S
  • Baslerinnen spielen mit Wikipedias unrühmlichen Gender-Gap

    "Ich persönlich fokussiere mich beim Lesen eines Online Artikels ausschliesslich auf die Tatsächlichkeit des Inhalts und nicht auf das Geschlecht des Autors." Leider nichts begriffen. Die "Tatsächlichkeit des Inhalts" beruht auch auf Verwendung des gen. Maskulinums. Und genau DAS trägt unmittelbar dazu bei, dass die Wikipedia geschichts(ver)fälschend wirkt, wenn da v.a. eben Männer schreiben, die von Frauengeschichte keine Ahnung haben, wenn die ganze Zeit nur z.B. von "Architekten" geschrieben wird (und dann eben auch in den "Auswahl"-Beispielen nur männliche Architekten stehen). Dadurch wird suggeriert, es gäbe eben keine kunst- und kulturschaffenden Frauen. Viele Artikel zu historischen Frauenpersönlichkeiten werden von Administratoren (ebenfalls allermeist männlich) als "unrelevant" eingestuft und fliegen raus, obwohl diese Frauenpersönlichkeiten wichtig waren und sind. Und ein gen. Maskulinum KANN von vorneherein schlicht nicht "geschlechtsneutral" sein, da eben maskulin und NICHT feminin. Man muss weit in die Geschichte zurückschauen: Frauen konnten sehr lange Zeit nicht als Architektinnen arbeiten, da man(n) sie schlicht davon abhielt. Frauen durften nicht studieren. "Mulier taceat in ecclesia" (Paulus von Tarsus, 1. Korinther 14,34 ) - das hat sich bis heute durch die gesamte Geschichte gezogen. Frauen kamen in der Geschichtsschreibung so gut wie nicht vor. Man schaue dazu einfach in Schulbücher. Frauen existieren wenn dann nur am Rande. Und auf diese Art der Geschichtslehre basieren immens viele Bücher, aus denen für die Wikipedia zitiert wird. Von daher hat dieses seltsam einseitige Geschichtsbewusstsein (das viele Leute als "normal" ansehen) immensen Einfluss auch auf die Artikel in der Wikipedia. Dort herrscht nach wie vor ein enormes Ungleichgewicht. Danke an die Basler Frauen und an viele andere auch männliche Unterstützer solcher Aktionen!

    Zur Diskussion