. Was ist ein zum Schweigen gezwungenes Sein? Das in der Frucht lebt, verspottet, stigmatisiert und analysiert zu werden, und das sich ständig selbst behaupten und sein Existenzrecht einklagen und bekräftigen muss? In Anlehnung an D. Eribon. Studenten, übrigens, haben i.d.R. soziales Kapital: Netzwerk und Bildung. Im Nationalen Programm g. Armut werden wir Betroffenen besprochen, analysiert: nichts weiter. Es wäre an der Zeit, anstatt uns zu überwachen, in die Schamecke zu stellen, Räume zu schaffen, Treffpunkte, Orte der Bildung, des Austausches, damit wir uns verorten können. Mir fällt auf, dass Armut oft die Wirkung von Armut ist, dadurch dass gewisse Gruppen von wichtigen Ressourcen fern gehalten werden: Der Nachwuchs in den Billiglohnbereich will gepflegt sein. Man muss mit Erwerbsverlust unendlich viele Schikanen über sich ergehen lassen, ist per sofort ein unmündiger Mensch. Zur medialen Hetze seit Jahrzehnten in der Presse, im Alltag: Die Beschimpfungen in all den abwertenden, geringschätzigen, sarkastischen, Sprech- und Schreibakten, die man mitbekommt, ohne das sie unmittelbar einem selbst gelten würden, weil eine Gruppe angesprochen, diffamiert wird. Ich war zu einem Armutsforum eingeladen: Die eine FDP-Vertreterin sagte in ihrem Vortrag (O-Ton): Wenn die nicht parieren, muss man sie bestrafen. Das hat Tradition; s. Fürsorgerische Zwangsmaßnahmen. Für die, welche die materielle Armut mit ihren Nebenwirkungen interessiert: https://www.sozialhilfeberatung.ch/entry/sozialhilfebezueger-koennen-nicht-river-raften. Nicht zuletzt, ist Planet13 eine der Einrichtungen, neben der unabhängigen Fachstelle für Sozialhilferecht, die aus dem Einsatz von Betroffenen zu entstehen hatte. Schweizweit gibt es nicht viele Einrichtungen, die so entstehen konnten; m. E. weil man als Armutsbetroffener ein Dauerprogramm zu bestreiten hat, mit gleichzeitiger Stigmatisierung.

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  • «Aus der Agglo sollten wir Städte machen», sagt Hans «PM» Widmer

    Ich würde mich als wilde Eingeborene sehr eignen. Hoffentlich gelingt die Sozialraum Umundmitgestaltung in den nächsten 20 Jahren. Und erschiesst bitte in der Zwischenzeit nicht alle grösseren Wildtiere.

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  • Dieser Kotz-Brotz-Motz-Plot hängt mir zum Hals raus

    Und ich finde es gefährlich, Herr Weber, Hitler als Monster zu sehen. Dazu könnte man Hannah Arendt lesen; sie erlebte, wie Menschen aus der "Oberen Schicht" den Nationalsozialismus begrüssten, gar beförderten. Im Übrigen interpretieren Sie meine Zeilen nicht ganz richtig. Ich wies auf historisch belegte Tatsachen hin, fragte mich öffentlich, an was mich das erinnert, nichts weiter. Für mich ist der entscheidende Punkt, ob es wieder in Richtung totalitäre Strukturen geht, und wie man sich dazu verhalten könnte. Was man in Parteiprogramme schreibt, hat oft mit Parteierhaltung zu tun, egal welcher Partei. Heutige Tendenzen nenne ich immer öfter nationalkapitalistisch, in dem Sinne, als Parteien/Wirtschaft einerseits definieren, wer denn der Schweiz würdig ist, andererseits ohne Bedenken jedes globale Geschäft befördern, gleichgültig ob sie damit die Ursachen bspw. von Armut schaffen. Denn sie werden die Schuldigen benennen können. Und da möchte ich eine alte "Weisheit" bemühen: dieser Fingerzeig bewirkt, dass drei Finger in die Richtung des Zeigenden gerichtet sind (ausser man hat nur noch Zeigefinger und Daumen). Aus meiner Sicht leben wir in einer sehr kritischen Zeit, und es ist nicht zu sehen, ob wir irgendetwas aus der Vergangenheit gelernt hätten.

