• Wegen neuer Regeln im «Fraueli»: Jetzt nervt sich Freiburg über Musliminnen aus dem Elsass

    Denk mal über den Begriff «Toleranz» nach. Wenn Toleranz strapaziert wird, sind «rassistisch anmutende Aussagen» nicht weit! Hier zur Klärung des Begriffs ein Auszug aus dem «Spiegel»: Jesus war nicht tolerant Ständig wird von ihr gesprochen und ständig wird sie von allen Seiten eingefordert: Die Toleranz. Aber was bedeutet das Wort eigentlich? Eine Begriffsanalyse von Jan Hedde. Kaum eine Haltung hat eine derartig steile Karriere aufzuweisen - die der Toleranz. Sie gilt als Tugend, wenn nicht sogar die Tugend. Wer nicht tolerant ist, hat es zu Recht schwer; kein reflektierter Mensch wird sich selbst als intolerant bezeichnen, und schon leise geäußerte Zweifel an der Toleranz sind sozial desintegrierend. Toleranz wird geübt gegenüber anderen Meinungen und Ideen, aber auch Menschen anderer Hautfarbe, sexueller Orientierung und Religion, Ethnie, Weltanschauung, Herkunft, Abstammung, gegenüber Menschen jeder Nationalität und jeden Geschlechts, jeden Alters und jeder Behinderung. Kurz: Toleranz übt, wer Teil der Mehrheit ist und Toleranz genießt, wer davon abweicht. Dabei schleichen sich in die Wahrnehmung dieses Begriffes Ungenauigkeiten ein, durch nachlässige Verwendung verursacht, aber auch durch Überladung mit anderem, was wünschenswert, aber nicht zugehörig ist. Zunächst ist Toleranz entgegen der weitverbreiteten Meinung nämlich keine Tugend. Weder geistliche noch weltliche Aufzählungen der Tugenden nennen sie. Toleranz ist eine Haltung eigener Art, deren Qualität die Neuzeit geschaffen hat. Die Antike kennt diese Toleranz nicht. Jesus war nicht tolerant, Jesus war demütig und duldsam. Galerius, der römische Kaiser, der im Jahr 311 verfügte, dass Christen von nun an nicht mehr zerhackt und verbrannt würden, war nicht tolerant, er war klug. In dem von William Penn im 17. Jahrhundert als "heiliges Experiment" gegründeten Staat Pennsylvania galt volle Toleranz, allerdings nur in Bezug auf Religionen. Die Toleranz ist ein Produkt der Aufklärung, also des ausgehenden 18. Jahrhunderts - allerdings mit dem Fokus auf Religion und Weltanschauungen. Eingeschränkt war die Toleranzidee zu der Zeit aber noch weiter durch die Anwendung auf das Verhältnis zwischen Gruppen, also beispielsweise Katholiken und Juden oder Protestanten und Baptisten. John Stuart Mill radikalisierte im 19. Jahrhundert den Begriff: Er wendet ihn auf Gruppen und Einzelne an. Das ist im Wesentlichen der heutige Stand. Toleranz urteilt nicht, sondern sieht Klugheit, Duldsamkeit, Demut und Toleranz harmonieren, bedingen einander aber nicht. Toleranz meint, in Ableitung von ihrer wörtlichen Herkunft, ein Dulden und Ertragen. Toleranz ist demnach Neutralität, nicht die der gottgefälligen Seele, sondern des aufgeklärten Verstandes. Toleranz urteilt nicht, sondern sieht. Toleranz ist ihrer Natur nach passiv und eignet sich nicht zur Rettung anderer. Dementsprechend ist Toleranz eine lösbare Aufgabe. Goethe ist in seinen "Maximen und Reflexionen" der Meinung, Toleranz solle nur eine vorübergehende Gesinnung sein, sie müsse zur Anerkennung führen. Nur Dulden heiße Beleidigen. Es fällt auf, dass sich Goethe nicht zur Frage äußert, was mit dem nicht Tolerierbaren zu geschehen habe. Für ihn ist alles Geistige tolerierbar und anerkennenswert, ohne Unterschied nach künstlerischer, religiöser oder politischer Überzeugung. Für ihn gibt es nichts, was nicht tolerierbar ist, keinen Gedanken, kein Wort, keine Idee. Was immer auch gedacht oder gesagt wird, ist anerkennenswert, weil es von einem Individuum gedacht oder gesagt ist. Diese Haltung zeigt einen fundamentalen Respekt für alles Menschliche und ist Humanismus in reinster Form. Toleranz ist in der Gegenwart ein täglich verwendeter, positiver Kampfbegriff. Tolerantsein wird gefordert, und das mit guten Gründen. Leider gehen die Essenz des Begriffes und seine Nützlichkeit dadurch weitgehend verloren. Der Toleranz wird meist ein Objekt beigegeben, dem gegenüber Toleranz zu üben ist. Flüchtlinge stehen aktuell hoch im Kurs, einige religiöse Minderheiten, generell alle für schwach erklärten Menschen. Sie sollen nicht angegriffen werden, sondern im Gegenteil beschützt und willkommen geheißen, versorgt, getröstet, integriert. Alle diese gesellschaftlichen Ziele sind lebens- und erstrebenswert, aber eben nicht Gegenstand von Toleranz. Man kann einen Flüchtling nicht tolerieren, denn sein Schicksal ist eine Tatsache, ebenso wie es die Hautfarbe, Herkunft oder das Geschlecht eines Menschen ist. Die Frage nach der Toleranz stellt sich nicht, weil Tolerieren oder Nicht-Tolerieren keinen Unterschied macht: Die Tatsache bleibt. Der Begriff hat deshalb ausschließlich das Geistige zum Inhalt. Toleranz ist die Haltung des aufgeklärten, wachen Individuums, das sich selbst im anderen erkennen kann. Sie ist keine Klasseneigenschaft, sondern Staatsräson, nicht parteilich, sondern unparteiisch. Toleranz ist die Fantasie, dass man auch auf der anderen Seite stehen könnte. Unglücklich dagegen ist das kämpferische "Keine Toleranz der Intoleranz!", denn auch dieser Parole liegt ein schiefes Verständnis des Begriffes zugrunde. Meist auf Nazis und deren Mitläufer gemünzt, drückt er eine an sich begrüßenswerte Haltung aus, die aber ihre Spur verliert. Denn meist ist das, was als Intoleranz bezeichnet wird, nicht Gedanke oder Wort, sondern Handlung im tatsächlichen Sinne oder Delikt. Dann ist es keine Frage der Meinung, sondern ein Fall für das Gericht. Keine Gesellschaft muss Angriffe auf sich hinnehmen. Toleranz endet beim Nicht-Tolerierbaren, das seiner Natur nach nicht geduldet werden kann, weil es die Sphäre von Gedanke und Wort verlassen hat. Wird dagegen nicht Delikt, sondern Meinung als intolerabel bekämpft, negiert sich eine Toleranz, die Toleranz erzwingen will. Es gibt keine An-Sich-Toleranz, die zwischendurch mal Pause macht, ohne ihre Existenz aufzugeben. Oder: Toleranz ist, wenn's weh tut. Jan Hedde, 52, ist Jurist und Autor von «Der Spiegel».

