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  • Schlafen Sie schlecht? Kein Wunder

    Stimmt, die Erwartung, schlafen zu müssen, lässt uns wach bleiben. Im Artikel taucht zwei Mal das Wort "paradox" auf. Ich hätte dabei erwartet, auch etwas über die paradoxe Intention (einer verhaltenstherapeutischen Massnahme von Viktor Frankl) zu lesen. Obschon selber von Schlafstörungen geplagt, habe ich sie dennoch nie ausprobiert, es scheint aber zu funktionieren: Der Trick ist, sich, während man im Bett liegt, einzureden, dass man auf keinen Fall einschlafen dürfe, dass man unbedingt wachbleiben müsse... Wer das entschieden genug und genug lange durchzuführen in der Lage ist, wird zwangsläufig einschlafen. Zumindest dann, wenn das Schlafproblem gegenteiligen Ursprungs ist. Dasselbe funktioniert offenbar auch bei einfachen Phobien wie z.B. einer Hundephobie. Man wünsche sich sehnlichst, von diesem Köter da saftig gebissen zu werden. Mit dieser Strategie hat man die Angst, die ohnehin irrational war, überwunden. Unser Feind sind nämlich unsere eigenen Gedanken, bzw. unsere Erwartungen. Es spielt sich letztlich alles im Kopp ab.

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  • Die Mobberin bin ich

    Die Opferperspektive ist gut und recht, ist aber auch vielfach thematisiert, therapiert und autobiographisiert worden. Interessant wäre einmal der Blick auf die Täter. Nicht auf die MitläuferInnen (wie unsere ehrliche Andrea Fopp - die schon dem Namen nach nicht wirklich mit Herz bei der Sache war). Sondern auf die Anführer, die aus der Erniedrigung anderer eine tiefe Befriedigung ziehen. Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Ich glaube nicht, dass jede und jeder Mobbing-Opfer werden kann. Dafür gibt es womöglich gewisse Dispositionen - angefangen mit Äusserlichkeiten wie Körperumfang, Haarfarbe, Hautfarbe etc. Ich kenne aber Leute, die aufgrund bestimmter Einstellungen zum Opfer bestimmt gewesen waren - es aber nicht geworden sind, weil sie aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht dazu prädestiniert waren. Sie waren innerlich schlicht robust genug. Es ist also ein Stück Zufall, ein Stück Eignung. Nicht aber beim Anführer. Der "ist" so. Er ist zum Glück selten, zieht aber ein relativ grosses Gefolge hinter sich her. Und es ist schliesslich die Menge, die zum Problem wird.

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  • Urs Fischer – besser als sein Ruf

    Der FCB ist seit einem gefühlten Jahrhundert der dominierende Fussballverein der Schweiz - und gleichzeitig der mit den meisten Trainerwechseln. Der Trainerwechsel selbst ist zum wichtigsten Unterhaltungsfaktor geworden, wo doch die Meisterschaft meist schon nach den ersten 90 Minuten der Saison entschieden ist. Da ist doch wesentlich spannender die alljährliche Frage, wen die Clubleitung wohl als nächstes verheizt.

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  • Claude Pierre Salmony: Ein antiautoritärer Hörspielmacher geht in Pension

    Danke für diesen langen Einsatz für ein Medium, das leider immer weniger Gehör findet. Was mir bei Salmony gefällt, ist, dass seine Herangehensweise weniger studiert und weniger germanistisch wirkt, als dies bei der jüngeren Generation von Hörspielmachern der Fall ist. Zumindest eine Zeitlang hörte sich ein Hörspiel an wie die Vertonung eines Uni-Seminars über die Methodik der Dekonstruktion: Ineinandergeschobene und übereinandergestapelte Satzfetzen im Wechsel mit experimenteller Musik à la Heiner Goebbels. Bloss keine Narration, ja keine leicht verständliche Kost, Kunstform für Intellektuelle. Sinnliche und naturalistische auditive Elemente oder der (an Kino erinnernde) Einsatz von Musik sind (oder waren) verpönt. Ich glaube, dass das Hörspiel damit den Grossteil seiner Hörerinnen und Hörer mit Erfolg abgehängt hat. Vielleicht erfüllt sich ja die Hoffnung von Salmony und das Hörspiel findet wieder einen Weg zurück - möglicherweise aber über andere Kanäle als SRF 2.

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  • Das Kabarett-Duo Birkenmeier im Interview ohne Worte

    Ich würde diese überaus gelungene Idee mit dem sprachlosen Interview eher als Ergänzung zu, nicht als Konkurrenzierung von Birkenmeiers eigentlichem Programm werten. Insofern werden Birkenmeiers damit nicht reduziert, sondern erweitert!

