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  • «Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet»

    "Jeder einzelne Wähler kann mit seinem Abstimmungsverhalten Einfluss auf die Politiker nehmen", fordert Jean Ziegler zwar treffend, in Wirklichkeit scheitert unsere Demokratie hinsichtlich einer global gerechten Wohlstandsverteilung jedoch am Abstimmungsverhalten unserer Volksvertreter und folglich auch am unsrigen. Solange die Basler Sozialdemokratie bei Novartis' Machenschaften vorbehaltlos beide Augen zudrücken und Ständerätin Anita Fetz bewusst den unvermeidlichen Wohlstandsverlust im Westen in Abrede stellt, der eigennützigen Wiederwahl willen, hege ich Zweifel ob der laut Ziegler nichtvorhandenen "Ohnmacht der Zivilgesellschaft". Die Hoffnung stirbt angeblich zuletzt, weswegen wir uns nichtsdestotrotz auch an Stéphane Hessel halten können: "Indignez-vous!".

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  • Jungsozialisten kritisieren Levrat

    Noch bevor ein Papier erarbeitet, eine interne Debatte geführt und ein Meinungsbildungsprozess überhaupt stattgefunden hat, müht die JUSO, erwartungsgemäss, die obligate, kategorische Verweigerungshaltung. The same procedure as every year… Unter Basisdemokratie verstehe ich etwas anderes, liebe Genossen Flo und O'Neal. Christian Levrat fordert einen unvoreingenommenen, parteiinternen Diskurs, ein klarer Positionsbezug der SP zur Migration und der ist auch dringend nötig. Darum geht es bei der vielbeschworenen Deutungshoheit, welche nicht länger den Rechtskonservativen überlassen werden darf. Den Ökoyuppies ebensowenig.

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  • Die BaZ in der Hand von Blocher-Vertrauten

    Die BaZ verkommt zur Zetungsschlampe, die es mit jedem treibt, hauptsache alt und reich. Sie überlässt das Denken ihrem Geldgeber und begnügt sich mit einer rechtsbürgerlichen Aufmachung. Was bleibt wohl übrig, sollten diese Geldsäcke eines Tages das Interesse an ihrer Maîtresse verlieren? Christoph Blocher zitierte einmal folgendes Sprichwort: "Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt es sich ungeniert". Zynisch und treffend zugleich aus heutiger Sicht. Bestimmt weiss er auch, dass zu viele Köche den Brei verderben. Neoliberaler Einheitsbrei...

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  • Die Grenzen für diesen FC Basel sind sehr weit gesteckt

    Ein denkwürdiges Spiel. Ein nervenaufreibendes Spiel. Ein Spiel, das nicht nur den Akteuren auf dem Spielfeld, den Beteiligten am Spielfeldrand, sondern insbesondere auch den Zuschauern im und ausserhalb des Stadions viel Kraft gekostet und alles abverlangt hat. Eine Parforceleistung des vermeintlichen Unterklassierten. Eine Glanzstunde im helvetischen Vereinsfussball. Eine Heldentat, die ihren Platz in der Schweizer Sportgeschichte einnehmen und in Basel, der gesamten Region, in Erinnerung bleiben und zumindest für kurze Zeit auch weltweit Beachtung und Anerkennung finden wird. Das war ein Fussballfest, von dem in vielen Jahren noch gesprochen und man seinen Kindern, Nachbarn, Freunden und Bekannten erzählen wird. Es wird unvergessen bleiben und sich auf unbestimmte Zeit in unser Gedächtnis einbrennen – der Seltenheitswert solcher Schlüsselpartien und den damit verbundenen Möglichkeiten, deren bisher geringen Erfolgsaussichten, entspricht unserem Kollektivverständnis bezüglich der Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Status quo. Seit gestern Abend treffender: Status quo ante. War das nun die Sensation? Die grosse Überraschung? Nein. Das wäre vermessen und würde der gestrigen Leistung des FC Basel und derjenigen in den übrigen Gruppenspielen nicht gerecht. Erstaunlich, wie das SF nach dem Spiel um Superlative ringen musste, sich bei der Matchanalyse in unbeholfene, skurrile Einschätzungen verstieg und der Versuchung fast erlag, diesen spektakulären Erfolg des FCB als Glücksgriff abzutun. Im Gegenzug überraschte die Gelassenheit und das Selbstvertrauen der Basler kein bisschen, als Benjamin Huggel vor dem Spiel erklärte, er sähe keinen Grund, warum Basel Manchester nicht schlagen könne oder Markus Steinhöfer nach dem Spiel bescheiden von einer „kleinen Sensation“ sprach. Ebenso die beiden Routiniers Alex Frei und Marco Streller, welche – über die Tragweite des Erfolgs für den Verein und dem Schweizer Fussball im Klaren – den Sieg als verdient einstuften. Fern von jeglicher Arroganz oder Überheblichkeit, sondern mit einer gesunden Selbsteinschätzung und gewissen Portion Stolz. Gestern gab es folglich keine grosse Überraschung, sondern bloss eine Demonstration der Möglichkeiten und Fähigkeiten eines FC Basel. Die Überraschung rührt viel mehr daher, dem Basler Kollektiv die dazu erforderliche Konstanz und Leistungsdichte nicht zugetraut zu haben. Man spürte den Kampfwillen, den Spielwitz und die Freude der Basler. Sie erstarrten kein Bisschen vor Ehrfurcht, sondern schickten ihrerseits verdutzte und ratlose rote Deibel zurück auf die Insel. Der FCB war die klar bessere Mannschaft und zwar in beiden Begegnungen. So gesehen darf der FCB das Etikett Underdog guten Gewissens ablegen und fortan als ernstzunehmender Gegner im europäischen Spitzenfussball auftreten. Das hat der Verein hauptsächlich den Trainern Fink und Vogel, der perfekt eingespielten, talentierten und kollegialen Mannschaft, der hervorragend arbeitenden Jugendabteilung, einer mittlerweile umsichtigen Transferpolitik, der erstklassigen Infrastruktur und einzigartigen Fankultur zu verdanken. Mit dem FC Basel ist der Schweizer Fussball in die Weltspitze vorgestossen und setzt damit ein starkes Zeichen für die kommenden Jahre, andere Vereine und die Nationalmannschaft. Die Grenzen sind dementsprechend nicht nur weit gesteckt, sondern regelrecht gesprengt worden. Die kleine Schweiz ist durchaus in der Lage, sich vom selbstauferlegten Mittelmass zu befreien und mit Blick in die Zukunft Selbstbewusst im Sportgeschehen hie und da vorne mitzumischen. Nachträglich fünf vom SF vorenthaltene Superlative: höchster, nachhaltigster, vorzüglichster, schönster und edelster Fussballgenuss. Hält der FCB dieses Niveau und steigert seine Leistung weiter, läge je nach Auslosung das Viertelfinale im Bereich des Möglichen. Chapeau, lieber FCB und vielen Dank für dieses Traumtheater. Von der Tageswoche wünsche ich mir einen rotblauen, ganzseitigen Aufmacher mit grünem Dreieck und vom SF weniger Gress’sche Vergangenheitsbewältigung.

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