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  • Problempark Dreirosen? «Hier gibts keine Probleme!»

    Ich will den Schuggern hier, ja, ausgerechnet hier! ein Kränzchen winden: Was immer sie sagen, wird so auf die political correctness-Goldwaage gelegt, dass diese arme Sieche kaum mehr etwas sagen können, - ich sags jetzt ironisch - Achtung: Ironie!!! - was die «Linken und Netten» den armen Schuggern nicht sofort als «rassistisch» oder «gender» oder sonstwas Halbfaschistisches anhängen! Und «Multikulti» ist auch so ein «Wohlfühler»-Schlagwort, denn diese multikulturelle Massierung ist eben anfällig für Probleme. Und niemand fragt, warum die entstanden sind: Die Kapitalisten riefen Arbeitskräfte - und es kamen Menschen, Menschen aus allen Kulturen der Welt, allen Sprachen, allen Traditionen, allen Religionen, denen die heisigen Regeln und Gepflogenheiten fremd waren und immer aufs neue wieder sind. Der Kapitalismus kassiert, der Allgemeinheit bleiben die Probleme! Und der arme Schugger wird dafür geprügelt, wenn er einen Dealer mit dunkler Hautfarbe kontrolliert… Warum die Verhältnisse im Dreirosen so gekommen sind, darüber sollte man nachdenken und schreiben. Ich bin dort aufgewachsen, ins Bläsi in die Primmeli, als es im ganzen Bläsi nur einen einzigen «Ausländer» gab - ein Grieche, dessen Vater als Akademiker in die Ciba geholt wurde. Ich erlebte, wie an Maria-Himmelfahrt (oder wie das heisst), die katholische Diaspora aus der Innerschweiz (Binnen-Migranten) in einer langen (!) Prozession vor der Sankt-Josephs-Kirche via Müllheimerstrasse zum Marien-Altersheim an der noch wenig befahrenen Horburgstrasse wallfahrten, wo auf offener Strasse ein Altar aufgebaut wurde und wo sich die protestantischen Binnen-Migranten-Kinder den Buckel vollachten, als auf ein «Gebimmel-Kommando» hin die «Katholen» auf offener Horburgstrasse niederknieten und irgendwas Unverständliches murmelten. Man muss das in Zusammenhang mit diesem Quartier in der unmittelbaren Nähe der Chemie stellen und sich auch mal vor Augen halten, was in nur (!!!) 50 Jahren da alles an den noch lebenden und immer noch allermuntersten Ureinwohnern dieses Quartiers alles vorbeigezogen ist. Noch zwei Stichworte: «Zwanzgerli-Kuchi» und der (immer noch lebende) Vikar V…, erzkatholische Diaspora-Reaktion, heute «glücklicherweise» verdrängt durch andere Migranten-Religionen…

