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  • Pfusch, Streit, offene Rechnungen – die Theater-Sanierung gerät zum Debakel

    Das öffentliche Beschaffungswesen - ebenso das der institutionellen Anleger - schafft nur noch falsche Anreize. Will man heute einen Auftrag, kann man das nur und einzig mit einem Dumpingpreis erreichen. Das geht in der Mehrheit der Fälle nur zu Lasten von Qualität und Nachhaltigkeit - und das sind sich alle bewusst, die Ahnung von der Materie haben. 'Weiche' Kriterien werden extern und/oder intern hart kritisiert oder von Unterlegenen vor Gericht gezogen. Das führt dazu, dass 'weiche' Kriterien gar nicht mehr oder unterbewertet werden, so dass nur und einzig der billigste Preis zählt. Vergabeentscheide werden im weiteren nur noch von Einkäufern oder Juristen gefällt, die von der eigentlichen Sache wenig verstehen. Zudem ist das öffentliche Beschaffungswesen derart komplex und treibt mehr und mehr verworrene Blüten, dass des öfteren nicht sachdienliche sondern juristische Inhalte den Vergabeentscheid mit beeinflusst - was auch die Juristen bei Vergabeentscheiden wieder erklärt. All das sind weitere Faktoren, die unterstreichen, dass nur noch Zahlen - also der billigste Preis - Vergabeentscheide ausmachen. Das verstehen alle und ist einfach zu begründen - juristisch, nach aussen und innen und gegenüber der nur auf Fehler wartenden Presse. Das Ergebnis ist nicht nur hier beim Theater ein Drama. Weitere Beispiele gibt es zu Hauff. Diese Vergabeverfahren haben bereits zur abrupten Abnahme der Qualität im Bauwesen und zu einer massiven Erhöhung der Gerichtskosten bei Bauvorhaben geführt. Das heisst die Ergebnisse der Bauvorhaben werden schlechter und erst noch teurer. Diese Entwicklung ist äusserst beunruhigend, da damit niemandem geholfen ist und alle darunter leiden. Das Vergabekriterium ‚billigster Preis’ ist heute der Massstab in fast allen Vergabeverfahren. Doch billig ist nicht günstig und billig ist das Gegenteil von nachhaltig. Gleichzeitig schreiben sich all diejenigen ‚Nachhaltigkeit‘ auf die Brust, die diese Art der Vergabeverfahren vorleben. Diese Art der Vergabeverfahren ist also nicht selten auch noch eine verlogenen Angelegenheit. Man kann wirklich nur hoffen, dass einige Player mit Rückgrat endlich dieser Negativspirale entgegen treten und der Qualität wieder Türen öffnen. Es ist bitter und dringend nötig, will man das gesamten Bauwesen nicht endgültig bachab schicken.

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  • Elektrofirma von Theatersanierung überfordert, Mehrkosten sind die Folge

    Wir leben in einer Zeit, in der nur noch Einkäufer über die Vergaben an Auftragnehmer entscheiden. Qualität, Eignung, Motivation werden aus der Wertung geflissentlich ausgeschlossen. Zahlen kann man ja auch einfach vergleichen, mit anderen Bewertungskriterien setzt man sich ja nur anstrengender Kritik aus... Rückgrat ist also auch nicht von Nöten, das hilft... Auch beim Staat ist das die gängige Praxis, begünstigt von den Vorgaben nach GATT/WTO und einer aggressiven Presse, die den Wenigen mit Mumm populistisch an den Karren fährt, wenn der Billigste gegen den Günstigsten klagt. Bei Industrie wie beim Staat verzichtet man darauf, die Kausalität zwischen billigstem Preis und dessen Folgekosten von Vergabe bis z.B. nach fünf Jahren Betrieb zu untersuchen. Das ist viel zu komplex und anstrengend, also lässt man es lieber. So züchtet man ganz bewusst Anbieter heran, die zu Tiefstpreisen eingeben und den Nachforderungsblock schon an die erste Besprechung mitnehmen. Toll wenn der neue ‚Partner' seine Energien anstatt in das gemeinsame Ziel von Beginn an dafür verwendet, den zu billigen Preis mit Nachforderungen aufzuwiegen. Dem Besteller - im beschriebenen Fall der Steuerzahler - ist damit ganz sicher nicht gedient. Das Geld das für solche Nachforderungen den Bach abgeht, ist unendlich. Da das niemand öffentlich erfasst, wird nicht darüber gesprochen. Zudem gehen unendlich viel Stunden von Nutzern drauf, die so Ihren Job nicht richtig wahrnehmen können. Auch das führt zu Kosten, die niemand erfasst. Doch weil diese Kosten offiziell kein oder sicher nicht das Budget des Einkäufers resp. der Submissionsbüros belasten, werden auch diese nie ein Thema. Also macht man weiter wie man das in den letzen Jahren mehr und mehr ‚verfeinert‘, nimmt engagierten Unternehmen die Chance zu angemessenen Konditionen gute Arbeit zu leisten, hofiert Dumpingfirmen und staunt Klötze, dass es so kommt wie es z.B. beim Theater einmal mehr gekommen ist. Das im Artikel Geschilderte ist ein Beispiel des täglichen Wahnsinns auf Baustellen von geldgetriebenen Anlegern, die Wertschätzung zwar in Ihrer PR-Abteilung verbreiten, jedoch das Gegenteil davon leben. Das kostet mehr und mehr Handwerker und Planer, die sich für nachhaltige Qualität einsetzen, die Lebensgrundlage. Auch führt es dazu, dass gestandene Firmen beim Staat oder bei der hiesigen Industrie nur noch mitrechnen, wenn sie Chancen auf minimale Fairness erhalten. Das heisst am Ende des Tages, dass die besten Unternehmer sich mehr und mehr Nischen suchen müssen, wo die Qualität halt doch noch gefragt und auch bezahlt wird. Nachhaltige Schäden an Bauten und Anlagen werden mehr und mehr die Folge davon sein, der Niedergang von nachhaltiger Qualität und Engagement wird so aktiv unterstützt. Bravo!

