TROuG
  • Die TagesWoche stellt ihren Betrieb ein

    Meine anfängliche Euphorie für die TagesWoche ist eine zeitlang einer Enttäuschung gewichen. Seit einiger Zeit wurde bei mir die Begeisterung für euren engagierten Journalismus wieder neu und heftig entfacht. Jetzt weiss ich, dass die TagesWoche mir sehr fehlen wird. Doch es ist zu spät. Wir LeserInnen tragen auch eine Mitverantwortung. Hätten wir doch..... So viele engagierte Mitarbeitende, die das Herz auf dem richtigen Fleck tragen, verlieren jetzt einen Bezugspunkt. Euch wünsche ich viel Zuversicht für eure nächsten Schritte!

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  • Sind Schweizer Lebensmittel wirklich besser?

    «Erst kommt das Fressen dann kommt die Moral». Dieses Wort kommt mir in den Sinn, wenn ich an Gespräche zur Fair-Food-Initiative denke. Auch die Gegner und Gegnerinnen der Initiative wollen lieb zu den Tieren sein, gesundes Essen geniessen, das wenig Gift für die Produktion und wenig Treibstoff für den Transport braucht. Gerechte Löhne, sind auch ganz nett. So weit, so einig. Doch dann brechen die Befürchtungen durch. Zunächst wird der Einkaufstourismus hervorgeholt. Vergessen wird dabei, dass Einkaufen im Dreiländereck auch durch die Vielfalt an biologischen Lebensmitteln, die dort teilweise viel selbstverständlicher angeboten werden, ein Stück Lebensqualität bedeutet. Schweizer zahlen für Bio im europäischen Vergleich weitaus am meisten. Die Vorreiter in Sachen biologischer Ernährung sind jedoch Deutschland, Schweden und Dänemark. Dort wird Bio breit in Supermärkten angeboten, was preissenkend wirkt. Fair-Food schreibt nicht vor, was wir essen sollen. Es muss nicht Bio sein. Jedoch soll die lokale, konsumentennahe Produktion begünstigt werden. Importierte Lebensmittel sollen soziale und ökologische Mindestanforderungen erfüllen und die Herkunft und die Produktionsbedingungen sollen verständlich deklariert werden. Ein weiteres Ziel der Initiative ist, die Verschwendung von Lebensmittel zu reduzieren. Durch die Unterstützung durch Direktverkäufe (z.B. Quartiermärkte) gibt es mehr frische Produkte und erst noch günstig. Fair-Food führt nicht zu noch höheren Preisen! Stattdessen will Fair-Food, dass wir unsere Lebensmittel geniessen können. Denn denkt daran: «Der Mensch ist, was er isst!» und sozial und tiergerecht produzierte Lebensmittel, die auch ökologische Anforderungen genügen, sind einfach besser! Thomas Reinhardt, Berater für Organisationsentwicklung, Oberwil Vorstandsmitglied Grüne Leimental 6.9.2018

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  • Sicherheitsdirektor Dürr unterstützt das Vorgehen der Polizisten

    Hat Tom Wolfe doch recht, wenn er in seinem Roman "Back to Blood" darüber lamentiert, dass man in Basel eine Woche lang Tag und Nacht schrubben kann und es würde "immer noch so grau aussehen"? Wolfe beschreibt die Waschbecken Basler "historischer Hotels" in denen man während der Art übernachtet, er zielt jedoch auf eine Stimmung in der Stadt. Die wilde Favella, die zum Widerspruch gegen die offizielle Installation des Herrn Kawamata anregt und das Zurschaustellen von Elend zum Thema macht, wurde mit Tränengas und Gummigeschossen bald geräumt. Diese Aktion bestätigt Tom Wolfe tristes Bild von Basel. Trotz Neubauten und Scope Ausstellung im urbanen Hafengebiet scheint sich die Art nicht von ihrem früheren Image der "Kunstausstellung mit Würstchenbuden" gelöst zu haben, auf das der Slogan „Jetzt chame grille“ besser passt als die Idee, dass Kunst etwas mit Grenzüberschreitung zu tun hat. Die - auch schmerzhafte - Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Realitäten passt nicht ins Konzept. Deshalb ist für Herrn Dürr eine „rote Linie“ „überschritten“ und er schickt die Polizei los. Sein Klientel, zahlungskräftige Besucherinnen und Besucher der Basler Art, die sich am künstlich inszenierten Elend ergötzen, solange es keimfrei auf den Markt geworfen wird, werden es ihm danken. Mich dauern die Polizistinnen und Polizisten, die für diese Politik ihren Kopf hinhalten müssen. Wie anders wäre es gewesen, wenn Herr Dürr persönlich das Gespräch gesucht und damit ein Zeichen für eine weltoffene Stadt gesetzt hätte.