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  • Im Schoggi-Himmel der Geschwister Krebs

    Ein Filialnetz wie Sutter-Begg? Das wäre ein Krebsgang der Bäckerei Krebs: Qualitätsrückgang! Krebs ist ein Handwerks- und kein Industriebetrieb. Hier wirkt der Stolz des Handwerkers und nicht die Tantiemen des Aktionärs! Der Chef hat immer noch den Überblick über die gesamte Produktion. Dass die Kunden bis auf die Strasse Schlange stehen, sagt ja alles!

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  • Im Schoggi-Himmel der Geschwister Krebs

    Wunderbar schön geschriebener Artikel, Cahterin Weyer. Sie sind begabt! Und solche Artikel über Leute in Basel lese ich gerne. Die Bäckerei Krebs ist tatsächlich eine der besten in Basel. Auch wenn Markus Krebs das in aller Bescheidenheit nicht gerne so hört und stets auch auf seine Kollegen in der Stadt verweist! Den grossen Meister erkennt man daran, dass er sich nicht für alleinseligmachend hält… Die Krebs haben diesen Artikel echt verdient. Schade ist die Mama Krebs von uns gegangen - sie war eine Herzensfrau!

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  • Eltern ratlos: Kita muss aus HdM-Haus raus

    Was man da nicht alles in die Welt setzen kann, mit uninformierten pauperen Kommentaren: «Herzog irgendwas» heisst Herzog & De Meuron. Wenngleich sie viel Geld verdienen mögen, haben sie ihr Privatvermögen stets in gute Sachen investiert (z.B. gratis in den Neubau des Unterlinden-Museums in Colmar! - wo ist das? was ist das? hä?). Sie sind sowieso privat und beruflich ziemlich verantwortsvolle Menschen! De Meuron hat mit dem Roche-Wolkenkratzer das Konzept aus Sicht der Menschen gestaltet, die darin arbeiten müssen - Büro-Einheiten als Waben statt als Stockwerke… Und dass die Elbphilharmonie in Hamburg derart aus dem budgetierten Ruder lief, ist nicht die Schuld von Herzog & De Meuron, sondern der katastrophalen politischen Führung Hamburgs geschuldet! Unwissen schützt nicht: Schläge auf die Finger, die da aus den Untiefen des Gedärms vorlaut in die Tasten hauen!

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  • Eltern ratlos: Kita muss aus HdM-Haus raus

    Betreffend Klarstellung von Herzog & De Meuron: Leider, leider bestätigt dies für mich, dass sogar die Tageswoche den Anklägerstil der BaZ als journalistischen Ethos verbiegt, weil eben die BaZ mit ihrem Somm & Co.-Brunz diesen Takt vorgegeben hat. Dabei sollte die Tageswoche eine eigenständige journalistische Linie fahren - das entspricht dem Berufs-Register (BR). Alles andere ist Blog-Geschreibsel! Also Furz!