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  • Basel erste Schweizer Stadt mit Parkgebühren für Motorräder

    Zugegebenermaßen gibt es grössere Probleme, als das mit unseren Zweirädern - Charlie lässt Grüssen. Doch die Politik - von welcher Seite auch immer - steigert sich von Jahr zu Jahr in grössere Absurditäten durch verwaschene Interessenkonflikte aller Art, die weder sinnvoll noch nachvollziehbar sind. Und das kostet uns riesige Summen an Steuergeldern, die nun wirklich nachhaltiger im wahren Sinne eingesetzt werden könnten. Und es soll mir niemand erzählen, dass dieser Unsinn am Ende des Tages selbstragend oder gar 'profitabel' sein soll. Es ist einzig und allein nur ein grosser Ärger, der niemanden befriedigt, grossen Administrationsaufwand - also Geld kostet - und Unverständnis fördert. Ich - meist mit dem Velo und ab und zu mit der Vespa in der Stadt - bin überzeugt, dass sich das kontraproduktiv auswirken wird. Diejenigen, die bisher die Stadt 'geschont' haben, haben keinen Anreiz mehr mit dem Töff in die Stadt zu kommen und nehmen nun lieber die Karre - mit 10 mal mehr Volumen und 20 mal mehr Gewicht und mindestens doppeltem Spritverbrauch. Ziel erreicht, bravo!

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  • Hier plant die Stadt 334 kostenpflichtige Roller-Parkplätze

    Ich benütze den Roller ca. ein bis max. 2 mal die Woche wenn ich beruflich längere Distanzen zurückzulegen habe, die mir mit dem Velo zu umständlich und zu anstrengend sind sowie zu viel Zeit benötigen. Der Roller mit Kat. verbraucht viel weniger Benzin als jedes gängige Auto mit Otto und/oder Hybrid Motor - von der grauen Energie mal ganz zu schweigen - und ich nehme dafür gerne in Kauf, dass ich im Winter friere und bei Regen anständig nass werde. Den praktischen Vorteil den ich dadurch gegenüber dem Auto hatte - Parken wo es niemanden stört und das Vermeiden des herumfahrenden Suchens in den Quartieren nach einem freien Parkplatz - ist nun dahin. Was gibt es denn jetzt noch für einen Grund mit den Roller dem mindestens 6x so viel Platz benötigenden und umweltschädlicheren Auto vorzuziehen? Will man tatsächlich noch mehr Autos in die Stadt locken, weil aus Ärger über weitere Vorschriften nun auch RollerfahrerInnen auf das Auto umsteigen werden? Und noch eine ganz praktische Frage die sich mir stellt: Kann man auch eine Parkkarte für Roller lösen? Das wäre ja wohl das Mindeste, denn das gibt es ja auch für Autos. Und muss man die Parkkarte dann aufkleben, damit sie nicht gestohlen wird? Auch darüber wird man noch nachdenken müssen, denn die vom Auto wird man nicht einfach so übernehmen können. Doch das wird weitere unnötige Verwaltungsgelder kosten und diese wurden nirgends in diesem Verwaltungspapiertiger berücksichtigt. Auch diese Kosten werden garantiert in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Fehlt nur noch, dass die Schlaumeier auch noch Parkgelder für Velos fordern. So ende ich wie ich begonnen habe: Wem hilft das? Und wem nützt das etwas?