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  • Jetzt melden sich die Aktivisten zu Wort

    Ich möchte auf meinen Kommentar zu diesem Thema hinweisen, der sich auf das Interview in der Tageswoche vom 8.6.12 bezieht. Hier der Link: http://www.tageswoche.ch/+aykzn#comment_7170

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  • «Wir wollen die Stadt mitgestalten»

    Wie eine frische Brise liest sich dieses Interview. Der veröffentlichten Meinung bläst eine Ahnung von Motiven, Gründen und vielleicht Träumen der illegalen Partygängerinnen und -gängern entgegen. Falsche Widersprüche werden benannt, zum Beispiel die von Jung und Alt. Manch Älteren in dieser Stadt (und nebenan) geht es wie manch Jüngeren. Auch ihnen mangelt es an Räumen oder Plätzen, die Begegnungen jenseits von irgendwelchen Marktinteressen ermöglichen. Auch ist der scheinbare Widerspruch von politisch und unpolitisch kein wirklicher. Allein die Tatsache, des "Enterns" unregelementierter Räume, die Begegnungen provozieren, welche Spannung und Reibung erzeugen können, ist ein politischer Akt. Richtig jedoch ist der Widerspruch, dass das neoliberale Verständnis von "Eigenverantwortung" nichts, aber auch gar nichts, mit dem Bedürfnis nach "Freiräumen" zu tun hat.

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  • Keine Freunde

    Herrn Dürr sei als Antwort der Artikel in der Zeit vom 29.3.12 von Kenneth Angst (früher stv. Chefredaktor der NZZ, Co-Chefrredaktor der Weltwoche und Berater von K.Villiger) "Selbstmord in Raten" empfohlen. Da der Artikel sich noch nicht verlinken lässt, ein Zitat daraus: "Die Büchse der Pandora wurde zu Beginn der 1980er Jahre mit dem scheinbar genialen, faktisch aber selbstzerstörerischen Slogan »Mehr Freiheit – weniger Staat« geöffnet. Damit begann sich die FDP von ihrem historisch so erfolgreichen alt- und sozialliberalen Markenkern eines mitfühlenden, kommunitaristisch verstandenen Liberalismus schleichend, aber irreversibel zu verabschieden. Stattdessen wurde der Zentral- und Leitwert »Freiheit« neoliberal dogmatisiert und verabsolutiert." Dieses Zitat beschreibt die Freisinnigen der Schweiz als auch die FDP in Deutschland. Letztere können wir bald auf dem Misthaufen der Geschichte studieren.

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  • Keine Freunde

    Soll ich der Tageswoche danken oder soll ich den Kopf schütteln? Den Kopf schütteln darüber, dass Herr Dürr schon wieder eine grosse Plattform in der Tageswoche erhielt? Oder dafür danken, dass er so offen sein für mich teilweise erschreckendes Menschenbild darlegt? Für ihn ("sicher, am Schluss ist doch jeder käuflich") ist es lediglich eine Marketingstrategie, ob die Parteien ihre Finanzierung transparent machen sollen. Die Motivation für soziale Gerechtigkeit einzutreten ist für Herrn Dürr der "Neid" und der Aufbau des Präsidialdepartements vergleicht er mit der Verantwortung eines Privatunternehmens gegenüber seinen Aktionären. Wenn sich diese Dürrschen Gedanken durchsetzen wird man Basel nicht wieder erkennen. Dann wird es kalt werden in dieser Stadt!

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