PR
  • «Passivrauchen schadet nicht»

    1. Zu Herrn Grieshaber (ich spare mir im Gegensatz zu Herrn Suter das "Prof. Dr."-Bauchpinseln) muss man zuerst einmal anführen, dass er die wissenschaftlich höchst umstrittene Auffassung, Passivrauchen sei unschädlich, nicht erst seit seiner Pensionierung vertritt. Im Gegenteil. Sein Arbeitgeber war die BGN. Eine Berufsgenossenschaft ist in Deutschland per Gesetz dazu verpflichtet, Arbeitnehmern, die an einer Berufskrankheit leiden, u. a. eine (evtl. lebenslange) Rentenzahlung zu gewähren. Man kann sich nun leicht vorstellen, dass die BGN, in deren Bereich die Gastronomie fällt, alles tun musste, um die Anerkennung von z. B. Lungenkrebs und COPD (zwei häufigen Krankheiten, die als Folge der langjährigen Inhalation von Tabakrauch auftreten können) als Berufskrankheit abzuwenden. Denn sonst wäre sie im Schadensfall nämlich leistungspflichtig gewesen. Bei COPD u. U. im Einzelfall mehrere Jahrzehnte. Ein Fall von Lungenkrebs wäre da wesentlich billiger gekommen. 2. Passivrauch ist in Deutschland von der MAK-Kommision (MAK=Maximale Arbeitsplatz-Konzentration), welche die Schadstoffklassifikation von berufsbedingten Noxen vornimmt, als eindeutig kanzerogen klassifiziert worden. 3. Herrn Grieshaber kann ich persönlich eigentlich nur der Pseudowissenschaft bezichtigen. Auf seinem Blog grieshaber.wordpress.com kolportiert er nicht nur die Auffassung, dass Passivrauchen unschädlich sei, er vertritt zunehmend auch die abwegige Auffassung, dass auch aktives Rauchen kaum Auslöser der bekannt hohen Fallzahlen des Bronchialkarzinoms sein kann: https://grieshaber.wordpress.com/2014/06/26/stellen-sie-sich-vor/ Da ich davon ausgehe, dass dieser Unsinn tatsächlich von Herrn Grieshaber verfasst wurde (ansonsten wäre er sicher auf dem Rechtsweg gegen den Missbrauch seines Namens vorgegangen), habe ich aufgezeigt, warum das Dargebotene Unsinn ist: https://peterrachow.wordpress.com/2014/06/28/romana-grieshabers-pseudowissenschaft-kaffeesatzlesen-mit-lungenkrebs/ 4. Warum ein Stoff, der in hoher Dosierung eindeutig Krebs erzeugt, unschädlich sein soll, wenn man seine Dosierung vermindert, kann Herr Grieshaber nicht darlegen. Und er versucht es auch nicht. Ich vermute, weil ihm die Kenntnisse auf dem Gebiet der Genetik fehlen. Krebs ist ein DNA-Defekt. Tabakrauch, bzw. bestimmte seiner Fraktionen, ist/sind mutagen. Er schädigt unter anderem Gene, die der Tumorsuppression dienen. Eine Verminderung der Dosierung des Schadstoffes senkt zwar die Mutationsrate, diese wird aber nicht Null. D. h. es besteht trotz neidrigerer Dosierung immer das Risiko einer Neubildung, also eines (im Falle der Lunge häufig bösartigen) Tumors. 5. Passivrauch erzeugt nicht nur Lungenkrebs und COPD. Wesentlich häufiger sind "leichte" Befindlichkeitsstörungen, wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Luftnot, Übelkeit. Warum man Arbeitnehmern in der Gastronomie dies zumutet, Arbeitnehmer außerhalb aber davor schützt, dafür gibt es keinen Rechtfertigungsgrund. 6. Zur Ehrenrettung von Herrn Suter muss man sagen, dass er zwar Mitglied des miltanten "Netzwerk Rauchen" ist und sich auch im dortigen Forum regelmäßig betätigt, dabei aber im Gegensatz zu vielen seiner Mitstreiter auf Anfeindungen wie Beleidigungen, Herabsetzungen oder Nazivergleiche verzichtet.

    Zur Diskussion