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  • Heiliger Bimbam, was essen die Jungen gesund heute

    Sie sehen aus wie die wohlgeratenen Vorzeigekinder durchschnittlicher Tageswoche lesender Eltern. Ziemlich schweizerisch zudem. Wissenschaft geht anders. Aber beim Journalismus drückt man zwischen Weihnachten und Neujahr gerne mal beide Augen zu. Und Essen zieht immer. Aber ehrlich, wenn die Journalistin sich etwas mehr Mühe gemacht und nicht nur die Freundinnen und Freunde ihrer Tochter (unterstelle ich jetzt mal) befragt hätte, wäre das Buffet wohl etwas reichhaltiger ausgefallen - und es hätte auch dem Titel um einiges mehr entsprochen. Dass sich in diesem Alter fast alle mit veganem Lifestyle beschäftigen, ist zwar schön. Aber etwa so aussagekräftig, wie wenn man im Hirscheneck eine Umfrage gemacht hätte zum Thema "Was wählen die Jugendlichen heute?" Interessant ist trotzdem, wie sie argumentieren. Es muss nicht immer alles statistisch in Tabellen und Kuchengrafiken abgefüllt sein. Es zeigt doch immerhin, dass sich ein neues Bewusstsein ausbildet und Fragen des Essens gewisse ethische, eher noch als gesundheitliche Fragen aufwerfen, zumindest in einer gewissen Schicht.

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  • «Telebasel» schraubt am Programm: Der Sender talkt länger und zeigt mehr News

    Ich persönlich schaue oder höre nichts, dass unter 40 Minuten dauert. Denn darunter gibt es nur Information, darüber aber kann sich so etwas wie eine Erkenntnis einstellen. Sofern der Fragende nicht völlig ahnungslos und der Befragte komplett debil ist - was in der hiesigen Promi- und Journalistenszene allerdings durchaus vorkommen kann. Hey, Telebasel: Wollt ihr nur Fernsehen für Bettlägrige machen? Denn alle anderen haben sich, wenn sie am Abend nach Hause kommen und sich vor die Glotze oder den Computer schmeissen, den 20-Minuten-Newsjunkfood des Tages schon längst hinter sich. Die wollen sich entspannen bei einem langweiligen 45-minütigen Geplauder über die Verlegung von Tramschienen am Karl Barth-Platz, den neuen Katzenbaum im Tierheim oder das Bestuhlungskonzept beim Basel Tattoo. 11 Minuten reichen doch im Leben nicht aus, um den unermesslichen Schwachsinn der "Lex Therwil" zu ergründen! Macht endlich was Anständiges aus eurem lokalen Vorteil. Nichts interessiert die Menschen so sehr wie das, was bei ihnen um die Ecke passiert. Der Hundehaufen vor der Tür ist hundertmal interessanter als die Stadtpräsidentenwahl in Bern. Macht von mir aus ein Interview mit dem Hundehaufen, egal, aber lasst euch Zeit.

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  • Brian Wilson: Ein Schatten seiner selbst

    Das ist ein schönes Statement, vielen Dank! Brüchige Stimme, eingefrorene Mimik, apathisches Gebaren - das ist Brian Wilson 2016. Welcher Ozean an Gefühlen und Erinnerungen in ihm wogt, können wir als Aussenstehende gar nicht erahnen. Seine besten Songs mögen tausend Jahre alt sein - dass sie uns heute noch so berühren, grenzt an ein Wunder. Wollen wir es dem Fossil verübeln, dass es die Bühne nicht mehr rockt? Ich wünschte, ich hätte es gesehen...

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  • Nasser Frühsommer vermieste die Saison

    Ach... Wenn's mal irgendwo nicht läuft, dann liegt's bei gewissen Leuten immer gleich an fehlenden Parkplätzen. Erstens kenne ich im Kleinbasel keinen Strassenzug ohne Parkplätze. Zweitens ist auch das Kleinbasel von Tram und Bus erschlossen. Drittens gilt dasselbe auch für Quartiere und Gegenden ausserhalb Kleinbasels. Viertens darf man die öffentlichen Verkehrsmittel auch besoffen benutzen. Fünftens und sechstens und siebtens.

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  • Super Wetter und ganz schön was los dieses Wochenende in Basel

    Man höre auf, bei Temperaturen über 30° immer gleich hirnlos von Super- oder Traumwetter zu schwärmen. In Wirklichkeit, und für den überwiegenden Teil von Flora und Fauna, ist das ein Horrorwetter. Kreisläufe brechen zusammen, Melanome spriessen, Austrockung droht und die Tier- und Menschenwelt quält sich ozonmüde durch die Gegend. Wer nicht zu befürchten hat, dass auf seiner Festplatte irgendwas verbrutzeln könnte, knallt sich natürlich voll an die Sonne. Für den Rest heisst es: Rein in die gute Stube und ausharren, bis der Herbst kommt.

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