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  • Wer darf was? Das Imagine-Festival stellt Fragen

    Als Claude Monet 1874 sein Werk «Impression - soleil levant» in Paris ausstellte, bezeichnete es der Kunstkritiker Louis Leroy kritisch mit dem Begriff «impressionistisch». Heute verwenden wir ihn komplett wertefrei oder wohlwollend. Die Bezeichnung «Impressionismus» ist somit ein «Geusenwort». Wikipedia präzisiert: «Beispiele für solche als Selbstbezeichnung positiv umgedeuteten Schimpfwörter sind Ausdrücke wie Nerd, das u. a. fürs Musikgenre Nerdcore benutzt wird, oder Kanake, das die Bewegung Kanak Attak inspirierte, sowie das oft in Bezug auf Softwarepiraterie verwendete Wort „Pirat“, nach dem sich diverse Piratenparteien benannten. Die Bezeichnung schwul, ebenfalls zunächst eine Beschimpfung und in der Homosecuellenbewegung der 1970er Jahre selbstbezeichnend adaptiert, wird inzwischen häufig ohne abwertende Konnotation gebraucht; sie hat aber u. a. in der Jugendsprache noch immer eine pejorative Bedeutung, die sich häufig von der Ursprungsbedeutung abgelöst hat.» Mehr unter «Geusnewort» auf Wikipedia oder im Brockhaus (empfehlenswert). Das von der Büchergilde Gutenberg, Zürich, verlegte Buch des afro-amerikanischen Dichters Richward Wright heisst «Wir Neger in Amerika» und zeigt schonungslos schrecklich den amerikanischen Rassismus. Die Neger in Amerika rufen sich Nigger, die Homosexuellen Schwule, die jungen Frauen Schlampen - nur die politisch Korrekten sagen statt mongoloid Trysomie 21 (…), statt Geschlecht Gender, statt Bub Junge, statt Fräulein Herrlein (weil sie das Wort Jungfer nicht kennen…), statt Heimat Wohlfühlumgebung und so weiter… Ich sage: Papageien-Hirni… Übrigens: Weder das Schweizerkreuz noch das Alphorn gehören der SVP, und ich finde beides ist schön! (Und für die, die nicht lesen UND verstehen können: Ich meine das Schweizerkreuz und das Alphorn und nicht…)!

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  • Zu wenig Tageslicht im neuen Luxus-Tierheim

    Lieber Christoph Meury. Falsch! Am Umgang mit der Kreatur wiederspiegelt sich die Seele des Menschen und umgekehrt! Zudem ist es ein Bedürfnis des Menschen, Zuneigung zu teilen - ein wichtiges Bedürfnis für die Gesundheit der Seele. Darum ahben Obdachlose und Drögeler oft auch einen Hund oder eine Ratte. Und diese Viecher spüren sehr gut die Seelenlage ihres Partners (ja: Partner!). Tierquäler oder Tier-Verächter haben meist auch ein gestörtes Verhältnis zu den Mitmenschen. Ich zähle auch Tierverzärteler dazu!

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  • Zu wenig Tageslicht im neuen Luxus-Tierheim

    Das wusste ich nicht, und doch finde ich es logisch: Gibt man ein Haustier in Pension, dann sollte es nicht in ein Gefängnis gegeben werden. Sondern in ein Heim, das eben eine Wohnung/Haus ist - mit Sofa, Tisch, Gerümpel zum Verstecken, geschützter Garten mit Kletterbäumen und Strächern etc. Das beste, so gestaltete und geführte Tierheim weit und breit befindet sich in Velonähe Basels: Au Chat Jaune, 30 rue de buschwiller, F-68220 Hésingue Téléphone fixe (répondeur) : +33 3 89 67 00 12. http://auchatjaune.com GPS: 47.569282, 7.511400 Tierärztlich empfohlen (Clinique vétérinaire de Hésingue, Madame Dr. Erbland), und von mir erst recht! Allerdings: Als ich mein Sanftpfötchen nach drei Wochen wieder abholte, wollte das Katzenvieh partout nur noch französisch mit mir miauen…

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  • Eltern ratlos: Kita muss aus HdM-Haus raus

    Ich glaube nicht, dass was man Herzog + De Meuron alles in diesen Kommentaren hier anzuhängen versucht, auch nur ansatzweise berechtigt ist. Dass sie prominent und erst noch erfolgreich sind, ist kein Grund zu solchen abschätzigen Äusserungen, aus denen der Neid der Proleten tönt. Dass die Kitag-Leute enttäuscht sind, ist etwas anderes. Aber ich weiss, dass weder Herzog noch De Meuron Unmenschen sind. Was ich allerdings nicht weiss, ist, was mit der Kitag ausgehandelt und wie es begründet wurde. Und welche Güterabwägung Herzog & De Meuron vornahmen. Und dann sind sie halt auch noch im Recht!

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