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  • Fragwürdiger SVP-Triumph

    Lügen und verleumderischen Behauptungen gewinnen gegen Transparenz und Ehrlichkeit. Wer will Teil einer Gesellschaft sein, die solche 'Triumphe' lebt?

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  • Souverän. Aber unvollständig

    Eine jahrelange Hetzjagd gegen Hildebrand durch Blocher und dessen Jünger - aus welchen Gründen auch immeer - treibt einmal mehr wilde Blüten. Es ist unbestritten, dass Hildebrands Vorgehen resp. das seiner Frau moralisch nicht einwandfrei ist - das ist auch Hildebrand klar, der an der Pressekonferenz sehr integer aufgetreten ist. Ich bin sehr froh, haben wir eine solche Person an einem solch wichtigen Posten. Dass aber Blocher, der notabene seinen gesamten beruflichen wie politischen Erfolg auf Handlungen weit unterhalb der moralischen Gürtellinie aufgebaut hat, auch in dieser Sache einmal mehr dort unten tätig ist, sich gleichzeitig aber auch noch als Moralapostel aufspielt, scheint niemenanden wirklich zu interessieren geschweige den zu ärgern. Mich ärgert das masslos!

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  • KJPK: Grosser Rat hat nichts mehr zu melden

    Auch wenn die hier geführte inhaltlich sehr wichtige Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, möchte ich mich zu einem periphären Thema äussern. Der Architekturwettbewerb ist bereits öffentlich gemäss GATT/WTO ausgeschrieben. De Fakto heißt das, dass Architekten aus ganz Europa an diesem Wettbewerb teilnehmen können. Wenn wir von 100 teilnehmenden Büros ausgehen, die je ca. Fr. 50'000.- Leistung erbringen, reden wir also von einem Arbeitsvolumen von ca. Fr. 5 Mio., die der Verwaltungsrat einfach so für den Standortentscheid beansprucht. Die Standortfrage MUSS vor der Ausschreibung eines Wettbewerbs gelöst sein. Hier scheinen definitiv die Hausaufgaben des Nutzers nicht gemacht worden zu sein - ein Affront gegenüber allen teilnehmenden Architekten.

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  • Herr Flassbeck hat schlechte Neuigkeiten

    Herr Flassbeck bring fachlich auf den Punkt, was sich schon lange deutlich abzeichnet. Der Freie Markt ist nicht frei wie er sich schimpft, sondern getrieben von Gewinnmaximiereung auf Kosten anderer... über alle Grenzen hinweg... Hoffentlich gewinnen Fachkräfte wie Herr Flassbeck schnell und möglichst breit Unterstützung. Sonst wird uns die Geisteshaltung unserer wirtschaftlichen Leader - getrieben von persönlicher Gewinnmaximierung und ohne jegliche soziale Verantwortung - ein ziemliches Schlachtfeld hinterlassen.

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  • Mit dem U-Abo könnte es bald vorbei sein

    Es ist leider ein häufige Taktik der BL-Regiereung unangenehme Entscheide auszusitzen - siehe z.B. Budget vor den Wahlen... Dass man nun an allen möglichen - aus meiner Warte häufig falschen - Orten zu sparen versucht, zeigt die aufkommende Diskussionen zur Abschaffung des Vorzeigeproduktes U-Abo. Das löst die finanziellen Probleme des Kantons genausowenig wie die Oposition gegen die Gelder für das Theater. Symtom- anstatt Ursachenbekämpfung - genauso kann man die bestehende Probleme mit Sicherheit nicht lösen.

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  • Baader unter Druck

    Und wenn man sich auch noch den grenzenlosen Ausraster des SVP-Polteri nach der Wahl von Frau Widmer Schlumpf in den Bundesrat vor Augen führt, wird noch klarer, wie ungeeignet Herr Baader für den Bundesrat ist. Diese Frage stellt sich eh für die meisten Representanten einer Partei, die nur anklagt und Ängste schürt, doch nicht im Ansatz wirklich brauchbare Lösungen erarbeitet.

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