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  • Warum im Bethesda-Spital so viele Kaiserschnitte gemacht werden

    Gebären wird nicht mehr ein natürlicher Prozess (mit gewissen Risiken) angesehen, die Geburtshilfe unterliegt, wie fast alles was Menschen tun, sozialen Trends (oder Moden). Seit den 80er Jahren ist die Sektiorate steil am steigen. Dies hat nicht zuletzt auch mit dem z.T. überstrapazierten Recht der Frauen auf Autonomie über ihren Bauch zu tun. In einer Befragung von britischen Frauenärztinnen gaben die grosse Mehrzahl damals an einen Kaiserschnitt zu bevorzugen. Auch ist der Kaiserschnitt (nicht Armeleuteschnitt !) die bevorzugte Gebärweise der Privilegierten. Die Operation ist viel sicherer geworden und wird auch deshalb schneller indiziert. Streng genommen ist vielleicht eine Sektiorate von 10-15 % gerechtfertigt, alles darüber ist "Grauzonen"- Geburtshilfe. Im Bethesdaspital sind ca. 40 ärztliche GeburtshelferInnen tätig, deren Sectiorate variiert von ca. 20 - 100 %. Es ist bis Feb. 16 noch ein Belegarztspital mit freier Arztwahl. Jede Schwangere kann mit ihrer Aerztin, ihrem Arzt das Thema Schnittentbindung diskutieren und könnte auch deren persönliche Sektiorate erfragen. Sie hat(te) also die Wahl. Das KS Bruderholz welches ins Bethesda zügelt hat übrigens, obwohl keine Privatklinik, eine der höchsten Kaiserschnittraten in der Region. Die Sektiorate ist multifaktoriell bedingt und die Zurückführung auf rein kommerzielle Gründe greift ganz sicher zu kurz. PS: unter Leitung des Schreibenden (jetzt Belegarzt im Bethesda) gelang es im Rah-men eines gezielten Programms 1995 die Sektiorate im mFrauenspital Basel auf unter 10 % zu senken.

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