PJ
  • Lärmpaläste, spannende Klangwelten und Geräuschplätze

    Das - neu erfundene? - Thema, die Stadt als Lärmkulisse zu betrachten, leuchtet sehr ein! Ein Hinweis: hier, wo ich wohne, gibt es am Wochentagen an der Haltestelle "Im Wasenboden" 32 Busse pro Tagesstunde (8x36er, 8x50er, jeweils in beiden Richtungen). Eine fantastische OeV Leistung! 30 Meter weg um die Ecke bei mir ist es schön still. Wie ist es aber für Anwohner der Flughafenstrasse? Müsste die BVB nicht in voraus defensiv über Lärmfragen Ueberlegungen anstellen? Zur Zeit liegen die Haltestellen gegenüber einander. Wäre es nicht besser, wenn sie gestafelt wären, damit nicht dieselbe Leute direkt vom Lärm der sich-in beiden Richtungen-in-bewegung-setzenden Bussen ausgesetzt sind?

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  • Religiöse Vielfalt eignet sich nicht für Propaganda

    Wolf Südbeck-Baur „Religionsdebatte“, Tageswoche, 24. Okt. 2013. "Response" von Paul Jenkins (Gekürzt. Bitte veröffentlichen Sie keine persönlichen Daten. Danke. Die Redaktion) 4. Nov. 2013. Wolf Südbeck-Bauer schrieb in seinem Kommentar zur Polemik über die Ko-ordinationsstelle für Religionsfragen in BS (24. Okt.), dass es „zwischen religiöse Ueberzeugungen…..zu Konflikt kommen kann“. Man spricht das gern nur leise aus – aber als Historiker kann ich diesen Worten nur zustimmen. Die grossen Weltreligionen können ihren Anhängern eine Selbstsicherheit in ihrer Interpretation der Welt und in der konkreten Ausführung ihres Glaubens geben, die oft in Vergangenheit und Gegenwart für Toleranz keinen Platz hat. Mit anderen Worten: alle die grossen Weltreligionen sind u.U. potential Quellen einer Aggression gegen andere. Das gilt sogar für Buddhismus, wenn man die neuere Geschichte von Myanmar, Sri Lanka, Vietnam verfolgt. Und noch dazu: sie haben alle die Fähigkeit gezeigt, mit Wort-Angriffen andere Glaubensgemeinschaften – auch andere Richtungen unter ihren eigenen Glaubensgenossen - zerstören zu versuchen. Praktizierende Christen, die diese Beobachtungen nicht gern auf ihren Glauben beziehen, dürfen sie nicht ausweichen. Stellenweise – oder sogar mehr als nur Stellenweise - in der Geschichte unserer kolonialen Mission wurde von uns Christen aggressive Wort-Angriffe mit zerstörerischer Absicht eingesetzt. Und wir dürfen das nicht vergessen, denn „die anderen“ erinnern sich oft noch daran und nehmen es als Beispiel für das, was ihre Mission sein soll und darf. Man könnte solche Beobachtungen selbstverständlich auch auf dem Kopf stellen. Moderate und zumindest neo-pazifistische Strömungen findet man auch in allen grossen Weltreligionen, wenn man sie sucht. Für mich ist es offensichtlich, dass die verschiedenen heiligen Schriften eigentlich von ambivalenten Potential sind. Historisch – und gegenwärtig – können sie direkt oder indirekt in die eine oder die andere Lesart ihrer Glaubenstradition einbezogen werden. In unserer demokratischen Rechtsstaat haben wir daher alle Interesse, allen Glaubensgemeinschaften zu vermitteln, dass sie im Sinne der Religionsfreiheit willkommen sind – unter einer ausschlaggebenden Bedingung, dass sie einen zivilisierten Umgang mit Andersgläubigen pflegen. Unser soziale Schirm-für-alle, der Rechtsstaat, will, so dünkt es mir, dass die jeweils tolerante und moderate Lesart von Religionen hier bei uns stark werden, und dass die intolerante sich zurückbilden. Meine Meinung nach steht in diesem Sinn in Zentraleuropa spätestens seit dem Aufbau einer demokratischen Ordnung in Westdeutschland in der Nachkriegszeit der Staat über Religion, Glauben und Ideologie. Und wenn das uns praktizierende Christen mit unserer Hagiographie von Martyrern und Reformatoren und anderen Rebellen unbequem ist, müssen wir uns Mühe geben, zu definieren, in was für Situationen wir uns gegen den hier herrschenden Staat auflehnen wollen. Die Auflehnungsgründe, die wir uns vorstellen können, müssen hoch und substantiv sein, um die Vorteile eines für uns alle von einem vom Staats wegen verlangten zivilisierten Umgangs miteinander zu überwiegen. Die Koordinationsstelle für Religionsfragen in Basel-Stadt, die unsere gesetzlichen Vertreter ins Leben gerufen haben, hat als Ziel die Verhältnisse der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Basel mit dem Staat sowie untereinander in gute Bahnen zu lenken. Mir ist klar, dass eine kompetente und proaktive Instanz, die zwischen den Religionsgemeinschaften steht und doch Verständnis für Religion an sich demonstriert, enorme Vorteil aufweisen kann. Der Alternativ würde uns eine Regierung bescheren, die in einem recht sensiblen Bereich ohne auf sorgfältig aufgebaute Kontakte und Freundschaften zurückgreifen zu können, nur punktuell reagieren könnte, wenn es jeweils brennt – und das wohl ohne eine in voraus festgelegte und von allen verstandene Politik.

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