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  • Dieser Kotz-Brotz-Motz-Plot hängt mir zum Hals raus

    Zum Zwecke der Selbstversicherung und angeregt durch diesen Text, recherchierte ich gerade, und voilà, ich hatte es präzise erinnert. Aber jetzt von Beginn an; kürzlich geriet ich in einen etwas anders gearteten Flohmarkt. Erst beglückt durch alte Gerätschaften, machte sich beim Eintreten in den Schuppen dann doch Enge in mir breit. Überall Zeichen nationaler Zugehörigkeit. Und drei Mannen an schwerem Gerät; u.a. zwei alte Gewehre (einer lud durch). Ich konnte nicht umhin, eine kleine Bemerkung fallen zu lassen. "Der nächste Krieg kommt bestimmt", sagte ich eher sinnend. Der Mann am Gewehr schoss sein Gesicht in meine Richtung, schüttelte die Waffe, sagte bruststark: "Diese Waffen haben Hitler abgehalten!" Meine Antwort, die mich selbst erstaunte: "Hitler war bereits 1923 in der Schweiz, hat einen Vortrag gehalten, um Geld für seine Partei gebettelt, es auch erhalten, übrigens." Alle Mannen kehrten mir umgehend den Rücken zu. Ich ging raus, schwang mich auf mein Velo und überlegte noch eine Zeit lang, ob es wirklich bereits 1923 war. Hitlers "Tour de Suisse" soll ihm an die 120'000 Schweizer Franken eingebracht haben. Viel Geld in dieser Zeit, v.a. in Deutschland. Keine Ahnung warum ich mich beim Lesen an diese "Begegnung" erinnerte und diese Tatsache jetzt recherchieren wollte. Hitler forderte in seiner Rede u.a. (Notizen zu seiner Rede wurden erst 2005 von Historiker entdeckt): "radikaler Kampf gegen Staatsverschuldung, Reduzierung der Staatsausgaben, Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, Aufhebung des 8-Stunden-Tags, Senkung der Löhne." An was erinnert mich das?

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  • Das Kirchenasyl ist nicht das, was es heisst – eine kleine Geschichte

    Klar, stringent, deutlich und menschlich (im Sinne, dass wir eigentlich soziale Wesen wären); danke.

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  • Das Land der Millionäre kriminalisiert die Armut

    Für den Dachsbaumeisterverhinderer: http://www.srf.ch/sendungen/schweizer-film/lina Das isch ebä so; was lange (jahrzehntelang) untergegraben wurde, muss halt in akribischer, anhaltender Arbeit ans Licht befördert werden. Gestern sprach ich mit einer angehenden Historikerin, die quasi per Zu-Fall auf diese Machenschaften stieß. Sie sagte, dass die Schweizerischen Zwangsmaßnahmen nicht mal im Geschichtsstudium ein Thema waren. Wird sich nun langsam ändern. Trotzdem stellt sich die Frage, welchen/wie viel Raum Überlebende erhalten werden, und welche Überlebenden. Mitunter zeigt sich eine gewisse Selektion. Also bspw. die Tendenz, dass alle Überlebenden alt seien, die Täter nicht mehr lebten. Und es scheint auch nicht erwünscht zu sein, aufzuzeigen, dass viele Überlebende wieder/immer noch von div. Behörden (bis zu erneuter Traumatisierung) "behandelt" werden (nicht zu Schweigen über all die Akten, die verschwunden wurden, nachdem Gemeinden, Archive, usw. brieflich bezüglich drohender Aufarbeitung informiert wurden). Diese Verhaltenskultur zu ändern braucht Zeit (im besten Fall); die EntscheidungsträgerInnen sind sich gewohnt, über Menschen mit schwachem sozialökonomischem Status zu verfügen. Wer sich nicht unterordnete, also mit tat, gefährdete durchaus seine "Karriere", also Existenz. Gesetze, Ver-Ordnungen können derart die persönliche Freiheit nehmen, dass nur noch Gewalt herrscht; man lässt sich so gerne beherrschen, wenn man auch ein wenig herrschen darf. Wer hat die Stärke, sich seinem kleinen, fiesen Untertan zu stellen?

