SK
  • Adieu patpatpat: Patrik Tschudin ist gestorben

    Das Studieren oder nur schon das aufmerksame Lesen von patpatpats Texten auf dem infamy-blog konnte bzw. könnte einem mindestens ein Jahr Journalistenschule sparen. Denn hier entstand die Recherche quasi exemplarisch vor den Augen der Leserschaft - und sie entwickelte sich stetig weiter. Manchmal, um in einer Sackgasse zu enden. Nicht selten aber wurde daraus eine richtig gute, hintergründige Story mit Tiefe und Humor. Oft dachte ich, dass dieser ausgebildete Geologe auch durch die Frankfurter Schule gegangen sein musste. Denn eine Kritik im aufgeklärtesten Sinn, ein klarer Blick für die Machtstrukturen, für die grossen Zusammenhänge, die sich gerade auch auf kleinstem (Basler) Raum zeigen - auch das war patpatpats Texten eigen. Und gerade diese Schulung bräuchten die Journalisten heute dringend. Ich habe Patrik Tschudin persönlich nicht gekannt. Ich finde es aber schrecklich und schade, dass es nicht mehr dazu kommt, dass er seine seltenen Fähigkeiten als Lehrer vermitteln kann - damit meine ich nicht das (sicher sehr nützliche) Fachwissen, sondern das Aufzeigen, wie man überhaupt zu Wissen kommt; das wiederum Basis für das Hinterfragen des Wissens selber ist. Möge das Netz seine zahlreichen Spuren, die er gelegt hat, noch lange für die Nachwelt bewahren!

    Zur Diskussion
  • Synchronsprecher Elsholtz gestorben – Deutsche Stimme von Tom Hanks

    Meine Schwester erzählte mir einmal, dass sie Tom Hanks nie mochte - bis sie ihn einmal im Original hörte. Das mag jetzt etwas pietätlos sein, zeigt aber, wie wichtig gute Synchronisation ist. Mir persönlich hat die (synchronisierte) Stimme von Tom Hanks auch nicht gefallen, vielleicht aber gerade deshalb, weil sie zu passend war für dieses Cornflake-Gesicht. An der Arbeit von Elsholtz ist nichts auszusetzen, am Zustand der deutschen Synchro hingegen schon. In der letzten Zeit klingt praktisch alles so fürchterlich debil, als hätten dieselben Sprecher auch gleich noch die Auto- und Bier-Werbung, die vor dem Film läuft, gesprochen. Gute Synchronsprecher gehören nicht erst seit dem Ableben von Elsholtz zu einer aussterbenden Gattung. Die Feinheit und Qualität früherer Synchronarbeit (Wolfgang Draeger, Christian Brückner, Wolfgang Hess, Harald Juhnke, Peter Pesetti etc.) wird schon längst nicht mehr erreicht. Eigentlich schade, aber vielleicht auch eine Chance, aufs Original umzusteigen.

    Zur Diskussion