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  • Jeder Franken zählt

    Mindestloehne sind kein Rezept, um diesen Frauen wirklich zu helfen. Sie nuetzen nichts gegen Geschlechter-Diskriminierung bei den Loehnen, sie setzen keine Anreize zu Aus- und Weiterbildung und sie helfen nicht, den Arbeitsplatz zu sichern. Nehmen wir Milena Suter. Es ist kaum zu fassen, dass diese Frau nur 2500 Franken verdient. Das sind aufgerechnet auf 100 Prozent ganze 3125 Franken - ohne 13. Monatslohn. Da stellen sich bei mir aber zuerst Fragen beim Arbeitgeber. Warum bezahlt er nur so wenig? Wie werden die anderen Mitarbeitenden entloehnt? Was nimmt sich der Firmeninhaber fuer ein Gehalt? etc. Offenbar arbeitet Milena nicht bei einem Unternehmen, das einem GAV angeschlossen ist. Eines ist aber sicher: Milena wird mit einem gesetzlichen Mindestlohn nicht ploetzlich 4000 Franken verdienen, wenn es heute 3125 Franken sind. Der Arbeitgeber wird schauen, dass er diese Stelle einsparen kann. Oder, und das ist eben auch moeglich, er wird sich nach einer Arbeitskraft umsehen, die ihm ein Gehalt von 4000 Franken Wert ist. Das ist nicht abschaetzig gemeint, es ist einfach wirtschaftliche Realitaet. Denn: Der Arbeitgeber muss durch Gesetz zwar 4000 Franken Mindestlohn bezahlen, aber er muss sie nicht Milena bezahlen. Dieser Aspekt wird bei der Diskussion um die Mindestlon-Initiative zu oft vergessen. Milena ist vermutlich besser geholfen, wenn sie versucht, sich weiterzubilden. Sie ist erst 23 Jahre alt. Hier sehe ich eher eine Aufgabe des Staates. Er koennte ev. mit einem Stipendium helfen oder anderen Zuschuessen. So wird die junge Frau besser qualifiziert und das hoehere Gehalt stellt sich automatisch ein. Tiefstloehne betreffen eine kleine Minderheit von Frauen und Maennern in der Arbeitswelt. Fuer die Loesung dieses Problems braucht es aber keinen Verfassungsartikel. Es braucht gezielte Loesungen, die fuer jede und jeden wieder anders aussehen kann.

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  • Eine Wahl gegen die Fusion

    Dieser Kommentar reduziert die Gegner einer Fusion von Baselland und Basel-Stadt - etwas salopp formuliert - auf konservative Ewiggestrige. Das Baselbiet ist mehrheitlich bürgerlich, das stimmt. Aber ein "durch und durch konservativer" Kanton ist er ganz sicher nicht. Was vielleicht für Buckten gilt, ist noch lange nicht repräsentativ für den ganzen Kanton. Baselland ist ein sehr fortschrittlicher Kanton. Das gilt seit der Kantonsgründung 1833, als sich die Landschaft unter Führung von progressiven Anwälten, Ärzten und anderen Bildungsbürgern von der konservativen Stadt unabhängig erklärte. Die Industrialisierung des unteren Kantonsteils, der immense Aufschwung des Dienstleistungs-Sektors bis in alle Seitentäler, die Modernisierung der Landwirtschaft, der Ausbau des Gesundheitswesens und die Partizipation des Kantons an universitären Bildungseinrichtungen sind nur Beispiele einer modernen Entwicklung, die dieser Kanton in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hat. Man kann diese Fakten negieren. Wer den Kanton schlecht redet, seine Regierung als bürgerlichen Sumpf bezeichnet und das Stimmvolk beleidigt, weil es am Sonntag den Vertreter der SVP in die Exekutive gewählt hat - der verkennt das wahre Wesen des Kantons Basel-Landschaft. Und wer nicht verkraften kann, dass die Baselbieterinnen und Baselbieter keine links-grüne Vorherrschaft in der Regierung möchten, der sollte nicht länger die Schuld bei den Bürgerlichen suchen. Der sollte vielleicht einmal links-grüne Politik etwas genauer unter die Lupe nehmen - frei von ideologischen Scheuhklappen.

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  • Brutal, diese Niederlage

    Die Bürgerlichen hätten "im Baselbiet in den letzten Jahren unglaublich viel falsch gemacht", glaubt die Tageswoche zu wissen. Und: "Jeder Kanton hat die Regierung, die zum ihm passt". So und ähnlich kommentiert die Tageswoche die Tatsache, dass die Baselbieter Bevölkerung gerne eine mehrheitlich bürgerliche Regierung möchte. Wie kommt die Tageswoche dazu, einen demokratischen Entscheid so zu diskreditieren? Wie unglaublich tief muss der Frust und die Abneigung eines Journalisten sein, wenn er solche Worte in einem Kommentar schreibt? Wo bleibt der Blick fürs Gane? Eric Nussbaumer hat gekämpft und verloren. Aber er ist immer noch Nationalrat des Kantons Basel-Landschaft. Das ist nicht wenig. Und in der fünfköpfigen Regierung sitzen immer noch zwei Vertreter von Rot-Grün. Das ist viel. Dieser Kommentar ist kein Kommentar. Er ist eine Abrechnung. Schade.