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  • Kantone wollen SKOS-Richtlinien für Sozialhilfe verschärfen

    Interessiert niemanden; die Nichtarmutsbetroffenen reisen in den Süden, gehen an Lesungen, in Konzerte, Theater, laden Freunde ein, lassen sich einladen, usw. Dieses Desinteresse bei offensichtlicher grausamer Hetze gegen SH-Empfänger, zeigt für mich, wo die Schweiz hockt. Nur schon wie sich die SKOS absicherte, wäre eine Analyse wert. Sie versendete Fragebogen. Auch diese Scheisse wird, ab 2016, noch unten fallen: Chancenungleichheit erhöht, Zwangsmassnahmen verschärft. Armut ist Folter; auch in der Schweiz.

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  • Mehr Arbeiterkinder an die Unis!

    @Leopard; Ja, der Einsatz der Unterschicht war und ist für die oberen Schichten sehr lohnend.

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  • Parlament macht bei der Förderung inländischer Arbeitskräfte Druck

    Wo-möglilch könnte es darum gehen, die "billigen" ausländischen ArbeiterInnen durch nicht nur "billige" inländische ArbeiterInnen zu ersetzen, sondern durch sogenannte "Integrationsabrichtungsprogramme" die Mittel (welche nunmal hier auch die Macht bedeuten) schön bei den Besitzenden zu lassen, ja zu vermehren. Kurzum: die Diktatur des Geldes soll gefestigt werden, und jetzt darf dann auch der Beitritt zur EU ein Thema sein, selbst bei den "Liberalrechten" (denen es, naturgemäss, um ihre Freiheit geht; der Freiheit über andere bestimmen zu können) und auch die Rechtskonserven werden plötzlich dazu stehen, dass das EU-Parlament ja längst von ihnen dirigiert wird, und die Listen derer, die man wegschaffen muss, wird kursieren... ...und sie werden weiter von Bedrohnung reden, ohne je in ihrem Leben erfahren zu haben, was Bedrohung ist (ich schreibe die Bedrohung "ihrwerdetallerbeitslos" an). Adorno: “Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten – ich fürchte mich vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten”. Nehmen wir doch mal den Front National; die haben längst begriffen, dass man in heutiger Zeit, und mit der Erfahrung des Nationalsozialismus, anders vorgehen muss: Immigration begrenzen, Franzosen zuerst, also; Arbeit, Volk, Nation, Vaterland. Und siehe da, sie punkten. Die schlimmsten Menschenvernichter tragen heute Anzug mit Krawatte oder Deux-Piece und habe die Schuhe hübsch... werden entsprechend geehrt, für ihre humanitäre Ader, die, eingehend betrachtet, nichts anders bedeutet, als dass sie den Aderlass bei denen, die nicht zu ihnen gehören, eigentlich befürworten, ja befördern. Und was die an Gutem tun, soll nicht als Brotkrümel erfasst werden, sondern als ungeheure, gnädige Zugeneigtheit, als grosszügige Gabe. Und dass dies immer mehr auch bei vielen gelang! (es gelingt nun wieder abnehmend), könnte darauf hinweisen, dass viele wieder in ihrem Untertanentum gefangen sind, durch jahrelange gezielte Vorarbeit, die ich Abrichtung nenne. Und dieser werte Bundesrat, denn du ansprichst, kann ja nur ein Selbstverständnis eines Unternehmers haben, was viele andere Möglichkeiten ausschliessen muss, denn solche "ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott" wollen keine Macht abgeben (das verrät auch seine Körpersprache). So sehe ich das, leider.

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