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  • Grünliberale empfehlen Nussbaumer zur Wahl

    Es klingt mir heute noch in den Ohren, als GLP-Kandidat Gerhard Schafroth seine Kandidatur im Telebasel begründete: er wolle die bürgerliche Mehrheit in der Baselbieter Regierung sichern helfen. Doch Schafroth hat an der Urne jämmerlich Schiffbruch erlitten. Heute unterstützt die GLP den SP-Kandidaten. Der schweizerische GLP-Präsident Martin Bäumle gab die Parole vor. Und daran kommt die Baselbieter GLP nicht drum herum. Wird Nussbaumer gewählt, hat die GLP von den Sozialdemokraten in Bern wieder was zugute. So läuft das. "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", wird sich Schafroth gedacht haben. Viele Politiker leben nach dieser Devise - leider.

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  • Die netten SVPler – auch nur Schmarotzer?

    Wer so über ein Oberbaselbieter Dorf schreibt - voller Klischees, sarkastisch herablassend und einfältig - tut nun wirklich alles, damit es nie und nimmer zu einer Vereinigung zwischen Baselland und Basel-Stadt kommt. Mir kanns recht sein. Also, liebe Freunde von der TaWo - weiter so!

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  • Verbale Prügel für Peter Zwick

    Die harsche Kritik an Regierungsrat Zwick heute im Landrat ist der Tageswoche gerade mal eine sda-Meldung wert. Undenkbar, wenn das ein Regierungsrat aus Basel-Stadt gewesen wäre. Aber es ist halt schon so: das Baselbiet existiert für die Tagewoche nur am Rande.

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  • Spardruck und Kündigungen bei der BaZ

    Man darf alles hinterfragen und zu allem einen Kommentar abgeben. Hilfreich und nützlich für die weniger informierten Leserinnen und Leser wäre es jedoch, sich nicht allzuweit von der Realität zu entfernen. Wer die BaZ beurteilen will, sollte sie lesen - von der ersten bis zur letzten Seite. Und sich ein Urteil bilden - unabhängig von dem, was in den Konkurrenzmedien geschrieben wird. Ein fundiertes Urteil, ein faires Urteil, ein gerechtes Urteil. Den Unsinn, den Karl Alois Hürlimann aus deutschen Landen über die BaZ von sich gibt, mag jene erquicken, die sich den Niedergang der BaZ wünschen. Aber er sollte sich nicht damit rühmen, die BaZ zu kennen. Denn er tut es nicht.

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  • Der Protest gegen die BaZ dürfte stärker sein

    Es ist hahnebüchen, was Sie der BaZ hier unterstellen. Lesen Sie doch bitte den Artikel in der BaZ vom 27. Dezember. Dort sehen Sie eine Statistik und Sie stellen fest, dass die Sozialhilfequote zurückgeht. Sie war in Basel-Stadt jahrelang sehr hoch im Vergleich mit anderen Städten. Nun greifen die Integrations- und andere Massnahmen, so dass Basel-Stadt ihre Quote nach ein paar Jahren dauerhaft gesenkt hat. Nach längerer Zeit mit hohen Quoten ist man versucht, "endlich" zu sagen, sie sinken wieder, der Trend ist bestätigt. Es ist geschafft, die Massnahmen haben gefruchtet. Wenn das keine guten Nachrichten sind. Sie aber unterstellen uns mit dem Wörtchen "endlich" eine völlig abwegige Grundhaltung gegenüber den Menschen in unserer Stadt. Die BaZ würde Menschengruppen gegeneinander aufhetzen und Ängste in der Bevölkerung zu schüren. Tagtäglich. - Solchen Unsinn schreiben Sie - ich fasse es nicht.

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  • Der Protest gegen die BaZ dürfte stärker sein

    Aber sicher meine ich das im Ernst. Wie kann man nur von Machtmissbrauch sprechen. Wer soll denn welche Macht missbrauchen? Ist bürgerliches Denken und Kommentieren jetzt schon Machtmissbrauch? Die BaZ ist eine Forumszeitung, und die Leser machen sich ihre Meinung. Die BaZ steht im Wettbewerb der Meinungen - links-grüner Meinungen, rechtsbürgerlicher Meinungen, bürgerlich-liberaler Meinungen, rechtskonservativer Meinungen und anderer Meinungen, die auf dem Fundament unserer Demokratie stehen - was ist daran schlecht? Wer die BaZ jetzt aber schlecht redet wie Cueni und von drohendem Machtmissbrauch faselt, der handelt unfair und inkompetent.

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  • Konkordanz – eine Leerformel

    Konkordanz ist keine Leerformel. Sie bedeutet, dass alle wichtigen politischen Kräfte an der Regierung beteiligt sein sollen. Die SVP hat zwei Sitze zu gut, weil sie eine wichtige und die wählerstärkste politische Kraft ist. Sie hat 27 Prozent Wähleranteil. Das sind immer noch acht Prozent mehr als die SP. Die BDP hat mit fünf Prozent Wähleranteil keinen Sitz zugut. Sie ist viel zu wählerschwach, um einen Bundesrat zu stellen. Wenn Leute im Bundesrat sitzen, die sich nicht mögen oder die ständig quer schiessen, dann ist die Konkordanz natürlich gestört. Das hat aber mit den Leuten zu tun, nichts mit der Konkordanz-Formel. Und die lautet: die drei wählerstärksten Parteien sollen mit je zwei Sitzen im Bundesrat vertreten sein, die viertstärkste mit einem Mitglied. Wenn sich alle an diese Regel halten, dann gibt es über die parteipolitische Zusammensetzung der Landesregierung keine Diskussionen mehr. Das würde schon einiges an Ruhe in die Schweizer Bundespolitik bringen.

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